PWA Worldcup FuerteventuraNeubauer siegt in historischem Freestyle-Finale - Balz Müller auf Platz drei

SURF

 · 20.07.2026

Die besten Bilder von Tag 3 beim PWA Worldcup Fuerteventura
Foto: Carter/PWA
Lennart Neubauer setzte sich beim PWA Grand Slam in Sotavento gegen Yentel Caers in einem der besten Finals der Freestyle-Geschichte durch. Die beiden Top-Favoriten lieferten sich einen spektakulären Schlagabtausch bei perfekten Bedingungen mit Wellen und Wind. Balz Müller sicherte sich mit einem Double Air Kono sein erstes Podium auf der World Tour.

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Der dritte Wettkampftag beim PWA Grand Slam 2026 in Sotavento brachte Freestyle-Windsurfen auf ein neues Level. Eine über Nacht aufgelaufene Dünung verwandelte den Spot in perfekte Wettkampfbedingungen mit sauberen Kickern auf dem Weg nach draußen und glattem Wasser zwischen den Wellen. Der Tag gipfelte in einem der höchstbewertetsten Finals der Tour-Geschichte. Lennart Neubauer sicherte sich den Sieg vor Yentel Caers, während Balz Müller mit seinem ersten World-Tour-Podium für eine Überraschung sorgte.

Yentel Caers bereitete den Weg für das Finale mit einer Standout-Performance im Halbfinale der Double Elimination gegen Balz Müller. Der Belgier zeigte sein komplettes Repertoire von Shifty Shakas über Double Air Culos bis hin zu einem Double Forward – ein Manöver, das er nach eigenen Angaben seit etwa einem Jahr nicht mehr versucht hatte. Mit 44,02 Punkten stellte Caers seine bis dahin höchste Heat-Punktzahl des Events auf und qualifizierte sich für das Duell mit dem Sieger der Sigle Elimination, Lennart Neubauer. Die Bedingungen erlaubten den Athleten, Tricks zu landen, die unter normalen Umständen kaum möglich gewesen wären.

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​Historisches Finale mit Rekordpunktzahlen

Das Finale zwischen Neubauer und Caers erreichte eine Dimension, die auf der Freestyle World Tour bisher nicht gesehen wurde. Beide übertrafen ihre vorherigen Bestleistungen und stellten mit 46,59 Punkten für Neubauer und 45,88 Punkten für Caers die beiden höchsten Heat-Scores des gesamten Events auf. Caers explodierte regelrecht mit dem Startschuss und erreichte innerhalb der ersten drei Minuten bereits 44,43 Punkte. Der Belgier war der einzige Fahrer im gesamten Contest, der Double Air Culos landete – und das mehrfach. Sein Repertoire umfasste zudem Double Forwards, Shifty Shakas und einen Spock into Double Culo. Die Atmosphäre am Strand war elektrisierend, während die weltbesten Freestyler sich gegenseitig zu Höchstleistungen antrieben.

Gegen die meisten anderen Fahrer weltweit hätte Caers mit seiner Performance bereits nach drei Minuten gewonnen. Doch Neubauer bewies, warum er als einer der komplettesten Freestyler der Tour gilt. Der Weltmeister von 2024 startete mit einem Double Culo, bevor er mit eigenen Shifty- und Shifty-Shaka-Varianten konterte. Sein entscheidendes Manöver kam spät im Heat: Ein durchgeglittener Spock Double Culo brachte ihm 8,14 Punkte und sicherte den Sieg. Die technische Schwierigkeit dieses Tricks liegt darin, während der gesamten Rotation Geschwindigkeit zu halten – ein Detail, das den Unterschied zwischen einer sauberen Landung und einem Sturz ausmacht. Neubauer demonstrierte damit nicht nur technisches Können, sondern auch die mentale Stärke, unter extremem Druck zu performen.

Müller durchbricht die Podiumsbarriere

Balz Müller hatte am Vortag offen über den Druck gesprochen, der seine Performance in den späten Turnierphasen oft beeinträchtigte. Dieses Mal zeigte der 32-Jährige jedoch eine andere Seite. Im Kampf um Platz drei gegen Jacopo Testa lieferte Müller eine souveräne Vorstellung ab und beendete Testas bemerkenswerte Aufholjagd. Der Italiener hatte zuvor vier Heats in Folge gewonnen, um sich zurück auf den vierten Platz zu kämpfen. Müllers Sieg bedeutete sein erstes Podium auf der World Tour – ein Erfolg, auf den er aufgrund seines Talents und seiner Kreativität längst hätte hoffen dürfen.

Müller ruht sich nicht auf Erfolgen aus und sucht ständig nach neuen Möglichkeiten. Im Heat gegen seinen guten Freund Caers landete er den ersten Double Air Kono in einem Contest überhaupt. Diese Premiere unterstreicht Müllers Ansatz: Während die meisten Athleten in Heats auf bewährte Tricks setzen, die sie mit hoher Wahrscheinlichkeit landen können, geht Müller bewusst Risiken ein und verschiebt Grenzen. Müller verfügt über einen der kreativsten Köpfe im Sport und setzt seine Ideen auch um. Nach seinem Podiumserfolg kommentierte er selbst: „What a time to be alive."

Jacopo Testa zeigte mit vier Siegen in Folge in der Double Elimination eine beeindruckende Comeback-Leistung und sicherte sich den vierten Platz. Sam Esteve gewann ebenfalls vier aufeinanderfolgende Heats, bevor er gegen Testa verlor und auf Platz sechs landete. George Grisley erreichte mit einem gemeinsamen neunten Platz seine erste Top-Ten-Platzierung auf der World Tour.

Ausblick auf die Damen-Entscheidung

Die Damen-Double-Elimination begann ebenfalls, konnte aber noch nicht abgeschlossen werden. Helena Lale trifft im ersten Heat auf Sandra Schill. Die Veranstalter erwarten für den Folgetag weiterhin viel Wind und Wellen, sodass die Bedingungen für die Entscheidung bei den Frauen ähnlich gut sein sollten.

Alle Heats und Ergebnisse unter pwaworldtour.com

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