Wie macht der Mann das nur? Johan Søe fährt am dritten Tag des finalen Foil-Events der Saison in einer eigenen Klasse. ”The Beast” holte zwei Siege und springt damit an die Spitze des Rankings. Nicht alle Starts des Dänen waren perfekt, aber spätestens nach der ersten Halse fuhr Søe dem Rest des Feldes nach Belieben davon - der gefürchtete “Beast Mode”. “Es war ein großartiger Tag, könnte nicht besser sein! Ich bin im Einklang mit dem material, die Taktik stimmt auch”, analysierte er cool.
Los ging es früh morgens mit dem Finale der dritten Herren-Elimination, das gestern nicht mehr gefahren werden konnte. Auch heute pendelte der Wind immer an der unteren Grenze, mehrfach gab es längere Unterbrechungen. Zwischendurch drehte er gar um fast 180 Grad. Am Ende reichte es noch für eine vierte Wertung, mit der dann auch der erste Streicher ins Spiel kommt und das Ranking durcheinander würfelt. Johan Søe konnte seinen Patzer vom Auftakt streichen und führt mit einem lupenreinen Hattrick aus drei Siegen in Folge mit deutlichem Vorsprung.
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Während Søe auch im vierten Durchgang meistens als Erster über die Ziellinie ging - nur Jordy Vonk konnte sich einmal vor den Dänen schieben - richtete sich der Blick auch auf das WM-Duell zwischen Pierre Mortefon und Daniele Benedetti. Der Franzose holte zunächst Platz zwei, in der vierten Elimination gelang ihm aber nur ein fünfter Platz. Genau andersherum war es bei Benedetti, er schloss den Tag mit einem zweiten Platz ab, zuvor kam er als Vierter ins Ziel. Auch wenn Mortefon die Event-Führung an den überlegenen Johan Søe abgeben musste, ist er damit auf WM-Kurs. Benedettis Chancen sind weiter gesunken, er liegt derzeit nur auf Platz vier hinter Matteo Iachino.
Für eine besondere Geschichte sorgten die beiden NeilPryde-Fahrer Enrico Marotti und Bruno Martini: Während des Countdowns für das erste Viertelfinale brach Marotti der Mast. Als Bruno Martini dies sah, während er auf seinen eigenen Lauf wartete, fuhr er zu seinem Teamkollegen hinüber und bot ihm sein Segel an, damit er das Rennen bestreiten konnte. Er traf ihn dann an der Ziellinie, wo er das Segel zurücknahm und zum Start seines eigenen Rennens zurückkehrte. Letztendlich kamen Enrico und Bruno dank Brunos Hilfe beide in ihren Läufen weiter - happy end und großartige Fairness!
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Auf ein Happy End hofft auch Justine Lemeteyer, die nach einem verhaltenen Start gestern doch noch an die Spitze des Rankings fahren konnte. Doch heute erwischte die WM-Führende einen schwarzen Tag, im Finale der einzigen Damen-Elimination des Tages stürzte sie gleich bei zwei Halsen und schied aus. Auch wenn sie ihren zwölften Platz als Streicher nehmen konnte, rutscht sie damit auf Rang zwei hinter ihrer WM-Konkurrentin Marion Mortefon ab. “Das war kein guter Tag, ich habe blöde Fehler gemacht”, sagte sie anschließend. “Das gehört dazu, es war sehr emotional, ich bin schon ein bisschen nervös.”
Damit Mortefon noch eine Chance auf den WM-Titel hat, dürfte Lemeteyer maximal Vierte werden. Doch sie darf sich keinen Fehler mehr erlauben, denn ihr Streicher ist nach dem Patzer heute schon gesetzt. Mortefon hingegen ist mit ihrem Sieg bestens im Flow: “Es ist immer gut, eine 0,7 auf dem Zettel zu haben”, sagte die Französin nach ihrer zweiten gewonnenen Elimination. Hinter ihr landeten Tamar Steinberg und Lina Erzen.
Gut lief der Tag auch für die beiden deutschen Starter: Am Morgen fuhr Michele Becker im B-Finale auf Platz zwei, Nico Prien wurde dort Fünfter. In Elimination 4 fuhren beide bis ins große Finale, Becker konnte dabei sein Halbfinale vor großen Namen wie Mortefon, Iachino und Rutkowski sogar gewinnen. Auch im Finale lief es dann zunächst wunderbar - Platz eins hinter Johan Søe nach der ersten Halse - doch nach einem Sturz blieb dann nur Rang acht für Becker. “Ich habe etwas Gegenwind bekommen”, so Becker nach dem Heat. “Aber ich bin happy dass ich dabei war, der Speed hat gepasst, das hat in den letzten Rennen gefehlt!” Noch besser lief es für Nico Prien, er holte Platz sechs und klettert damit in der Event-Wertung auf den achten Platz.
Alles sieht danach aus, dass morgen der entscheidende Tag werden könnte: Die Vorhersage verspricht solide Renn-Bedingungen, während für den offiziell letzten Tag am Dienstag Flaute angekündigt ist. Spannend wird es auf jeden Fall, jeder Fehler kann die WM entscheiden!

Redakteur
Tobi verantwortet alles Digitale – von der surf-Webseite bis zu den Social-Media-Kanälen – und sorgt täglich für frischen Bild- und Videocontent. Seine Surf-Wurzeln reichen vom Münsterland über Ijsselmeer, Brouwersdam und Sylt bis nach Kiel und Heidkate. Heute lebt er seit über zehn Jahren in Hamburg als „Weekend Warrior“ und ist so oft wie möglich mit Campingbus und Familie unterwegs – bevorzugt an Ostsee, SPO, Dänemark sowie in Finnland, Schweden oder Sardinien.