Tobias Frauen
· 10.04.2026
Die Ortssuche für das Surf-Festival Fehmarn gehört fast zur Geschichte des Festivals. Los ging es ja 2003 am Wulfener Hals auf Fehmarn, dort fand das Festival fünf Jahre lang statt, bis der Event zu groß für die starren Grenzen des Campingplatzes wurde. Von 2009 bis 2014 waren wir dann in Pelzerhaken, wo unter anderem das Beachcamp dazukam. Im Jahr 2015 fand das Surf-Festival dann zum ersten Mal wieder auf Fehmarn statt, diesmal am Südstrand.
Die Fläche am Südstrand war ursprünglich im Besitz der Insel Fehmarn, wurde aber im Jahr 2008 an die Van Herk Gruppe aus Rotterdam in Holland verkauft. Der Investor wollte hier Ferienwohnungen bauen, schlitterte aber in wirtschaftliche Probleme, sodass es nie zum Bau kam. Nachdem sechs Jahre nichts passierte, einigten sich die Ostseeinsel Fehmarn und der Besitzer darauf, dass die Fläche vom Bauhof gepflegt wird und die Insel im Gegenzug das Recht hat, hier Veranstaltungen durchzuführen, solange nicht gebaut wird. In dieser Phase von 2015 bis heute haben wir also mehrfach gehört, dass im nächsten Jahr die Bauarbeiten “der Holländer” losgehen könnten, wozu es aber nie kam. Ab 2024 haben dann Tim Tholesen, ein bekannter Investor für Ferienwohnungen, die Fehmarn Südstrand GmbH und die Familux Group, ein Hotelbetreiber aus Österreich, die Fläche erworben und die Baugenehmigung für eine große Ferienanlage bekommen.
Ja, Fehmarn ist als die Wassersportinsel in der Ostsee interessiert, das Surf-Festival zu behalten, und gibt uns aktuell das Gefühl, dass sie keine Mühen und Kosten scheuen, um die Veranstaltung auf der Insel zu halten.
Wir haben das Gefühl, dass Fehmarn keine Mühen und Kosten scheut, um das Surf-Festival auf der Insel zu halten.”
Derzeit sucht der Tourismus-Service Fehmarn unter der Führung von Oliver Behncke, mit Dana Zielinski als ausführender Veranstaltungsleitung, zusammen mit mir von der Freiluft GmbH nach geeigneten neuen Orten. Involviert sind die Untere Naturschutzbehörde, kurz UNB, sowie das Amt für Landes- und Küstenschutz, LKN.
Die Bedürfnisse von Festival-Veranstaltern und Surfern stehen nicht immer im Einklang mit dem Naturschutz und dem Küstenschutz. Dies wird jedem, der die Diskussion rund um den Nationalpark Ostsee verfolgt hat, klar sein. In diesem Fall kann ich allerdings nur in höchsten positiven Tönen über die UNB und das LKN sprechen. Beide Behörden sind äußerst kooperativ und weisen uns auf Schutzgebiete, zu schützende Tierarten und die beim Deichschutz zu beachtenden Themen hin. Die Zusammenarbeit geht sogar so weit, dass UNB und LKN Flächen vorschlagen, wo man aus ihrer Sicht solche Veranstaltungen an der Ostseeküste noch machen könnte. Nun ist es allerdings so, dass die UNB und LKN nicht über eigene Flächen verfügen, die ausreichend groß sind, um die Veranstaltung durchzuführen. Aus diesem Grund müssen auch Flächenbesitzer wie etwa die ansässigen Bauern bereit sein, die Flächen auch langfristig für den Festivalbetrieb zu verpachten.
Ich kann nur in höchsten positiven Tönen über die UNB und das LKN sprechen. Beide Behörden sind äußerst kooperativ.”
Bei der Suche nach dem Veranstaltungsort haben wir zunächst geschaut, was aus Windsurfer-Sicht optimal ist. Wir haben geprüft, wie die überwiegende Windrichtung am Himmelfahrts-Wochenende in Norddeutschland ist und entsprechende Orte an der Westküste als Potenzialflächen ausgemacht. Dann suchen wir nach Strandabschnitten, die einen so breiten Strand haben, dass hier Pagodenzelte aufgestellt werden können und die Surfer von der Pagode direkt zum Testen starten können. Das dritte Kriterium ist dann eine Fläche für das Beachcamp, wo die Besitzer einverstanden sind, das Festival hier stattfinden zu lassen. Und das vierte Kriterium ist, dass die Veranstaltungsfläche auch für den Fahrzeugverkehr zugänglich ist und entsprechende Parkleitsysteme möglich sind.
So haben sich vier Potenzialflächen ergeben, die wir dann zur fachlichen Vorbewertung an UNB und LKN geschickt haben. Darüber haben wir dann in persönlichen Gesprächen mit UNB und LKN gesprochen, und sind jetzt gerade dabei mit Hilfe eines Biologen und Gutachters die kritischen Punkte mit LKN, UNB und Flächenbesitzern abzusprechen. Hier geht es darum, Schutzbereiche für Natur sowie für den fragilen Deichschutz auszumachen und darzustellen, ob und falls ja, wie diese im Rahmen unseres Veranstaltungskonzepts weiterhin ausreichend geschützt werden können. Insbesondere, aber nicht ausschließlich geht es hier um FFH-Gebiete (Flora, Fauna, Habitat), Natura-2000-Gebiete, Landschaftsschutzgebiete, Vogelschutzgebiete und den Schutz der Deiche.
In Zahlen sind diese Kriterien:
- 3,5 ha (35.000 m²) für das Beachcamp als festivaleigene Campingfläche
- 0,5 ha (5000 m²) für Gastronomie, Bühne und Messe hinter dem Deich
- 0,5 ha (5.000 m²) am Strand für den eigentlichen Testbetrieb
Es ist, wie vorhin beschrieben, am Ende nicht eine Person, die die Entscheidung trifft. Aus den genannten Faktoren ergibt sich am Ende des Tages eine Kalkulation mit Miete für die Pachtflächen, Kosten für Installation der Infrastruktur wie Strom, Abwasser und so weiter. Diese müssen von der Insel Fehmarn übernommen werden, oder den Herstellern, oder aber den Gästen. Es ist uns sehr wichtig, dass das Festival für Surfer weder schlechter noch teurer wird und nicht an Qualität verliert.
Es ist uns sehr wichtig, dass das Festival für Surfer weder schlechter noch teurer wird und nicht an Qualität verliert.”
Ja, In der engeren Auswahl ist ein Ort an der Westküste und zwei an der Ost- bzw. Nordostküste.
Die Kommunikation läuft auf Hochtouren, und wir hoffen, zum Surf-Festival in diesem Jahr einen neuen Veranstaltungsort verkünden zu können!

Redakteur