SURF Redaktion
· 11.08.2025
Der letzte Tag des Playa Surf CBbC Hotel Tenerife El Médano Windsurf Grand Slam 2025 brachte keine Veränderungen mehr in den Ergebnislisten. Wie befürchtet konnten bei schwachem Wind keine weiteren Wettbewerbe ausgetragen werden, sodass die Resultate der Wave Single Eliminations ibei den Damen und Herren Bestand haben. Sarah-Quita Offringa und Marc Paré dürfen sich damit offiziell als Sieger des Events feiern lassen. Für die 34-jährige Offringa bedeutet der Erfolg eine Premiere iauf Teneriffa, während Paré seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen konnte. Die Ergebnisse haben zudem wichtige Auswirkungen auf die Gesamtwertung der World Tour, wo Offringa ihre Führung ausbauen konnte und Paré in der Weltmeisterschaftswertung aufschließt.
Teneriffa war bislang einer der wenigen Orte, an denen Sarah-Quita Offringa noch keinen Sieg feiern konnte. Im Vorjahr verpasste die 27-fache Weltmeisterin sogar das Podium – ein äußerst seltenes Ereignis in ihrer Karriere. Doch die Athletin aus Aruba bewies einmal mehr ihre Anpassungsfähigkeit und fand diesmal die richtige Strategie für die Bedingungen vor Ort. Mit ihrem Sieg baut die 34-Jährige ihren Vorsprung in der Gesamtwertung weiter aus und macht einen wichtigen Schritt in Richtung ihres fünften aufeinanderfolgenden Wave-Weltmeistertitels. In der Gesamtwertung liegt sie nun 1500 Punkte vor ihrer ersten Verfolgerin Alexia Kiefer Quintana.
Die 20-jährige Kiefer Quintana setzte ihre beeindruckende Serie fort und stand zum siebten Mal in Folge auf dem Podium. Im Finale zeigte sie einige der besten Turns des Events, konnte jedoch keinen ihrer beiden Backloop-Versuche erfolgreich landen, was letztlich den Ausschlag zugunsten von Offringa gab. Mit dem zweiten Platz festigt Kiefer Quintana ihre Position als erste Verfolgerin in der Gesamtwertung. Die erst 15-jährige Sol Degrieck zeigte eine enorme Leistungssteigerung im Vergleich zum Vorjahr. Während sie 2024 noch den neunten Platz belegte, fuhr sie diesmal bis ins Finale und sicherte sich den dritten Platz auf dem Podium. Die junge Belgierin etabliert sich zunehmend in der Weltspitze des Waveridings - sie dürfte in den nächsten Jahren eine entscheidende Rolle spielen.
Für Line Bang Wittrup wird dieser Wettkampf unvergesslich bleiben. Die 22-jährige Dänin qualifizierte sich erstmals für ein Finale auf der World Tour und beeindruckte besonders mit ihrem Wellenreiten. In der Runde der letzten 16 erzielte sie mit 7 Punkten die zweithöchste Wellenwertung des gesamten Events. Am Ende belegte Wittrup mit dem vierten Platz ihr bestes Karriereergebnis. Die Plätze fünf teilen sich Pauline Katz und Justyna Sniady, die beide nur knapp – mit weniger als einem halben Punkt Rückstand – den Einzug ins Finale verpassten.
Marc Paré startete als Titelverteidiger in den Wettbewerb und verließ Teneriffa erneut als Champion. Während der Event im Vorjahr als 4-Sterne-Veranstaltung ausgetragen wurde und einige Top-Namen fehlten, hatte der diesjährige 5-Sterne-Event ein deutlich stärkeres Teilnehmerfeld. Umso wertvoller ist Parés erfolgreiche Titelverteidigung einzuschätzen. Im Finale landete der Spanier trotz der leichten Windbedingungen einen spektakulären Double Forward, der mit 8,27 Punkten die höchste Sprungwertung des gesamten Wettbewerbs erhielt. Zudem verzeichnete er die dritthöchste Wellenwertung des Contests. Parés akribische Vorbereitung vor und während des Events zahlte sich aus – er zieht in der WM-Wertung mit Marcilio Browne gleich, beide liegen nun bei 25.385 Punkten.
