Ocean Film TourTosender Applaus für Dunkerbeck-Doku “Born to Windsurf”

Andreas Erbe

 · 07.03.2024

Die 10. Auflage der Ocean Film Tour feierte in der Hamburger Laeiszhalle Premiere.
Foto: Veranstalter
Die International Ocean Film Tour feiert ihre zehnte Ausgabe. Bei der Premiere der 2024er-Tour in der grandiosen Kulisse der alt-ehrwürdigen Laeisz-Halle in Hamburg feierten mehr als 1500 Gäste auch wieder einen Windsurffilm. Der spezielle Director’s Cut der Björn-Dunkerbeck-Doku Born to Windsurf bekam tosenden Applaus vom Premieren-Publikum.

Die International Ocean Film Tour geht in ihrer zehnten Auflage ins Jahr 2024. Allen Streaming-Trends und Covid-Einschränkungen zum Trotz schaffen es Jo Hellinger und sein Team Jahr für Jahr, eine faszinierende Mischung von Filmen für “Ocean Lover” auf die großen Kino-Leinwände zu bringen. So auch in diesem Jahr, und zur großen Freude aller Windsurfer, ist in diesem Jahr ein spezielle Version von “Born to Windsurf” dabei. Die Jagd von Björn Dunkerbeck nach der 100 km/h-Schallmauer auf dem Speedstrip steht im Mittelpunkt dieser aufwendig produzierten Doku. Produzent Gerald Salmina hat aus seiner fast eineinhalb Stunden langen Kinoversion ein action- und emotionsgeladene Edition für die Ocean Film Tour gemacht. Auf der riesigen Leinwand und mit dem opulenten Soundsystem riss der der Film die 1500 Premierenbesucher der Ocean Film Tour zu Begeisterungsstürmen hin. Björn und Gerald genossen auf der Bühne den langen und verdienten Applaus.

Vom Kino in die Klinik

Für Björn ging es übrigens fast direkt nach der Premiere in Hamburg in eine Spezialklinik in Bayern. Dort wird nun auch sein zweites Hüftgelenk erneuert, nachdem kurz vor seinem 50. Geburtstag bereits die linke Hüfte mit Erfolg operiert wurde. Trotzdem wird Björn die Langversion seiner Doku am 11. Mai auf dem Surf-Festival persönlich präsentieren.

Die weiteren Filme: Eisschwimmen, Meeresschutz und illegales Surfen auf Kuba

Ice Mermaid

Eine wohl den wenigsten von uns bekannte Sportart repräsentiert die Amerikanerin Melissa Kegler bei der Ocean Film Tour: Eisschwimmen! Ohne Neo und Wasser unter fünf Grad sind die Voraussetzungen für diese spezielle Wettkampfdisziplin. Nachdem Melissa Kegler aus Seattle ihre erste Eismeile in der Tasche hatte, bekommt sie auch schon Lust auf mehr. Statt einer Meile (ca. 1,6 Kilometer) will sie nun mehr als zwei Kilometer im eisigen Wasser schwimmen und damit einen neuen amerikanischen Rekord aufstellen. Schwimmen in unter fünf Grad kaltem Wasser, noch dazu ohne Neoprenanzug, ist eine extreme physische Belastung. Melissa trainiert seit Jahren für diese sportliche Herausforderung. Sie hat keinen stereotypisch-athletischen Körper, und gerade deswegen ist der Rekord für sie umso machbarer als für viele andere Sportler:innen – trotz aller Probleme die ihre Körperform auch mit sich bringt. Unser Film Ice Mermaid erzählt die Geschichte ihres Rekordversuchs. Jeder Windsurfer, dem nach dem Windsurfen im kalten Wasser die Hände schmerzhaft wieder auftauen, kann den Schmerz von Melissa bei den Bildern ihres unkontrolliert zitternden Körpers nach dem Rekordversuch ansatzweise nachvollziehen. Ice Mermaid und ihre Hauptdarstellerin wurden nach dem Film mit stehenden Ovationen gefeiert.

