Der vierte Wettkampftag des Playa Surf CBbC Hotel Tenerife El Médano Windsurf Grand Slam sollte eigentlich den Waveridsern gehören. Lange hoffte die Wettfahrtleitung auf akzeptable Bedingungen, doch der Wind spielte nicht mit. Also wurde am Nachmittag wieder auf Slalom X umgeschwenkt, für das größte Equipment reichten die Bedingungen aus. Allerdings stellte die Kombination aus Dünung und Chop in El Médano die Fahrer vor Herausforderungen und sorgte für teils überraschende Ergebnisse. Das richtige Timing der Halsen in Kombination mit der Dünung erwies sich als entscheidender Erfolgsfaktor. Mit Jordy Vonk, Pierre Mortefon und Nico Prien konnten sich drei verschiedene Athleten in den drei absolvierten Eliminations durchsetzen. Mortefon baute dennoch seinen Vorsprung in der Gesamtwertung aus und festigt seine Position im Kampf um die Titelverteidigung im Slalom X.
Pierre Mortefon unterlief im ersten Rennen des Tages ein seltener Fehler: Der Franzose stürzte in seiner letzten Halse im Finale und fiel von der zweiten auf die achte Position zurück, was ihn vorübergehend von Platz eins auf Rang drei in der Gesamtwertung zurückwarf. Der amtierende Weltmeister im Slalom X und Foil Slalom bewies jedoch seine Klasse und fand schnell zu seiner gewohnten Form zurück. In Elimination 3 sicherte er sich seinen zweiten Sieg in drei Rennen, bevor er den Tag mit einem soliden zweiten Platz in Elimination 4 abschloss. Mit diesen Ergebnissen konnte Mortefon einen komfortablen Vorsprung von 5,6 Punkten an der Spitze der Rangliste herausfahren, was ihm die volle Kontrolle im Kampf um den Weltmeistertitel verschafft.
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Für Nico Prien startete der Racing-Tag mit etwas Pech: Als er in Elimination 2 in Führung lag, musste das Rennen abgebrochen werden, da die letzte Boje abtrieb. “Das ist eine harte Pille zum Schlucken”, sagte er anschließend. Statt seinen ersten Sieg im Slalom zu feiern, ging es also zum Neustart. “Es hat in den Halsen nicht gepasst, es ist sehr choppy in dem leichten Wind.”
Nach einem sechsten Platz im Wiederholungslauf und dem gleichen Ergebnis in Elimination 3 gelang Prien schließlich doch noch der ersehnte Durchbruch. In Elimination 4 überholte er Mortefon in der zweiten Halse und sicherte sich seinen ersten Slalom-Sieg auf der World Tour, nachdem er bereits 2023 in Gran Canaria einen Foil-Lauf gewonnen hatte. “Ich bin so stoked, vor allem nachdem ich heute im ersten Durchgang schon mal fast gewonnen hätte”, freute er sich. “Ich hatte drei oder vier Jungs vor mir, hab dann innen gehalst. Ich wollte mal was anders machen, und es hat sich sofort ausgezahlt!” Damit kletterte Nico auf den sechsten Platz im Ranking!
Amado Vrieswijk musste wie Mortefon einen schwierigen Start in den Tag verkraften. In Elimination 2 verpasste er das Finale nach einem Sturz am Start, als er mit seinem Schothorn den Mast von Lohan Jules touchierte. Vrieswijk ging “über den Lenker” und landete auf dem zwölften Platz. Er zeigte jedoch eine beeindruckende Reaktion und erzielte mit einem zweiten und einem dritten Platz seine besten Ergebnisse des Events. “Ich hab den Speed, ich kann halsen, und jetzt hab ich es mal zusammenbekommen”, sagte er ins PWA-Mikro. Diese starke Leistung katapultierte den 29-Jährigen vom vierten auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung.
Jordy Vonk erlebte einen Tag mit gemischten Ergebnissen, konnte sich aber dennoch in der Gesamtwertung verbessern. Der Niederländer sicherte sich seinen ersten Sieg des Events in Elimination 2 und folgte mit einem vierten Platz in Elimination 3, wodurch er bis auf 1,3 Punkte an die Führung herankam. In Elimination 4 verpasste Vonk jedoch knapp den Einzug ins Finale, nachdem er nach der vorletzten Halse hängen blieb, was letztendlich dazu führte, dass er aus den Top 5 der Elimination rutschte. In der Gesamtwertung belegt er nun den dritten Rang.
Matteo Iachino startete das Event mit einem soliden zweiten Platz, konnte aber gestern nicht an seine gewohnte Dominanz anknüpfen. Der Italiener, der auf Fuerte nur einmal in zwölf Eliminations außerhalb der Top Vier landete, musste sich mit zwei fünften Plätzen und einem siebten Platz in den drei Läufen des Tages zufriedengeben. Als Mortefons engster Verfolger in der Weltmeisterschaft vor diesem Event steht Iachino nun vor einer großen Herausforderung, da er bereits 8,6 Punkte Rückstand auf den Franzosen hat. Dennoch bleibt er fest im Rennen um einen weiteren Event-Podiumsplatz.
Maciek Rutkowski begann den Tag mit einem weiteren dritten Platz und übernahm aufgrund der Ergebniskonstellationen kurzzeitig die Führung in der Gesamtwertung. Diese währte jedoch nicht lange, da der Pole beim Einfahren in die erste Halse im Finale von Elimination 3 stürzte, was am Ende nur Platz zehn bedeutete. Er beendete den Tag mit einem sechsten Platz und fiel in der Gesamtwertung vom dritten auf den fünften Rang zurück, punktgleich mit Iachino auf Platz vier.
Bruno Martini hatte eigentlich einen hervorragenden Tag mit einem zweiten und einem dritten Platz - bis es in Elimination 4 ging. Als er das erste Halbfinale anführte, stürzte Martini in der ersten Halse und verpasste erstmals auf Teneriffa das Finale. Obwohl er dieses Ergebnis derzeit als Streicher nimmt, wird er den verpassten Chancen nachtrauern, da er mit einem ähnlichen Resultat fest im Rennen um das Podium gewesen wäre. Martini hat noch immer Chancen auf einen Podiumsplatz, kann sich aber keine weiteren Ausrutscher mehr leisten.
Lohan Jules sorgte für eine positive Überraschung und kletterte vom 13. auf den 10. Platz in der Gesamtwertung. Für den 23-jährigen Franzosen wäre sogar noch mehr möglich gewesen, wäre er nicht im ersten Halbfinale von Elimination 4 in Führung liegend zur falschen Boje gefahren. Die Top Ten werden komplettiert durch Taty Frans auf Platz 8 und Ingmar Daldorf auf Rang 9. Für Dienstag sieht die Vorhersage etwas leichtere Windbedingungen vor – 17-19 Knoten am Nachmittag im Vergleich zu 18-21 Knoten am Vortag – dennoch bestehen gute Chancen auf weitere Wettkämpfe.
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