Am vorletzten Tag des PWA World Cups auf Teneriffa konnte die Double Elimination der Männer und der Frauen beendet werden. El Cabezo hat den Teilnehmern in den letzten sechs Tagen einen soliden Allround-Test mit einer großen Vielfalt an Bedingungen geboten. Trotz einiger hervorragender Comebacks konnte letztlich niemand die Champions der Single Elimination - Lina Erpenstein und Marc Paré - daran hindern, die obersten Plätze auf dem prestigeträchtigen Event-Podium von Teneriffa zu erklimmen.
Lina Erpenstein steht schon seit langem an der Schwelle zu einer der besten Wave-Windsurferinnen der Welt, aber vor dieser Saison hatte sie noch nicht wirklich die Resultate in der Tasche, um dies zu untermauern. Das änderte sich jedoch im April dieses Jahres, als sie ihr erstes Event auf der World Tour in Chile gewann, und jetzt, nur ein paar Monate später, hat sie ihre Führung mit einem grandiosen Sieg hier auf Teneriffa weiter ausgebaut. Die Deutsche musste ihren Sieg aus der Single Elimination gegen keine Geringere als Iballa Moreno verteidigen, aber sie schien den Moment zu genießen, in dem sie direkt zu Beginn des Heats mehrere satte Rail Turns hinlegte, um die Kontrolle über das Finale zu übernehmen.
Ihr Coach Dieter van der Eyken stand am Ufer und gab Signal, ob sie an ihrer Wellenwertung oder am Sprung arbeiten soll. Als er einen Sprung anzeigte, holte Lina zum Ende des Heats noch einmal aus und fand die perfekte Backloop-Rampe, um ihren ersten Platz mehr als solide zu verteidigen und den World Cup auf Teneriffa zu gewinnen.
Iballa Moreno feierte mit einer Kombination aus radikalen einfüßigen Vorwärtsloops und ihrem Markenzeichen, dem mühelosen Wellenabreiten ein großartigen Comeback, nachdem sie in der Single Elimination den vierten Platz belegt hatte. Sie konnte in der Double zunächst das Comeback von Pauline Katz stoppen, dann besiegte sie die amtierende Weltmeisterin Sarah-Quita Offringa, bevor sie auch Alexia Kiefer Quintana bezwang, um sich einen Platz unter den ersten beiden in ihrem ersten Event der Saison zu sichern.
Marc Paré gab zu, dass er ziemlich nervös war, während er die gesamte Double Elimination bis zum Finale abwarten musste. Die Art und Weise, wie der 26-Jährige das Finale gegen seinen guten Freund Victor Fernandez dann begann, ließ jedoch Zweifel aufkommen, ob er überhaupt nervös war, denn er drehte auf dem ersten Schlag direkt durch einen fast perfekten Double Forward – 7,78 Punkte – mit einem 5,3er Segel und 99 Liter Brett. Damit gab er sofort den Ton an. Wie bereits erwähnt, ist Paré nach seiner biestigen Fußverletzung Anfang des Jahres gerade erst wieder voll fit geworden, aber das merkt man ihm angesichts seines Gesamtniveaus auf dem Wasser nicht mehr an, denn er erzielte auch zwei solide Scores auf der Welle, um den höchsten Heat-Score des Tages zu erzielen – 18,41 Punkte – damit holte er sich einen völlig verdienten ersten Sieg auf der World Tour, der sich angesichts seines turbulenten Jahres umso besonderer anfühlen muss.
Victor Fernandez konnte sich in der Double Elimination einen Platz nach vorne arbeiten, nachdem er sich in einem unglaublich engen Heat gegen Julian Salmonn durchgesetzt hat. In der Tat war es so knapp, dass in den letzten Sekunden des Laufs nur 0,08 Punkte zwischen den beiden Fahrern lagen, die Salmonn führen ließen. Doch Fernandez schlug mit dem Abpfiff des Heats mit einer 5,38-Punkte-Welle zu, und entschied damit das “Unentschieden” zu seinen Gunsten und zog ins Finale ein. Der ehemalige dreifache Weltmeister konnte dann zwar keinen Killerschlag gegen Paré landen, aber er bleibt im Rennen um einen möglichen vierten Weltmeistertitel.
Julian Salmonn konnte seinen zweiten Platz aus der Single somit nicht ganz halten, aber er hat seinen ersten Podiumsplatz von Pozo (Platz zwei) mit einem weiteren bei seinem Heim-Event ergänzt. Der Deutsche konnte zwar nicht ganz die gewaltigen Wellenritte inklusive Air Takas zeigen, die er in der ersten Runde zeigte – vielleicht lag es an der höheren Flut, dass die Welle in El Cabezo nicht ganz die gleiche Projektion bot – aber der dritte Platz ist dennoch ein solides Ergebnis für den 26-Jährigen.
Von den bestplatzierten Fahrern in der Gesamtwertung der World Tour profitierte Marino Gil am meisten von der Double Elimination hier auf Teneriffa. Der Spanier kletterte vom neunten auf den vierten Platz, nachdem er sechs Heats in Folge gewinnen konnte.
Da nun in allen Kategorien solide Ergebnisse erzielt wurden und die Vorhersage für den heutigen, letzten Tag des Events alles andere als gut aussieht, wird es in diesem Jahr keine weiteren Wettkämpfe beim PWA World Cup auf Teneriffa geben. Die offizielle Preisverleihung findet um 12:30 Uhr statt.
1. Marc Paré
2. Victor Fernandez
3. Julian Salmonn
4. Marino Gil
5. Liam Dunkerbeck
6. Ricardo Campello
7. Takuma Sugi
8. Tobias Bjørnaa
9. Antoine Albert
9. Dieter Van der Eyken
1. Lina Erpenstein
2. Iballa Moreno
3. Alexia Kiefer Quintana
4. Sarah-Quita Offringa
5. Pauline Katz
6. Maria Morales
1. Liam Dunkerbeck
2. Hayata Ishii
3. Tobias Bjørnaa
4. Anton Richter
5. Lennart Neubauer
5. Gregory Stathopoulos
1st Sol Degrieck (BEL | Severne / Severne Sails)
2nd Lizzlote Schilling (ESP | Goya Windsurfing / Severne Sails)
3rd Annagiulia Piccaglia (ESP | Goya Windsurfing)
4th Trine Gobisch (GER | Duotone Windsurfing)
1. Carlos Kiefer Quintana
2. Ryu Noguchi
3. Leon Maethner
4. Javier Escribano
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