​Neos und Strandmode„Mit unseren Wetsuits sieht man besser aus als ohne“ – Mode-Designerin Kersy Strauss im Interview

SURF Redaktion

 · 14.01.2026

Das Label Kersy Strauss hat eine farbenfrohe Palette mit Damen-Neos im Programm
Foto: Kersy Strauss
Farbenfrohe Damen-Neos, aber auch Beach-Wear und Düfte: Kersy Strauss hat sich zum Ziel gesetzt, das Strand-Feeling in den Alltag zu bringen. Was ihr bei den Designs wichtig ist und warum ihr das Thema Sonnenschutz besonders am Herzen liegt, hat uns Kersy im Interview erzählt. Plus: Wir verlosen einen Wetsuit von Kersy Strauss!

Das Label Kersy Strauss ist in der Surfszene derzeit sehr präsent. Ihr seid unter anderem wieder auf der boot und beim Deutschen Windsurf Cup dabei. Wie ist die Verbindung zum Wassersport entstanden?

Eigentlich ganz einfach: Ich liebe das Wasser! Es ist wirklich mein zentrales Element, es gibt mir dieses Gefühl von Freiheit. Ich wollte schon immer Beach- & Resort-Wear machen. Ich war über 20 Jahre bei Engelbert Strauss, vor allem im funktionalen Bereich. Ich hätte auch sagen können: Komm, ich mache einfach Bikinis und Badeanzüge. Aber der technische Aspekt steckt im Blut. Ich habe mich dann relativ schnell mit Wetsuits beschäftigt – eigentlich aus dem Schwimmen heraus. Ich hatte viele Freunde, die nie ins kalte Wasser gehen, weil es ihnen zu kalt ist. Und ich habe gedacht: Wenn ihr einen richtig coolen Wetsuit hättet, würdet ihr dann schwimmen gehen? Und sie sagten: Ja, würden wir – aber sowas gibt es nicht. Und da wir aus der Fashion-Szene kommen, habe ich gesagt: Okay, dann machen wir einen richtig coolen Wetsuit. Und der ist logischerweise beim Surfen gelandet – wofür er natürlich auch konzipiert ist!

Eure Farben stechen sofort ins Auge, ist das der zentrale Unterschied zu herkömmlichen Wetsuits?

Wassersport ist ja noch relativ männerdominiert, ich würde gerne mehr Frauen für Wassersport begeistern. Und das klappt natürlich besser, wenn man etwas anhat, das auch cool aussieht. Das ist nicht nur die Farbe. Wir haben uns den Körper der Frau genau angeschaut, deswegen haben unsere Anzüge eine schmale Taille, High-Leg-Look, unglaublich viele Nähte, die eine tolle Figur machen. Du siehst damit besser aus, als wenn du ihn nicht anhast. Er verbessert deine Figur – und das ist uns Frauen wichtig. Die Farbe kommt natürlich dazu. Wir kommen aus der Fashion-Welt: gute Laune, gute Energie, Sichtbarkeit. Ich war vor zwei Wochen in Nazaré, stand oben auf den Klippen und habe Katrina, einer unserer Surferinnen zugeschaut Im pinken Wetsuit habe ich sie sofort erkannt! Man wird schneller gesehen – und im Zweifel auch schneller gerettet. Wir haben natürlich auch einen schwarzen Wetsuit. Aber selbst der sieht anders aus, durch die weißen Linien und den High-Leg-Look. Die Form ist einfach komplett anders. Man sieht super darin aus. Ich habe sehr viele Wetsuits getestet – und ich kann sagen: Das ist der schönste auf dem Markt!

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Ich habe gelesen, dass du selbst surfen gelernt hast, um die Wetsuits zu testen.

Genau, ich hatte den schönen Wetsuit, einen unserer ersten Prototypen und dachte: Mist, jetzt muss ich surfen lernen. Ich war auf Fuerteventura und hatte dort meine erste Surfstunde. Es war richtig hart. Nach einer Stunde stand ich auf dem Board – aber der Wetsuit war kaputt. Die Nähte gerissen, zu eng, vorne und hinten nicht passend. Danach habe ich alles verändert und so lange daran gearbeitet, bis er perfekt war. Es macht keinen Sinn, etwas zu entwickeln, das man nicht selbst ausprobiert.

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Kersy lernte Surfen, um ihre Neos selber ausprobieren zu könnenFoto: Kersy StraussKersy lernte Surfen, um ihre Neos selber ausprobieren zu können

Du hast viel über die Form und Schnitt gesprochen. Was macht eure Neoprenanzüge funktional aus?

Sie sind super angenehm an- und auszuziehen, fühlen sich an wie eine zweite Haut. Wir haben hinten Taschen für Schlüssel, einen guten Knieschutz und hochwertige Zipper. Das Material ist wahnsinnig angenehm, ein bisschen Stretch ist auch dabei – ich liebe die Anzüge, weil man leicht rein- und rauskommt. Und qualitativ stehen unsere Anzüge einem 500-Euro-Modell in nichts nach. Dazu sind sie noch Zero Waste: Unsere Anzüge bestehen aus recycelten alten Wetsuits.

Ihr beschreibt eure Kollektion als „Strandgefühl zum Anziehen“. Was bedeutet das für dich?

