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“Fette, geduldige, windgenügsame Waveboards” im surf-Test: Die neuen Jumbos sollen den Einstieg erleichtern und das Windlimit senken. “Jetzt sitzen die Waverider nicht mehr als coole Arschlöcher am Strand herum und machen sich über die Freerider lustig”, frohlockt ein Marken-Verantwortlicher. Die neuen Shapes haben Eigenschaften zurückbekommen, die jahrelang keine Rolle spielten: “Diese Boards gleiten deutlich früher und laufen besser Höhe”, so Bic-Shaper Fabien Vollenweider. Zugleich macht die Sandwich-Bauweise die Bretter deutlich leichter, selbst “radikale Soulsurfer auf Serien-Waveboards” seien keine Seltenheit mehr, staunt Fanatic-Schnitzer Sebastian Wenzel. Grundsätzlich ist er jedoch skeptisch und sagt beim Blick auf die neuen, großen Boards: “Wenn ich ein Waveboard für die Gruppe machen müsste, sähe das sicher anders aus.” Dabei meint er vor allem die relativ flache Scoop-Rocker-Linie vieler Neulinge, die seiner Meinung nach keine Wave-DNA mehr haben. Mit dabei sind Klassiker wie der F2 Wave (gelb mit schwarzem Drachen!) oder HiFlys Top-Modell von Sean Ordonez, einem der späteren Quatro-Gründer. Bei Mistral standen noch Rick Naish und Harold Iggy am Hobel, beim JP war Peter Thommen verantwortlich. Während die kleinen Waveboards teilweise nur winzige 68 Liter Volumen mitbringen, überspringen einige der großen Neuheiten bereits die 100-Liter-Marke.
Indoor-World Cups sind in der zweiten Hälfte der Neunziger total angesagt. Stadion-Atmosphäre, Action-Garantie und die Stars mitten in der Großstadt erleben. Paris-Bercy hat es vorgemacht, auch in Mailand lief ein Hallen-Event, Ende 1997 bekam auch Berlin seinen Indoor-World Cup im Velodrom. Dass die Show wichtiger ist als der Sport, wissen auch die Fahrer: Im Traum-Finale Naish gegen Dunkerbeck zeigt erst Robby seinen Sportsgeist, als er unter dem Jubel der Zuschauer nach einem Mastbruch bei Björn wartet, bis dieser wieder am Start ist. Umgekehrt bremst Dunki ab, als Naish die Gabel verrutscht, um so ein Super-Final zu bekommen. Nach zwei Tagen lieg Dunki vorne, auch Dank eines speziellen, für damalige Verhältnisse sehr breiten Boards, mit dem er nach den Halsen schnell wieder ins Gleiten kam. Aufs Springen über die Rampe allerdings verzichtet Dunkerbeck, er will sich nicht verletzen. Bei einem einzigen Versuch im Training knickte er auch prompt sein Brett ein. Auch andere Fahrerinnen und Fahrer werden Opfer der Rampe, Sieger ist am Ende Robert Teriitehau. Die Zuschauer allerdings finden Slalom spannender, “das ist wie Formel 1!”
In Fortaleza trafen sich die World Cupper zum letzten Event des Jahres, vor allem beim Waveriding und bei den Damen war der Titelkampf spannend. Nach tagelanger Flaute mit Skippers Meetings um 5:00 Uhr Morgens dann endlich eine leichte Brise und der Start in die Single Elimination. Robby Naish will unbedingt gewinnen, sein Halbfinale gegen Dunkerbeck muss aber mehrfach abgebrochen werden. Doch dann wird Naish nachträglich rausgeworfen, ein Judge hatte im Viertelfinale einen Sprung falsch gewertet. Das würfelt das Ranking durcheinander, Scott Fenton ist plötzlich WM-Dritter. Ganz vorne landet ein überwältigter Jason Polakow mit seinem ersten WM-Titel. Die Freude ist so groß, dass der Australier schon mal vorfeierte und dann angeheitert zur offiziellen Siegerehrung aufkreuzte. Eine ähnliche Taktik fuhren auch Andy Laufer und einige andere Fahrer, die angesichts der mauen Vorhersage ausgiebig das Nachtleben erkundeten und dann jeweils direkt zum frühen Skippers Meeting gingen. Bei den Damen holte Nathalie LeLievre ihren achten Titel und kündigt ihren Abschied aus dem World Cup an.
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