RückspiegelDas waren die Highlights in surf 07/2003

Tobias Frauen

 · 11.04.2026

Die Highlights in surf 07/2003
Foto: surf Archiv
Kinder-Material und Slalom-Renner, Andy Pusch und MeckPomms Hobby-Surfer, schöne Bilder und Strände voller Öl - die Juli-Ausgabe 2003 ist ein Heft voller Gegensätze. Blättert mit uns durch!

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Na, habt ihr ihn erkannt? Der Titelheld im Juli 2003 war niemand Geringeres als Kai Lenny, heute der vielleicht bekannteste Waterman der Welt. Aber auch er hat einmal klein angefangen, und damit ihm dabei möglichst viele Nacheifern, gibt es im Heft ein großen Kinder-Spezial. Vom geeigneten Material bis zu den Fahrtechnik-Basics soll alles getan werden, um das Surf-Virus an die Kids weiterzugeben. Das junge Test-Team nimmt Kinder-Boards, -Riggs und Neos ganz genau unter die Lupe. Im Unterschied zu den “Family-Boards” mit Schwert setzen moderne Winde-Body-Boards oder spezielle Kinderboards schon auf kleine Seitenfinnen oder eine optionale Mittelfinne. Bei den Segeln wird auf großflächigen, leichten Monofilm gesetzt.

Foto-Tipps von den Profis

Darrel Wong, Thorsten Indra, Jerome Houyvet, Jono Knight und Co: Die besten und bekanntesten Surf-Fotografen geben Tipps für tolle Surf-Bilder. In der Prä-Digital-Ära ein deutlich aufwendigerer Prozess als mit modernen Digital-Kameras, musste doch mit Filmen gehaushaltet und die Neugier aufs Foto bis nach dem Entwickeln im Zaum gehalten werden. Neben technischen Aspekten wie Blende, Belichtung und Brennweite haben die profis auch ganz banale Tipps parat: Absprache zwischen Surfer und Fotograf, eine gute Bildkomposition und Perspektive, und spannende Farben - dann gelingt auch Hobby-Fotografen ein sehenswertes Bild! Erst vor wenigen Montan hat uns John Carter seine Foto-Tipps mitgegeben.

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Öl-Katastrophe an Frankreichs Surfspots

An das Unglück der “Prestige” können sich vermutlich viele noch erinnern, im November 2002 war der Öltanker im Atlantik vor Spanien auseinandergebrochen und gesunken. Aus dem Wrack in 3500 Metern Tiefe dringen täglich mehr als 100 Tonnen Schweröl ins Meer und verseuchen die Strände Spaniens und Frankreichs. Knapp ein halbes Jahr später machte surf-Redakteur Steve Chismar eine Bestandsaufnahme: Die Strände rund um die französische Stadt Arcachon sind sauber, “so sauber wie noch nie”, wie der Bürgermeister betont, Dennoch dauern die Arbeiten an, vor allem an abgelegeneren Abschnitten. Und die Angst, das notdürftig geflickte Wrack könne wieder aufbrechen, ist noch allgegenwärtig. Und auf dem Meer ist noch immer viel Öl unterwegs, dass beim nächsten Sturm an die Küsten getrieben werden könnte. Die marode “Prestige” war übrigens auf dem Weg nach Lettland und hätte also auch vor Dänemark oder in der Ostsee sinken können. Einen Teil der Schuld sehen viele Beobachter jedoch auch im Krisenmanagement: Nach dem ersten Leck wurde das Schiff aufs offene Meer geschleppt statt in einen Hafen.

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Windsurf-Szene Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern passiert alles etwas später, sagt man. Zumindest Windsurf-mäßig ist da ein Hauch von Wahrheit dran. Die Ostseeküste lag fast 40 Jahre in Erichs Dornröschen-Schlaf, das Wachküssen dauert auch 2003 zumindest gefühlt noch an. Grund genug, einen genauen Blick auf die Menschen zu werfen, die dort aufs Wasser gehen. Vom ehemaligen Achter-Ruderer und jetzigen Surf-Shop-Besitzer bis hin zum zugereisten “Wessi” tobt sich eine bunte Truppe an Spots zwischen Rostock und Poel und Rügen aus. Einige waren schon zu DDR-Zeiten begeisterte Windsurfer, entweder auf den offiziellen “Delta 3”-Planken oder - deutlich häufiger - auf selbstgebautem Material. Die Bedingungen in Kühlungsborn und Neu Mukran auf Rügen können sich sehen lassen, die Staulänge vor der Überfahrt nach Rügen ebenso. Eine knackige Session lässt allen Anreisestress vergessen, und hinterher wird in Rostock auf der “MS Stubnitz” gefeiert, einem ehemaligen Fischtrawler, der heute in Hamburg liegt.

Andy Pusch im Porträt

Andy Pusch lebte rund um die Jahrtausend-Wende den Traum zahlloser windsurf-verrückter Jugendlicher: Optisch ganz dicht dran an Josh Stone, hatte er es vom deutschen Binnenland nach Maui geschafft und wurde dort als neues Top-Talent gehandelt. Mit JP und NeilPryde als Sponsoren, blonden Locken und Hawaii-Shorts war er die perfekte Projektionsfläche. Seine Wurzeln im Kunstradfahren brachten Beweglichkeit und Koordination, der heimische Rhein die Routine, ein Jahr in der Maui Ocean Academy bei Familie Siver den Feinschliff. Nach vier Jahren Studium auf Maui ist Andy Pusch 2003 nach Deutschland zurückgekehrt - etwas später wurde es dann ruhig um ihn.

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Und sonst so?

  • Josh Stone hat sich die lange Mähne abgeschnitten, surf sucht nach Erklärungen wie “Ich war es leid, immer meine Haare mitzuessen, wenn ich vor einem Teller Pasta saß” oder “Ich hatte es satt, als der dritte Moreno Twin rumzulaufen.” Gehört definitiv in die Kategorie “schlecht gealtert”.
  • Das ist mal ein Service: Tiga-Importeur Knut Budig baut bei einigen Freeridern auf Wunsch die Fußschlaufen-Plugs weiter in die Mitte.
  • Beim Surf-Festival am Gardasee wird aus Spaß das neue Format Super X getestet. Sieger: Andrea Rosati vor Robby Swift
  • Die Hersteller rüsten für den Supercross auf: NeilPryde bringt das Saber, F2 zwei neue Boards.
  • Der Slalom kehrt in den Worldcup zurück, surf testet Material für Leicht- bis Starkwind. Neben den immensen Finnen (56 cm!) sind besonders die Cutout-Experimente an den Hecks spannend.

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Tobias Frauen

Tobias Frauen

Redakteur

Tobi verantwortet alles Digitale – von der surf-Webseite bis zu den Social-Media-Kanälen – und sorgt täglich für frischen Bild- und Videocontent. Seine Surf-Wurzeln reichen vom Münsterland über Ijsselmeer, Brouwersdam und Sylt bis nach Kiel und Heidkate. Heute lebt er seit über zehn Jahren in Hamburg als „Weekend Warrior“ und ist so oft wie möglich mit Campingbus und Familie unterwegs – bevorzugt an Ostsee, SPO, Dänemark sowie in Finnland, Schweden oder Sardinien.

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