Alois Mühlegger
· 20.05.2026
Dass ein Segelclub eine Europameisterschaft der Windsurfer LT austrägt, ist schon etwas außergewöhnlich. Dass aber der Union Yacht Club Attersee im österreichischen Salzkammergut gleich drei ehemalige Olympiasieger im Windsurfen als Teilnehmer an der Startlinie begrüßen kann, freut Clubpräsident Michael Farthofer besonders.
Unter den 128 Startern, die sich auf der Meldeliste bis 6. Mai eingeschrieben haben, nimmt der erste Olympiasieger von 1984 (Los Angeles) im Windsurfen, Stephan van den Berg, eine dominante Rolle ein, denn der Holländer hat auch nach der Neueinführung des modernisierten Windsurfer LT 2018 schon den ein oder anderen Titel geholt. Genauso wie Local Chris Sieber, der 2019 am Gardasee in seiner Gewichtsklasse siegte. Schon 2000 gewann der Österreicher sensationell in Sydney die Goldmedaille, ebenso wie der Neuseeländer Bruce Kendall 1988 in Südkorea.
Neben den drei Goldstars sind in der Teilnehmerliste noch einige frühere Olympiateilnehmer, Europa- und Weltmeister zu finden. Aus dem erfreulich großen Austria-Team (11 Starter) ragt auch Thomas Wallner hervor, der 1988 in Südkorea antrat. Nachbarland Italien, sonst eigentlich immer mit den meisten Fahrer:innen vertreten, meldet Fabio Balini als Ex-Weltmeister. Holland, diesmal mit über 30 Leuten vertreten und damit stärkstes Team, bringt mit Anita Jansen eine Surferin mit, die in den 80ern sehr erfolgreich war. Frankreich geht mit dem starken Eric Belot und dem Ex-Champion Herve Borde in die Rennen, Deutschland (26) stellt mit Dirk Meyer (Olympia 1984 und 1988) und Jumbo-Weltmeister 2019 sowie Frank Spöttel (4. Platz Windsurfer WM 1989 und 1990) und Masters-Weltmeister) die erfolgreichsten Surfer.
International wird das Feld in vier Gewichtsgruppen (Herren) und die Damen aufgeteilt, die in drei Disziplinen (Kursrennen, Marathon, Slalom) antreten. Freestyle, seit 1976 im Programm, läuft außerhalb der Rennen als vierte Disziplin mit. Neben den vier stärksten Nationen werden am Attersee auch Teilnehmer aus Finnland, Tschechien, England, Schweiz, Portugal, Dänemark und Übersee (Australien, USA, Südafrika) zu sehen sein.
Völlig ungewöhnlich, aber sehr lukrativ zeigt sich schon vor der ersten Wettfahrt das Programm der kulinarischen Köstlichkeiten, mit dem der UYCAs die Teilnehmer:innen bewirten will. Vom Flammkuchen beim Opening über ein Bratl in der Reine (Dinner) und Italian Food (Lasagne/Salat) sowie Drei-Gänge-Menu plus einiges Anderes dürfte kaum eine(r) hungrig vom Tisch gehen. Als Erinnerung an die EM wird jede(r) ein personifiziertes Lycra mit nach Hause nehmen.
Sogar Leihboards stehen für Teilnehmer, die von weiter anreisen und auf den Bretttransport verzichten, zur Verfügung. Und sollte der angekündigte Nord - oder Nordostwind mal schwächeln, sind auf dem UYCAs-Gelände einige Ausweichsportarten (z.B. Volleyball, SUP) im Angebot.
Los geht es am Dienstag, 26. Mai mit Registrierung, Materialcheck und Wiegen, die Wettfahrten starten von Mittwoch, 27. Mai bis Sonntag, 31. Mai, täglich ab 10 Uhr, die Siegerehrung nach dem letzten der maximal 10 Kursrennen plus Marathon und Slalom.