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BEVOR ICH MIT DEM SCHWIMMEN ANFING, BENUTZTE ICH MEINEN KÖRPER NICHT. ES DAUERTE VIELE JAHRE BIS MIR KLAR WURDE, DASS MEINE FIGUR GENAU RICHTIG IST, UM ZIELE ZU ERREICHEN, DIE MIR NOCH GAR NICHT BEWUSST WAREN." Melissa Kegler

The Return to Antarctica

Kapitän Peter Hammarstedt und sein Team von Sea Shepherd Global machen sich auf den Weg in die Antarktis, um auf die massenhafte Überfischung von Krill aufmerksam zu machen. Die nur wenige Zentimeter großen Krebstiere sind die Hauptnahrungsquelle von Walen, Pinguinen, Robben und Seevögeln. Durch ihre Ausscheidungen binden sie außerdem riesige Mengen an Kohlenstoffdioxid.
Im Moment gefährdet die industrielle Fischerei durch das massenhafte Abfischen von Krill das gesamte antarktische Ökosystem. Und das auch noch ganz legal. Daher wollen das Sea Shepherd Global Team rund um Peter Hammarstedt und seinen Kollegen Alistair Allan von der australischen Bob Brown-Foundation mit The return to Antarctica genau auf dieses Problem hinweisen und die industrielle Krillfischerei im Idealfall in die Schranken weisen.

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Older than trees

Haie und Rochen gibt es schon seit mehr als 400 Millionen Jahren. Einige Arten schwammen bereits durch die Ozeane, bevor es überhaupt Bäume auf der Erde gab. Doch diese uralten Arten sind in Gefahr. Der Meeresbiologe James Lea erforscht Haie erst seit 20 Jahren und hat während dieser kurzen Zeit schon einen gewaltigen Populationsrückgang erlebt. Die Tiere werden im großen Stil gejagt, ihre Bestände können sich nicht mehr erholen.
Doch wie können wir diese Entwicklung rückgängig machen? Das ist die Frage, die James Lea seit Jahren antreibt. Er will herausfinden, wie gesunde Ökosysteme funktionieren und welche Bereiche als marine Schutzzonen ausgewiesen werden sollten, damit die Tiere wieder in Frieden leben können und der Ozean im Gleichgewicht ist. Older than Trees erzählt von seiner Forschung und seinen Erfolgen bei der Einrichtung von Meeresschutzgebieten, sogenannten Hope Spots.

Havanna Libre

Wer in Kuba surft, muss neben den Wellen immer auch den Strand im Blick behalten. Denn Surfen ist in Kuba illegal. Normalität für Surfer:innen wie Frank und Yaya. Surfkultur findet hier nur hinter geschlossenen Türen statt, offizielle Wettkämpfe sind unmöglich. Ausgerechnet in Kuba, wo der Sport und vor allem olympische Disziplinen einen hohen Stellenwert genießen, wurde Surfen von staatlicher Seite nicht als Sportart anerkannt.
Havanna Libre begleitet Frank und Yaya ab 2016 über mehrere Jahre und gibt tiefe Einblicke in die illegale Subkultur der Surfer:innen in Kuba. Der Film zeigt, wie sich die beiden für die Legalisierung ihres Sports einsetzen, wie groß ihr Wunsch nach mehr Freiheit ist und mit welchen Schwierigkeiten die junge Generation dort zu kämpfen hat.

"SURFEN IST ETWAS WUNDERBARES UND DAFÜR LOHNT ES SICH ZU KÄMPFEN." Frank Gonzales Guerra

Begeistertes Premierenpublikum

Alle fünf Filme der 10. Internationale Ocean Film Tour wurden bei der Premiere vom Publikum frenetisch gefeiert. Dem Team um Jo Hellinger ist es wieder einmal gelungen, ein Programm zusammenzustellen, das nicht nur “Fachidioten” begeistert, sondern alle Menschen, die das Wasser und den Ozean lieben. Bis zum 15. Mai tourt das Film-Fest durch ganz Deutschland und Europa.


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Andreas Erbe

Redakteur surf

Andreas, 1962 in Osnabrück geboren, surft seit 1974 und lernte in einer der ersten Ostsee-Surfschulen Wenden und Halsen. Nach ersten Jahren am Dümmer See begann er 1988 als Tester und Redakteur beim surf-Magazin. Seit 2002 war er Chefredakteur und verantwortete die Inhalte des Magazins – dabei blieben die Spots an der dänischen Nord- und Ostseeküste seine Lieblingsreviere.

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