Die Ostsee ist derzeit zwei bis drei Grad wärmer, als zu dieser Jahreszeit normal wäre. Besonders in der südlichen und östlichen Ostsee sind die Wassertemperaturen deutlich erhöht. An weiten Teilen der deutschen Küsten liegen die Wassertemperaturen mit 17 bis 18 Grad Celsius zwar noch im Normalbereich, dennoch hat sich die Durchschnittstemperatur über einen langen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten betrachtet auch hier schon um zwei Grad erhöht.
Auch wenn sich einige Wassersportler über einen milden Herbst freuen, können die Folgen dramatisch sein. Was höhere Wassertemperaturen auch bedeuten, lässt sich laut Sebastian Wache von wetterwelt.de gerade im Süden Europas an den katastrophalen Starkregen- und Hochwasserereignissen beobachten. Das Mittelmeer machte in diesem Jahr mit immer neuen Temperaturrekorden von sich reden. Auch jetzt noch liegen die Wassertemperaturen vier bis fünf Grad über dem für die Jahreszeit normalen Wert.
Hohe Wassertemperaturen haben zur Folge, dass viel Meerwasser verdunstet. Die Luft ist extrem feucht und energiereich. Kommt dazu eine Kaltfront, führt das zu starkem Regen und viel Wind. Je größer der Temperaturunterschied zwischen Kaltfront und Wasser, desto verheerender die Folgen.
Vereinfacht lässt sich laut Wetterexperten sagen: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was mehr Energie und somit stärkere Unwetter zur Folge hat. Für Norddeutschland und Nord- und Ostsee gilt das ebenso wie für den Mittelmeerraum. „Die Tiefdruckgebiete treffen mit kalten Luftmassen auf immer wärmeres Wasser und sind häufig stärker als noch vor 30, 40 Jahren“, so Wache gegenüber unserem Schwester-Magazin Yacht. Die gestiegenen Wassertemperaturen sorgen grundsätzlich also nicht für mehr Stürme, die Intensität steige aber. Das bedeute höhere Windgeschwindigkeiten und mehr Regen.
Der Klimawandel beeinflusst das Wetter auch für Surfer und andere Wassersportler. Zwar sorgen die höheren Temperaturen auch dafür, dass die Saison im Herbst immer länger wird. Die stärkeren Stürme können aber für viele Küstenabschnitte auch fatale Folgen haben, wie beim Ostseehochwasser im Herbst 2023 . Auch zum Jahreswechsel 2023/24 zeigten sich die Effekte der hohen Wassertemperaturen in extrem hohen Regenmengen und Überflutungen in Niedersachsen. Hier trafen warme (und feuchte) Luftmassen aus dem Süden an der Vorderseite des Tiefdruckgebietes auf kalte Luft aus Skandinavien an der Rückseite mit der Folge, dass es tagelang extrem viel regnete.
Die Weltmeere werden immer wärmer, das ist schlecht für die Natur und den Menschen.“
Mit Blick auf den kommenden Herbst kann aber wieder mit starken Herbststürmen gerechnet werden. „Die Weltmeere werden immer wärmer, das ist schlecht für die Natur und den Menschen“, so der Wetterexperte Wache.