Windsurf Classics“The Trans Atlantic Windsurf Race” von 1998

SURF

 · 15.06.2025

Windsurf Classics: “The Trans Atlantic Windsurf Race” von 1998Foto: Screenshot Youtube
Es war eines der spektakulärsten Rennen der Windsurf-Geschichte: Das legendäre “Trans Atlantic Windsurf Race” von 1998, von Neufundland bis nach England. Der Film begleitet das aufwendige Projekt und lässt auch heute noch jeden Zuschauer staunen.

Die Idee kam Organisator Louie Hubbard, als er nach dem Untergang seiner Segelyacht “Ocean Vagabond” mitten im Atlantik trieb und auf Rettung wartete. Rund vier Jahre später hat der britische Skipper seinen Traum realisiert: Sieben Windsurf-Profis gehen auf ein Rennen über den Atlantik. Als Begleitboot wurde ein prähistorischer russischer Eisbrecher aufgetan, jeder der Fahrer hat ein eigenes Motorboot zu Sicherheit.

Ja, es ist möglich, dass Leute hier ihr Leben riskieren.”

Soweit die Theorie, bis es losging warteten jedoch noch mehrere Hindernisse: Kurzfristig abgesprungene Sponsoren, zu viel Gepäck, falsche Abzweigungen auf dem Weg zum Startpunkt - als schließlich der im Hafen wartende Einbrecher in Sicht kommt, ist der Applaus groß. Was dann folgte, überstieg die Erwartungen der meisten der 70 Beteiligten bei Weitem. Alleine das Zuwasserlassen der Safety-Boote und des Materials ist jedes Mal ein Himmelfahrtskommando. In meterhohen Wellen hängt die Strickleiter mal im Wasser, mal schwebt sie zehn Meter über der Oberfläche.

Das Material wird zum Start von Helfern ins Wasser geworfen, der Fahrer springt hinterher. Ein Riggwechsel wird zur Herausforderung, wild flatternd hängen die Race-Segel am Kran und müssen unter Kontrolle gebracht werden. Auch auf dem Wasser wird das Rennen - nach ruhigem Start - in den haushohen Wellen des Nordatlantik zu einem Überlebenskampf.

Mental....hab ich einfach nur Angst.”

Unter den Teilnehmern sind Anders Bringdal, Micah Buzianis und Robert Teriitehau (der vor allem mit seinem Sprung vom obersten Deck des Eisbrechers Schlagzeilen machte), in Teams wechseln sich die Fahrer ab. Am Ende kommen alle mehr oder weniger heile am Ziel im britischen Portsmouth an und sind heilfroh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Hubbard peilt da schon das nächste Projekt an: Ein Rennen von Portugal nach Brasilien im Jahr 2000 - das dann kurz nach dem Start einem Orkan zum Opfer fiel.

Louie Hubbard hat ein Buch geschrieben, in dem es um seine persönlichen Traumata des Sinkens und auch um das Atlantik-Rennen geht. Über eine Crowdfunding-Kampagne sammelt er Geld, um 1.000 Exemplare frei zu veröffentlichen: “Louie Hubbard's Silent MAYDAY - In a World of Heroes and Zeros”

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