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Federungen sind im Bike-Bereich und anderen Sportarten weit verbreitet, nur als Windsurfer muss man sich immer noch 1:1 durchrütteln lassen. Wirklich? 2010 gab es von North eine Mastverlängerung mit eingebauter Federung. surf-Tester Stephan Gölnitz prügelte das Federbein mit einer Slalom-Ausrüstung über die Kabbelpiste von Fuerte und urteilt: “Das Teil funktioniert - und zwar richtig gut!” Der Komfort wird deutlich gesteigert, der Speed hingegen kaum. Im Wave- und Freestyle-Bereich sorgt die gedämpfte Verbindung zwischen Mast und Brett dafür, dass das Board ruhiger läuft und beispielsweise den Wechsel in den Switch Stance erleichtert. Auch harte Landungen werden angenehmer, bei LEichtwind schaint die Federung jedoch etwas Power zu schlucken. Ebenfalls getestet wurde eine Gabel mit Feder-Element - dort waren jedoch kaum Auswirkungen zu spüren. Und die Trapeztampen mit Federung filtern vor allem ruppige Böen raus und sind ein Preis-Leistungs-Tipps für Komfort-Freunde.
Und wer denkst sich solche Dinge wie die gefederte Verlängerung - oder auch einen Evergreen wie die Power.XT - eigentlich aus? Der Mann hinter den Erfindungen zumindest aus dem Hause North ist Uli Bitterolf, der sich nach einer Zeit als Geschäftsführer eines Elektro-Unternehmens dem Tüfteln an Windsurf-Equipment verschrieben hat. “Es war irgendwie auch ein verdienst des surf Magazins”, erzählt er. Denn beim Dauerthema Vorliekstrimm erdachte Uli eine rotierende Belegklemme, das herzstück der Power.XT. Er zeigte verschiedenen Marken seine Erfindung, North griff zu, und Uli gründete sein eigenes Ingenieurbüro, um die Idee zur Serienreife zu entwickeln. Die meisten Erfinder scheitern zwischen Prototyp und fertigem Produkt, so Uli. Noch in der Warteschleife liegen 2010 die “Grip Shift”, eine Trimmvorrichtung im Gabelbaum mit einem Drehgriff ähnlich wie beim Fahrrad, eine Finne zum einklicken und eine Fußschlaufe, die ohne Werkzeug befestigt an normalen Plugs befestigt werden kann. Übrigens kommen auch die Trapezschnelle von GunSails aus Ulis Ideenschmiede - sowie viele weitere Teile aus dem Freizeitbereich!
Heute ist der Name Gobisch im Nachwuchs-Bereich sehr präsent, 2010 war die Eltern-Generation mit Lars und Stefan Gobisch im Fokus. “Fast auf Worldcup-Niveau” surfen die beiden Brüder laut Klaas Voget - und sind gleichzeitig mit Anfang 30 schon sehr erfolgreiche Ärzte. groß geworden zu DDR-zeiten, haben sie von ihrem Vater das Windsurf-Virus geerbt und sind in den Anfangsjahren ihr Material weitgehend selbst gebaut. 1988 die Flucht über Ungarn - natürlich unter dem Vorwand “Surfurlaub” - und später das Studium in der Surf-Hauptstadt Kiel. Mit dem Start ins Berufsleben wurde es für die Brüder schwerer, so viele Wind-Tage wie möglich mitzunehmen. “Wir machen absolut keine Kompromisse, wenn es ums Windsurfen geht!” betont Lars in der surf-Reportage von Flo Gebbert. Alle Hochzeiten, Geburtstage und andere gesellschaftliche Ereignisse werden gnadenlos gecancelt, wenn es windig ist. An normalen Arbeitstagen steht der Bulli gepackt vor der Klinik, und Klaas Voget versorgt die beiden mit Wind-Updates per SMS. Wenn die beiden dann auf dem Wasser sind, geht es rund bis es dunkel wird. Nur eines bleibt auf der Strecke: das ärztlich empfohlene aufwärmen und stretchen. “Wann sollen wir das denn noch machen”, fragt Stefan. “Wir trinken nach dem Surfen lieber gleich unser Bier!”
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