Der WM-Titel im Freestyle war für Caers bereits als junger Sportler ein großer Traum. Wie viele Athleten begann auch er mit der Vorstellung, irgendwann auf dem Podium zu stehen. Mit jedem Erfolg wurde jedoch deutlicher, wie viel Arbeit hinter diesem Ziel steckt. Frühmorgendliche Trainingseinheiten, lange Stunden auf dem Wasser und konsequentes Training abseits des Wassers gehören für ihn zum Alltag. Der Film “More Than A World Champion” zeigt: Die entscheidenden Momente finden häufig dann statt, wenn niemand zusieht.
Freestyle-Windsurfen verlangt dabei nicht nur technische Fähigkeiten. Caers trainiert gezielt Ausdauer, Gleichgewicht und körperliche Fitness. Auch die Ernährung spielt für ihn eine wichtige Rolle. Entscheidend sei, dass alle Bereiche zusammenspielen und das Training intelligent geplant wird. Nicht möglichst viel Training allein führe zum Erfolg, sondern die richtige Kombination aus Belastung, Vorbereitung und Regeneration, betont er.
Ein wichtiger Bestandteil seiner Entwicklung ist das Training unter unterschiedlichen Bedingungen. Freestyle lässt sich an vielen Orten ausüben – auf Seen ebenso wie am Meer. Caers reist deshalb regelmäßig, um sich an verschiedene Wind- und Wasserverhältnisse anzupassen. Brasilien bietet beispielsweise ideale Bedingungen für anspruchsvolle technische Manöver, während Südafrika andere Herausforderungen bereithält. Tarifa wiederum schätzt der Belgier, weil er dort unkompliziert mit seinem Van unterwegs sein und neben dem Windsurfen auch Mountainbike fahren kann.
Überhaupt ist Caers vielseitig sportlich geprägt. Schon als Kind betrieb er Skateboarding, BMX, Snowboarden und Surfen. Heute gehört Mountainbiken zu seinen bevorzugten Aktivitäten. Diese Sportarten verbindet für ihn ein ähnliches Bewegungsgefühl: Immer geht es darum, den eigenen Körper und das Sportgerät in Einklang mit der Natur zu bringen.
Der Titel des Weltmeisters bringt allerdings auch Verantwortung und Druck mit sich. Caers sieht seinen Erfolg nicht nur als persönliche Leistung. Er fühlt sich ebenso seinen Sponsoren und Marken verpflichtet, die ihn über Jahre unterstützt und ihm vertraut haben. Gleichzeitig bleibt sein sportlicher Ehrgeiz ungebrochen. Als großes, wenn auch beinahe unerreichbares Ziel nennt er die neun Weltmeistertitel des Freestyle-Stars Gollito.
Seine mentale Stärke zeigt sich besonders in schwierigen Wettkampfsituationen. Nach frühen Niederlagen musste Caers mehrfach lange Comebacks starten – in einem Fall gewann er neun Heats in Folge. Gerade dann, wenn er nichts mehr zu verlieren habe, könne er besonders frei auftreten. Hartes Training und die richtige mentale Vorbereitung geben ihm das Vertrauen, in entscheidenden Momenten alles zu riskieren.
Zum Abschluss richtet sich sein Blick auf die nächste Generation. Caers begann seine Karriere im Wettbewerb mit den großen Legenden des Sports. Nun möchte er gemeinsam mit den jüngeren Fahrern das Freestyle-Windsurfen weiterentwickeln. Sein Ziel: neue, noch extremere Tricks in den Wettkampf bringen und die Grenzen der Disziplin verschieben. Denn für Yentel Caers ist Weltmeister zu sein nicht das Ende – sondern die Grundlage für die nächste Herausforderung.
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