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“Die Dinger würden in jedem surf-Test glatt durchfallen!”, so der erste Eindruck der legendären Speed-Needle von Pascal Maka. Uli Stanciu, surf-Gründer und damals Chefredakteur, darf das Original-Equipment fahren, mit dem Maka kurz zuvor den Weltrekord von fast 72 km/h aufgestellt hatte. Das Brettchen hat nur 50 Liter Volumen und ist voll auf Maka ausgelegt - auch die Schlaufen, bei denen Stanciu Mühe hat, seine Füße hineinzufädeln. Doch einmal drin und auf Raumschotkurs abgefallen, wird die Faszination Speed mit jeder Faser spürbar. Rigg, Board und Fahrer in Harmonie, und alles drumherum verschwimmt, das Auge kann keine Details am Strand mehr erfassen, so sschnell geht alles. “Ich erinnere mich an ein Interview mit Pascal Maka, in dem er sagte, daß man seine Geschwindigkeit sehr genau spüren könne”, schreibt Stanciu. “Jetzt weiß ich, was er meint!” Die Fazination ist so groß, dass er einfach weiterfährt, deutlich über das Ende des 500-Meter-Strips hinaus. Doch als an der nächsten Sandbank ein Mini-Swell zu sehen ist, muss doch gehalst werden - mit Vollspeed in 50 cm tiefem Wasser einzuspitzeln, ist einfach keine reizvolle Alternative. Die Halse ist easy, doch draußen säuft das Brett ab, und mit ihm das Rigg. “This sail was not designed for waterstarts” hatte der Segelmacher gesagt - er hatte natürlich recht. Eine ausgiebige Schwimmeinlage und mühevolles Höhelaufen später geht es direkt wieder auf den Speed-Strip. Und wieder, und wieder, und wieder... Das Maka-Board muss sich später im Test noch gegen Serien-Speedbretter behaupten - die erstaunlich gut mithalten können!
Die wichtigste Frage wird gleich zu Anfang geklärt: Ja, Robby heißt wirklich so, sein Spitzname ist keine Aneignung von Robby Naish, sondern kommt naheliegend vom offiziellen Namen “Robert”. Aber in der Windsurf-Szene ist ein Robby natürlich gut für Aufmerksamkeit, und Robby Seeger fährt Ende der Achtziger immer mehr ins Rampenlicht. Der Mann aus Preetz ist nach dem Realschulabschluss (”Früher war ich auf dem Gymnasium, aber als ich dann die meiste Zeit auf dem Wasser zubrachte, ging’s bergab.”) ins Fanatic-Team aufgestiegen und auf dem Sprung zu einer großen Profi-Karriere. Beim ersten Hawaii-Trip hat er noch vor lauter Ehrfurcht das Rigg losgelassen und Namensvetter Naish damit abgeräumt, doch dann kam schnell der Realitäts-Check: “Natürlich sticht ein Mark Angulo aus den anderen heraus, aber sowas findet man bei uns in Heidkate ja auch”, so Robby. Das Ziel: Durchstarten, möglichst viele Bilder in Magazine bekommen und viele Regatten fahren, um Erfahrung zu sammeln. Von seinem Sponsor fühlt er sich dabei etwas alleine gelassen: “Die fördern mich nicht richtig”, sagt er, “ich wollte immer ein Teamtraining machen, aber dazu war nie Zeit.”
“Süße Sinkermaus, 22, blond und schlank, sucht nicht alltäglichen Surffreak für gemeinsame Frontloops und andere Manöver”, so lautete eine Annonce im Kontaktanzeigen-Teil des surf Magazins (ja, sowas gab es mal!). Dahinter steckte jedoch ein Lockvogel der surf-Redaktion. Die Reaktionen waren beachtlich, “offenbar herrscht ein riesiger Bedarf an Sinkermäusen”, wie Autorin Karin Stanner feststellte. Die Freundin, die volles Verständnis für das kosten- und zeitintensive Hobby hat und den tapferen Recken dabei unterstützt, ist für viele ein (feuchter) Traum, “der freie ‘Markt’ gibt da nicht viel her”. Die Kandidaten, die die Autorin im echten Leben in einem Schwabinger Café trifft (Erkennungszeichen: surf-Heft!), sind aber nur kurz irritiert, dass die Sinkermaus rein berufliche Interessen hatte. Einer erzählt seine Leidensgeschichte mit Windsurf-kritischen Freundinnen, ein Neu-Münchener sucht einfach Anschluss, und alle beteuern, das Ganze “eigentlich gar nicht nötig” zu haben.
Heute kennt jeder Surfer Europas Klitmøller, das kleine Dörfchen im Norden Dänemarks, das sich mitsamt seiner Umgebung als “Cold Hawaii” (der Legende nach ein Zitat von Josh Stone) offensiv vermarktet. Das war nicht immer so: “Wir sammeln Geld für euch, damit ihr nicht über Klitmøller berichtet”, boten die Locals dem surf-Autor bei dessen Besuch an. “Sorry, dass wir das Geheimnis lüften. Klitmøller ist einfach zu gut, um es den surf-Lesern vorzuenthalten”, schreibt Andreas Tholund in seiner Einleitung. Die Reize des Spots sind inzwischen hinlänglich bekannt, spannend vor allem die Entwicklung des Ortes: Kein Hummerhuset, aber natürlich die kleinen Fischerhütten, und statt Sieben-Meter-Hymers mit Vollausstattung stehen VW T2, T3 und Kombis am Parkplatz vor dem Surfshop. “Die Parkplätze am Strand sind unumstritten der lebendigste Platz im verschlafenen Fischerdorf”, heißt es treffend. Das Fazit: “Wer einmal einen guten Tag in Klitmøller erlebt hat, nimmt die weiter Anreise immer wieder gern in Kauf!”
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