Unser Credo ist „Beach please“. Wir sitzen hier mitten in Deutschland, der nächste Strand ist weit weg. Aber durch unsere Kleidung, Parfums und Sonnenschutz-Produkte bist du sofort am Strand. Egal ob Büro oder Alltag, du ziehst die Sachen an und fühlst dich besser. Du trägst ein Stück Sehnsuchtsort bei dir und bekommst gute Laune.

Was ist Dein persönliches Lieblingsstück?

Ganz klar der pinke Malibu-Wetsuit, mit dem Sonnenaufgang über Point Dume als Design. Er wird sogar in Malibu verkauft, dort haben wir unseren ersten Shop. Der Anzug passt perfekt dorthin, er ist ein bisschen Barbie-Wetsuit, ein Statement: Du kannst alles erreichen.

Wo kann man eure Produkte sonst kaufen oder anprobieren?

In erster Linie über unseren Online-Shop. Dazu haben wir immer wieder Pop-ups: auf der boot im Januar, zweimal im Jahr in Biebergemünd, auf der ISPO in München, beim Deutschen Windsurf Cup auf Sylt. Wenn man einmal seine Größe gefunden hat, passt jedes Modell. Darauf achten wir sehr. Unsere Zielgruppe ist vor allem online und auf Social Media aktiv.

Ihr bringt jetzt auch Sonnenschutzprodukte auf den Markt. Wie kam es dazu?

Das ist ein Herzensprojekt, die Produkte kommen im April. Ich bin letztes Jahr an Hautkrebs erkrankt und habe mich dadurch sehr intensiv mit Sonnenschutz auseinandergesetzt. Ich habe alles getestet, was es gibt – nichts war perfekt. Zu weiß, klebrig, unangenehm – eigentlich mag niemand Sonnencreme, aber es ist elementar wichtig, dass man sie trägt! Unsere Produkte sparen Zeit und sehen gut aus: ein BB-Stick mit SPF 50, Body Oil mit Glow-Effekt und SPF 30. Man spart sich eigentlich das Make-Up, das ist schon dabei. Sonnencreme muss Spaß machen! In Australien gibt es schon ein ganz gutes Sortiment, aber auch dort habe ich nicht das Ideale gefunden. Auch in Asien ist das schon lange ein Thema, aber bei uns denken immer noch viele, man kann bei 26 Grad Sonne immer noch ohne Sonnencreme raus. Ging mir früher auch so, aber besser nicht!

Nach einer Hautkrebs-Erkrankung entwickelte die Designerin eine Sonnenschutz-KollektionFoto: Kersy StraussNach einer Hautkrebs-Erkrankung entwickelte die Designerin eine Sonnenschutz-Kollektion

Sind die Produkte dann auch wassersporttauglich und reef-friendly?

Ja, alles. Wir verwenden nur natürliche Inhaltsstoffe, und die Produkte funktionieren einfach auch gut, zudem riechen sie wie unser Beach-Please-Parfum.

Designst du alles selbst?

Ich habe viele kreative Ideen, die ich mit meinem sechsköpfigen Team teile. Die Impulse kommen oft von mir, die Ausarbeitung und Umsetzung passiert aber immer gemeinsam. Als CEO und Gründerin gebe ich die kreative Richtung der Marke vor.

Wie bist du zum Modedesign gekommen?

Mein Mann ist Henning Strauss, CEO von Engelbert Strauss. Ich war über 20 Jahre dort, habe Workwear Couture für Frauen aufgebaut. Irgendwann haben wir gesagt: Jetzt machen wir etwas ganz Eigenes, Beach- & Resort-Wear unter dem Label Kersy, das ist mein Spitzname. Das war ein Schritt raus aus der Komfortzone.

Wo ist euer Fokus – beim Wassersport oder der „normalen“ Mode?

Im Herzen Wassersport und Beach. Aber unsere Community will auch Alltagskleidung: Kleider, Hosen, Röcke, Leggings, Accessoires. Auch wer kein Wasser mag, findet bei uns etwas.

Ein Blick in die Zukunft: Was plant ihr im Wassersport?

Wir entwickeln die Wetsuits ständig weiter, außerdem arbeiten wir an UV-Shirts, die sexy sind. Und ich entwickle jetzt einen Wetsuit, der gegen Hai-Bisse schützen soll. In Sydney gibt es erste Anbieter – bisher nur für Männer. Da steckt viel Potenzial drin, auch mit Materialien wie Kevlar, das kennen wir bei Strauss durch den Schnittschutz! Einiges davon kann man auch bei Wetsuits einsetzen, weil es eine gute Bewegungsfreiheit bietet!

Das klingt spannend, vielen Dank und viel Erfolg!


Verlosung: Gewinnt einen Wetsuit von Kersy Strauss!

surf/2025fs-shootday8-page12-01-d4764_90799db00254a6ad5419dbfbff06a402Foto: Kersy Strauss

Gemeinsam mit Kersy Strauss verlosen wir einen “Good Vibes”-Wetsuit - das Lieblingsmodell von Kersy! Der 2,5-mm-Anzug aus Limestone-Neopren kommt mit versiegelten Arm- und Beinmanschetten und Halsabdichtung, Kniepolsterung und komfortablem Reißverschluss auf der Vorderseite! Als Langarm-Anzug ist er für Wassertemperaturen von etwa 17 bis 20 Grad geeignet!

Mehr Infos unter kersystrauss.com


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