RückspiegelDas waren die Highlights in surf 04/1997

Tobias Frauen

 · 28.02.2026

Surf-Legende Dave Kalama hebt auf dem surf-Cover im April 1997 ab, fotografiert von Jerome Houyvet.
Foto: surf Archiv
Robby Naish hat Fragen der surf-Leser beantwortet, der Test-Fotograf wurde gewürdigt und die Faszination Sonnenuntergang beleuchtet. Was sonst noch los war im April 1997, könnt ihr beim Stöbern durchs Heft entdecken!

Der surf-Test ist seit jeher knallhart, objektiv und ein zentraler Baustein des Magazins. Neben Noten und Fahreindrücken, die dabei naturgemäß im Fokus stehen, tragen aber auch die Bilder maßgeblich zum Gesamteindruck des Testes (und auch der Produkte) bei. Deswegen wird früher genau wie heute viel Wert auf die Test-Fotos gelegt. Der damalige Chefredakteur Gerd Kloos würdigt deswegen in seinem Editorial einen Test-Fotografen, der den Look über viele Jahre prägte: Heinz Endler ließ sich alleine für den 1997er Test auf fahrenden Lastwagen festschnallen, stellte einen Haufen Statisten mit Rum so lange ruhig, bis das gewünschte Bild im Kasten war, und ließ zehn Hühnchen als Requisite grillen und anschließend an Passanten verteilen. Heute sind die Motive für Titelbilder oftmals etws näher am Windsurfen, aber nicht weniger aufwendig: Bei jedem Test stehen lange Fotosessions aus dem Wasser, von Land, mit der Drohne oder von einem Gerüst auf dem Plan.

Leser fragen Robby Naish

“It can’t be roses and Weißbier all the time!” antwortet Robby Naish auf die Frage, warum er sich immer noch das kalte Wasser beim Worldcup auf Sylt antut. Die surf-Leser konnten ihre Fragen an die Legende einreichen und Robby lieferte Antworten. Zum Beispiel, ob man eines seiner Board kaufen könne (ja, wenn man nach Hawaii kommt), ob er noch den Van aus “RIP” fährt (nein, an Ant Baker verkauft), ob auch er manchmal an Moves verzweifelt (ja, etwa am Doppelloop und der Landung beim Goiter) und was er als PWA-Manager anders machen würde (viel). Spannend ist unter anderem die Geschichte, wie der heutige Multimillionär seine erste Ausrüstung finanziert hat: Mit Babysitting, dem Verkauf von bemalten T-Shirt, dem Erlös aus dem Verkauf eines geschenkten Hobie-Cats und einer aufgelösten Lebensversicherung. Und am Ende stellt Robby noch klar, dass trotz der vielen Party-Geschichten die meisten Worldcupper echte Profis seien: “Das Problem ist, dass die Surfmedien gerade die, die am lautesten schreien und durch ihre Partygewohnheiten auffallen, glorifizieren!” Die Mehrzahl seien echte Profi-Sportler, die entsprechend leben würden, betont Robby. Übrigens: Eine ähnliche Frage-Antwort-Aktion gab es vor Kurzem anlässlich Robbys 60. Geburtstag noch einmal: King Robby wird 60: Karriere, Erfolge, Rückschläge – Robby Naish antwortet ehrlich wie nie

Meistgelesene Artikel

1

2

3

Faszination Sonnenuntergang

Sonnenuntergänge sind immer wieder faszinierend, wenn man sie live miterlebt. Im besonderen, orange schimmernden letzten Licht des Tages selber auf dem Wasser zu sein, ist dabei die Krönung für jeden Windsurfer. Und es hat sogar praktische Vorteile, wie surf in einer Art Essay aufzeigt: Der Spot ist leer, die Nachmittagssurfer sind ausgelaugt, der Wind eventuell sogar etwas besser. Doch während man in Nordeuropa ganze Regatten im Sonnenuntergang durchziehen kann, ist das Vergnügen in der Karibik nur kurz. Und wenn es dann plötzlich dunkel wird, lässt sich der Strand kaum noch erkennen, dafür kommen möglicherweise andere, hungrige Locals an die Oberfläche... Begleitet wird die Schwärmerei von kunstvoll-verwischten Bildern einer Hookipa-Session im Sonnenuntergang von Jason Polakow.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

​​Das gesamte Heft gibt es oben in der Galerie zum Durchklicken!

Und sonst so?

  • Euböa verspricht schon vom Namen her viel Wind, das bestätigt sich bei der Reise auf die griechische Insel. Selbst für offizielle Messgeräte und handelsübliche Windskraftanlagen weht es zu doll, wie die Locals erzählen.
  • Windsurfen ist bei Jugendlichen die Traum-Sportart Nummer 1, wie eine Umfrage ergibt. 22 Prozent möchten gerne Windsurfen lernen, auch gepusht durch “Gegen den Wind
  • Bossi Güven ist neuer Marketing-Chef bei Fanatic - und räumt gleich mal im Team auf. Nur noch zwei Fahrer werden gesponsort, dafür sollen viele neue Bretter kommen
  • Das amerikanische Magazin Windsurfer hat den 5. April zum “Tag des Windsurfens” ausgerufen, dann sind es noch genau 1000 Tage bis zur Jahrtausendwende. surf und Windsurfer rufen dazu auf, die besten Bilder einzuschicken, die dann in einem Bildband zusammengefasst werden sollen.
  • Das schon länger angekündihte Transatlantic-Race wird auf 1998 verschoben. Dafür soll angeblich Microsoft als Sponsor an Bord sein - daraus wurde aber nichts, wie wir heute wissen: Trans Atlantic Windsurf Race 1998: “Es war eigentlich unmöglich. Aber wir haben es geschafft.” - Louie Hubbard über das Atlantik-Rennen
  • Race-Profi Christoffer Rappe zeigt, wie man auch bei Overpower die Kontrolle behält
  • Spot Guide Norwegen: Namen wie Lista und Sola sind damals noch Geheimtipps, heute weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt.
  • Indoor-Windsurfen auf der boot: Was heute mit Wings und Foils ein Mega-Spektakel ist, war 1997 mit den 3,80-Meter-Raceboards der Surf-Bundesliga sicherlich etwas gemächlicher.
  • Andrea Hoeppner gesteht in ihrer Kolumne “Worldcup Inside”, dass sie bei den Indoor-Worldcups weiche Knie bekommt, weil 10.000 Augenpaare “jeden Fehler aus der Nähe verfolgen”. Zudem sei das Verletzungsrisiko extrem hoch und der Wind “so unnatürlich wie die Nase von Michael Jackson”. Doch Preisgeld und Sponsoren entschädigen für zwei Tage Windsurfen in der Halle.

Das gesamte Heft gibt es oben in der Galerie zum Durchklicken!


Tobias Frauen

Tobias Frauen

Redakteur

Tobi verantwortet alles Digitale – von der surf-Webseite bis zu den Social-Media-Kanälen – und sorgt täglich für frischen Bild- und Videocontent. Seine Surf-Wurzeln reichen vom Münsterland über Ijsselmeer, Brouwersdam und Sylt bis nach Kiel und Heidkate. Heute lebt er seit über zehn Jahren in Hamburg als „Weekend Warrior“ und ist so oft wie möglich mit Campingbus und Familie unterwegs – bevorzugt an Ostsee, SPO, Dänemark sowie in Finnland, Schweden oder Sardinien.

Meistgelesen in der Rubrik Windsurfen