Loris Vietoris
· 19.05.2026
Auch beim diesjährigen Surf-Festival zeigten die German Freestyle Battles ihre Präsenz und verbuchten mit neun Fahrerinnen ein so großes Frauenfeld wie nie zuvor, bei den Herren gaben sich 28 Battler die Ehre. Mit Vorfreude wurde auf den Samstag des Events gebaut, denn der dänische Wetterdienst prognostizierte Wind für 4,4m² oder 4,8m² für das erste Battle des Jahres.
Dass Südwestwind mit Schauern nicht die stabilste Wetterlage auf der Sonneninsel ist, wurde allen Teilnehmenden schnell klar. Stehen und Fahren wechseln sich sonst nur so häufig an der Ampel einer viel befahrenen Kreuzung ab.
Meiky Wieczorek, der mit jedem Neustart seines Heats von der Pagode seines Sponsors bis zum Zelt der Battles joggte, sammelte an diesem Tag sicherlich genug Kilometer für einen Halbmarathon.
Nach andauerndem An- und Abpfiff und einem Zeitfenster, welches immer enger wurde, sollten wenigstens die Damen die Möglichkeit bekommen, ein Ergebnis einzufahren. Aber auch das gestaltete sich schwieriger als erwartet. Insgesamt konnten leider nur zwei von neun Heats ausgefahren werden. Schade, denn das Fahrerfeld der Damen war in diesem Jahr wirklich prestigeträchtig. Angefangen bei den Newcomerinnen Anneke Jaap, Bijou Shahmirian, Maike Mittelbach und Nadia Jablonski. Auch Linda Mankova aus Slowenien komplettierte neben Vize-Wave-Weltmeisterin Lina Erpenstein, GFB Siegerin Elena Dominik, Maike Lang und Lina Schmied die Damenflotte.
Am Abend sollte um 18:00 Uhr schließlich ein Tow-in-Battle vor dem Festival-Publikum ausgefahren werden, allerdings kam der Anruf von Marc Hollenbach, der auf dem Tow-in-Boot in Position saß, ziemlich ernüchternd: “Ich glaube, hier wird sich keiner hinten dran hängen, Niclas Nebelung gleitet plötzlich durchgehend auf 4,8.”
Um 17:55 Uhr musste dann eine Entscheidung getroffen werden: Tow-in, Supersession oder doch Super-X? Nach kurzer Rücksprache mit den Ridern und einem Telefonat zum Boot war zwei Minuten vor Beginn der Show klar, dass es ein neues Format wird: Super-X! Improvisiert und adaptiert, gab es einen Le-Mans-Start, gefolgt von einem Manöver, welches frei gewählt werden durfte, einer Halse um das Boot und auf dem Schlag in Richtung Strand musste noch ein Manöver gezeigt werden, um dann den Zieleinlauf zu starten.
In zwei spannenden und sehr unterhaltsamen Rennen war klar, dass Lennart Neubauer nicht umsonst aktuell als bester Freestyler der Welt gehandelt wird. Mit unfassbarer Power und Energie pumpte er den ersten Schlag und dann fast durchgehend zum Sieg.
Foivos Tsoupras, der sich von seinem Sponsor noch schnell ein 5,2er-Segel organisierte, kam als Zweiter trotz manipulierter Mastfußposition durch Lennart ins Ziel. Dritter wurde Niclas Nebelung.
Das zweite Rennen wurde ebenfalls klar von Lennart dominiert, nur konnten sich jeweils Niclas Nebelung und Sebastian Gux den zweiten respektive dritten Platz sichern.
Nach den Rennen verblieben noch zehn Minuten im eng gesteckten Festival Zeitplan und es konnte mit den letzten Böen des Abends noch ein Heat mit dem Ziel “Best-Trick” gefahren werden. Foivos Tsoupras sicherte sich den dritten Platz mit einer Lazy Susan. Der Wahl-Kieler Sebastian Gux erkämpfte sich mit einem wirklich sauber gesprungenen no-handed Burner den zweiten Platz. Der erste Platz ging an den Freestyle Weltmeister Lennart Neubauer, welcher die Judges mit einem perfekt ausgeführten Double Shaka zur höchsten Punktzahl greifen ließ.
An dieser Stelle wollen wir uns noch einmal bei Marc Hollenbach, Leon Delle und Oliver Tom Schliemann vom Racer of the Sea bedanken, die uns in Freestyle Manier ihr gerade an Land geholtes Boot wieder ins Wasser slippten und uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützten, wo es nur ging. Danke!