Johan Søe hat sich in den vergangenen zwei Jahren eine bemerkenswerte Bilanz erarbeitet. Der Däne gewann die letzten vier PWA-Events, an denen er teilnahm – jeweils zwei in den Jahren 2024 und 2025. Seine Dominanz zeigt sich nicht nur in den Siegen, sondern auch in der Art, wie er sie einfährt. In Japan 2024 gewann er alle vier Eliminations, 2025 entschied er 77 Prozent aller Eliminations für sich. Trotz dieser Erfolge konnte der 22-Jährige bisher keinen Weltmeistertitel gewinnen. Der Grund: Seine parallele Fokussierung auf die olympische iQFOiL-Klasse verhindert die Teilnahme an der kompletten PWA World Tour.
„Ich war super zufrieden damit, wie beide Events gelaufen sind", erklärt Søe zu seinen Siegen in Deutschland und Japan. „Es ist immer aufregend, zum ersten Mal in einer Saison gegen die anderen Jungs anzutreten." Besonders spannend sei die erste Saison mit dem Material seines neuen Sponsors Patrik gewesen. Der Wechsel des Sponsors erfolgte nach ausgiebigen Tests in Australien, wo Søe gemeinsam mit Patrik und Alex Cousin das Equipment ausprobierte. „Der Wechsel fühlte sich ziemlich einfach an", sagt der Däne. „Ich bin nach Australien gegangen, um das Patrik-Material zu testen, bevor ich den Vertrag unterschrieben habe, um sicherzustellen, dass ich damit performen kann." Die Entscheidung sei letztlich einfach gefallen, da er sich fast sofort gut auf dem Material gefühlt habe. Die Zeit beim Test mit dem Team habe ihm großen Spaß gemacht.
Søes Erfolgsgeheimnis liegt in akribischer Vorbereitung. „Ich denke, ich hatte eine wirklich gute Abstimmung bei meinem gesamten Equipment", erklärt er zu seiner Konstanz. Vor den Events investiere er viel Zeit, um alles einzustellen und zu verstehen, wie das Material funktioniert und wie man verschiedene Segel, Wings und Boards am besten kombiniert. Das gebe ihm viel Vertrauen für Wettkämpfe. Bei jedem Event versuche er zudem, einen kleinen zusätzlichen Vorteil gegenüber dem letzten zu finden. Sobald das Racing beginne, nehme er es Rennen für Rennen – und gehe natürlich immer auf den Sieg. Seine Routine zeigt sich auch darin, dass er stets als erster Fahrer aufs Wasser geht. „Ich folge gerne meinen eigenen Routinen und tue, was mich so vorbereitet wie möglich fühlen lässt", sagt Søe. Es gebe viele Dinge zu checken vor einem Renntag: welches Material zu nutzen sei, wie sich das Wasser anfühle, welches Setup am besten für die Bedingungen funktioniere und auch, dass er richtig aufgewärmt sei.
Die Doppelbelastung durch PWA World Tour und iQFOiL prägt Søes Karriere. „Über die letzten beiden Saisons war ich sehr motiviert für iQFOiL – und bin es immer noch", erklärt er. Das habe viel seiner Zeit mit Training und großen Events wie den Olympischen Spielen und der WM in Aarhus in Anspruch genommen. Leider habe das es unmöglich gemacht, an der kompletten PWA World Tour teilzunehmen. Auf die Frage nach seiner Motivation für Weltmeistertitel antwortet er: „Das ist definitiv etwas, worüber ich nachdenke. Aber ich glaube, es wird früher oder später passieren." Bisher sei ihm die Kombination beider Disziplinen wichtig gewesen. „Ich war bisher wirklich glücklich mit der Vielfalt beider Disziplinen", sagt Søe. Jede von ihnen gebe ihm etwas, das er in der anderen nutzen könne. Es sei auch wichtig gewesen, um motiviert zu bleiben und sich nicht zu langweilen, indem er sich nur auf eine Disziplin konzentriere.
Ich glaube, ich werde früher oder später Weltmeister.”
Søes Trainingspensum ist intensiv. „Es gibt nicht wirklich eine normale Woche für mich, da ich viel reise und oft aus meinen üblichen Routinen heraus bin", erklärt er. Dennoch versuche er, eine solide Basis mit physischem Training – Kraft und Ausdauer – etwa vier bis fünf Mal pro Woche im Durchschnitt zu halten. Daneben verbringe er während des größten Teils des Jahres viel Zeit auf dem Wasser. In intensiven Phasen könne er wochenlang zweimal täglich aufs Wasser gehen, während es in den Wintermonaten in Dänemark etwas entspannter zugehe. Für 2026 hat Søe klare Ziele: „Mein Traum wäre es, eine komplette PWA Foil World Tour neben meinem iQFOiL-Kalender möglich zu machen – und den Titel zu gewinnen." Zu den Regeländerungen für 2026 äußert er sich kritisch. Er sei mit den Regeln von 2025 ziemlich zufrieden gewesen. Generell denke er nicht, dass es gut sei, jedes Jahr Regeländerungen vorzunehmen. Die Reduzierung des größten Segels von 9,0 auf 8,0 Quadratmeter werde das Windlimit erhöhen, der seiner Meinung nach bereits zu hoch sei.