Julian Wiemar
· 25.12.2025
Wenige Tage vor Abgabeschluss fragte mein Kollege Stephan mich, ob ich das Interview mit Keith Teboul übernehmen könne. Er steckte noch mitten im Testeinsatz der alten gegen neuen Freerideboards am Neusiedlersee und hatte dort alle Hände voll zu tun. Keith hätte ihm schon zugesagt über die Historie von Waveboards zu sprechen, ich müsse nur durchklingeln.
Als großer Wave-Fan und Kind der Neunziger, fühlte es sich surreal an, die Nummer des berühmten Shapers von all meinen Maui-Helden zu wählen. Aufgrund von genau zwölf Stunden Zeitverschiebung nach Hawaii rief ich wie vereinbart um 18 Uhr abends, sprich um 6 Uhr morgens auf Maui an. Keith ist Frühaufsteher, dachte ich… bis niemand ran ging, auch beim zweiten Versuch nicht. Ich sah die Geschichte schon vor meinem inneren Auge platzen, als plötzlich eine E-Mail reinflatterte: „Sorry, I got super busy in the shop, lets call tomorrow, same time?“ Alles klar, same time!
Als es in dem interessanten Gespräch am nächsten Abend mit einem sehr netten, aufgeschlossenen Keith Teboul viel um Kauli Seadi und die Innovation des Twinsers ging, verfiel ich beim anschließenden Sichten der alten Bilder von Kauli aus dieser Zeit endgültig zurück in meine Kindheit. Als ich im Jahr 2008 als Elfjähriger beim vom surf Magazin mitveranstalteten Young Guns Camp auf Rhodos ehrfürchtig vor Stargast und Trainer Kauli Seadi stand und mich kaum traute nach einem Tipp für den Spock zu fragen… Wer hätte da gedacht, dass ich mal für die SURF arbeiten werde und mich ausführlich mit seinem Shaper über diese abgefahrenen Boards von ihm unterhalten werde, die ich als Kind auf Bildern im Magazin bestaunte und die eine ganz neue Wave-Ära einläuten sollten. Verrückt.
Hier könnt ihr Julians Interview mit Keith Teboul noch einmal nachlesen: Quatro-Shaper Keith Teboul über die Waveboard-Evolution - vom Singlefin zu Quad und Thruster

Redakteur surf
Julian, 1996 in Köln geboren, zählt zu den besten deutschen Freestyle-Windsurfern und trainiert bis heute regelmäßig auf dem Rhein. Nach deutschem Meistertitel und mehreren Jahren an internationalen Top-Spots mit Weltcup-Ambitionen fand er über Reise- und Revierberichte den Weg zum surf-Magazin. Dort absolvierte er ein Volontariat und arbeitet heute als Redakteur, der seine Erfahrungen und Leidenschaft für den Windsurfsport mit den Lesern teilt.