Tobias Frauen
· 19.04.2026
Mit dem Quatro Maui Pro vor Hookipa startete die Worldcup-Saison mit einem echten Kracher. Neben den Siegen von Bernd Roediger und Marine Hunter bei den Profis fuhr dabei auch Leon Maethner ins Rampenlicht. Der 18-Jährige, der gemeinsam mit seinem großen Bruder Marlon bei Instagram unter dem Label “Surfkerle” unterwegs ist, gewann die U21-Wertung. Neben dem Japaner Ryo Noguchi ließ er auch Anton Richter - ebenfalls aus Kiel - und den amtierenden Weltmeister Jake Ghiretti hinter sich.
Die Heats liefen wirklich gut für mich. Pro Heat hatten wir 17 Minuten Zeit. Die Ansage war, dass 2 Wellen zählen. Zum Springen war zu wenig Wind. Die Bedingungen zum Wellen abreiten waren aber super mit schönen, knapp drei Meter hohen Wellen. Der Wind hätte etwas stärker und weniger onshore sein können, aber mit meinem 5.0er passte es ganz gut. Ich konnte bei meinen Heats direkt zu Beginn jeweils eine gute Welle erwischen und mit einer weiteren schönen Welle zwei sehr gute Scores erzielen. Nachdem ich das Halbfinale gewonnen hatte, hatte ich dann schon das Gefühl, dass ein Podiumsplatz drin sein könnte. Aber den Maui Pro U21 Worldcup dann tatsächlich zu gewinnen, war dann schon der Hammer und macht mich natürlich total happy.
Meine Taktik war in den Heats, dass ich mir früh eine gute Welle von ganz draußen schnappe und möglichst direkt mit einem soliden Score starte, und mir dann mit einer zweiten Welle eine gute Ausgangsposition sichere. Danach konnte ich mehr Risiko eingehen, um eine noch höhere Punktzahl zu erreichen. Und das hat dann zum Glück gut geklappt.
Dass ich 2023/2024 fast sechs Monate mit meiner Familie auf Maui war, hat mir auf jeden Fall für den Contest geholfen!”
Dass ich 2023/2024 fast sechs Monate mit meiner Familie auf Maui war, hat mir auf jeden Fall für den Contest geholfen. Ich hatte dadurch in der Tat so etwas wie einen kleinen Heimvorteil, weil ich in der Zeit in Ho’okipa in vielen unterschiedlichen Bedingungen gewindsurft bin, mit verschiedenen Swell-und Windrichtungen und natürlich in den verschiedensten Wellenhöhen. Gerade bei den tricky Onshore-Bedingungen beim Maui Pro Worldcup war das ein Vorteil.
Natürlich versuche ich, mir bei den Pros etwas abzuschauen! Ich versuche dann zu erkennen und besser zu verstehen, wie ein Trick genau funktioniert oder was die Pros bei bestimmten Turns anders machen. Das Problem ist allerdings dann die Umsetzung! Das ist dann eine andere Sache. Auf jeden Fall ist es toll mit den Windsurfgrößen da draußen in Ho‘okipa die Wellen zu teilen! Das macht mega viel Spaß!
Meinen Sieg habe ich mit meiner Familie und mit Freunden gefeiert. Lecker Essen gegangen, dann auf der Preisverleihungszeremonie gefeiert und danach ging es noch mit Freunden auf eine Party.
Mein Lieblingsmove ist aktuell ein schöner Aerial oder ein sauberer Cutback mit viel Spray. Und ich trainiere gerade vor allem am Wave 360.
Ja, ich habe im Halbfinale und im Finale bessere Scores erreicht als Jake und führe jetzt mit ihm gemeinsam die Weltrangliste in der U21 Division an. Darüber freue ich mich natürlich sehr. Was die WM-Chancen angeht, schaue ich einfach, wie es in den nächsten Events läuft. Für mich wäre es crazy, wenn ich es dieses Jahr Overall aufs Podium schaffen würde. Das wird aber eine große Herausfordreung werden.
Erst einmal geht es für mich an den kommenden Wochenenden je nach Wind nach Dänemark und dann den Sommer über für ein paar Wochen auf die Kanaren. Dort werde ich auf Gran Canaria und danach auf Teneriffa an den PWA/WWT-Worldcups teilnehmen. Die beiden Events finden zum Glück in meinen Sommerferien statt. Außerdem hoffe ich, am Youth World Cup in Dänemark, sowie natürlich beim Aloha Classic im Herbst starten zu können. Doch das muss ich erst noch mit meinen kommenden Prüfungsplan abpassen. Nach dem Sommer beginne ich nämlich mein letztes Schuljahr, in dem die Prüfungen dann fürs Abi zählen. Auch wenn meine Schule den Leistungs-Sport sehr unterstützt – und ich in einer speziellen Sportklasse bin, die es uns ermöglicht, während der Schulzeit an Wettkämpfen teilzunehmen – wird es trotzdem schwierig sein, in diesem letztem Schuljahr viel Unterricht zu verpassen und Prüfungen nachzuholen und trotzdem ganz gute Abi-Noten zu erhalten… Daher muss ich schauen, wie sich das alles vereinbaren lässt. Das Grand Final in Chile liegt leider voll in der Klausurenphase fürs Abitur, weshalb ich dort leider sehr wahrscheinlich nicht teilnehmen kann. Im Moment bin ich einfach nur glücklich mit meinem Ergebnis von der Maui Pro U21 und freue mich darüber!

Redakteur