Victor Fernandez hat auf Teneriffa eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen. Der Spanier gewann hier bereits dreimal (2015, 2016 und 2018) und stand seit 2012 bei jeder Austragung auf dem Podium. Diese Serie setzte er mit einem hervorragenden zweiten Platz fort und bewies einmal mehr, warum er auf dieser Insel so erfolgreich ist. In der Gesamtwertung belegt Fernandez aktuell den vierten Rang.
Marino Gil Gherardi verbesserte sein Vorjahresergebnis um einen Platz und sicherte sich als Dritter seinen ersten Podiumsplatz auf Teneriffa. Der 22-jährige fand zuverlässig die richtigen Rampen, um konstant Double Forwards zu landen, und erzielte zwei der drei höchsten Sprungwertungen des Events. Gil ist der einzige Fahrer, der bei beiden Kanaren-Events auf dem Podium stand.
Der amtierende Weltmeister Marcilio Browne kämpfte sich erfolgreich ins Finale, fand jedoch nicht die benötigte Rampe für einen Double Forward, der für eine Podiumsplatzierung nötig gewesen wäre. Der Brasilianer beendet den Wettbewerb auf dem vierten Platz. Philip Köster startete stark in den Event und setzte am sechsten Tag die zwei höchsten Wertungen des Wettbewerbs. Der fünfmalige Weltmeister schied jedoch im Halbfinale aus und teilt sich den fünften Platz mit Antoine Martin, für den dies das beste Ergebnis seiner Karriere in Tenerife darstellt.
In den Nachwuchskategorien setzten sich bei den Mädchen in der U21-Klasse Alexia Kiefer Quintana vor Maria Morales und Lisa Wermeister durch. In der U18-Kategorie siegte Sol Degrieck vor Lizzlotte Schilling Andrew und Trine Gobisch. Bei den Jungen gewann in der U18-Klasse Javi Escribano vor Bjørn Olesen und Ryoma Sugi. In der U15-Kategorie setzte sich Vasily Zakharko gegen Ramon Barutell und Anton Gobisch durch.
Bereits gestern stand fest, dass Pierre Mortefon den Slalom X auf Teneriffa gewonnen hat und damit zum zweiten Mal in Folge Weltmeister ist. Nach vier Eliminations Anfang der Woche hatte es am Samstag nur noch ein Fun-Race gegeben, ein offizieller Lauf war kurz nach dem Start angebrochen worden. Das sorgte für Unmut in den Reihen der Slalom X-Fahrer. Einige posteten bei Instagram lange Statements, in denen sie die Wettfahrtleitung kritisierten. “Es gab keine weiteren Rennen, obwohl wir auf dem Wasser waren und bewiesen und gezeigt haben, dass die Bedingungen geeignet sind. Danach ein ‘Spaßrennen’ unter perfekten Bedingungen. Keine Ahnung, warum wir kein offizielles Rennen fahren konnten. Sprachlos”, schrieb beispielsweise Nico Prien. “Was es besonders schwer zu verdauen macht, ist, dass wir ein ganzes Jahr warten müssen, um wieder in einer so starken Flotte auf der Finne zusammenzukommen. Es gibt einfach keinen Raum, um auf der Dynamik aufzubauen.”
Ähnlich sah es Maciek Rutkowski: “Ich kann einfach nicht anders, als von der Wettkampfleitung hier auf Teneriffa enttäuscht zu sein. Ich wollte das Thema eigentlich nicht ansprechen, aber nachdem mich einer der PWA-Judges darauf angesprochen hat, dass es respektlos sei, auf dem Kurs zu surfen, während wir wegen Windmangels auf Stand-by waren, kann ich es nicht mehr für mich behalten”, schrieb der Pole bei Instagram. “Wir sind an acht windigen Tagen insgesamt 3,5 Stunden gefahren. An acht windigen Tagen haben wir insgesamt 16 Läufe absolviert. Die Skippers-Meetings fanden meistens um 12 Uhr statt. Wenn es nicht fürs Wavriding reichte, war der Kurs nicht bereit – wir saßen einfach am Strand und warteten auf bessere Bedingungen für die Wellen. Und der letzte Tag war das Tüpfelchen auf dem i, als wir statt eines offiziellen Rennens um die Podiumsplatzierungen ein ‘Spaßrennen’ bei den wahrscheinlich besten Bedingungen der ganzen Woche fuhren.”
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