Windy Point und Windsurfing Museum PragRetro-Regatta mit historischem Material

SURF

 · 19.07.2024

In Tschechien gingen zum vierten Mal historische Bretter und Segel aufs Wasser
Foto: Petr Mužík
Spaß-Rennen mit historischem Windsurf-Material: Beim vierten “Old School Cup” auf dem Lipno-See gab es viel Wind, viel Spaß und viele bunte Segel. Organisiert wurde die Regatta vom Surfshop “Windy Point”, das Equipment kam vom Windsurfing Museum Prag.

Das laut den Veranstaltern größte Vintage-Windsurfing-Event in Mitteleuropa fand im Juni am Strand von Windy Point an der Lipno-Talsperre in der Tschechischen Republik statt. Tom, der Gründer und Betreiber des Windsurfing Museums nahe Prag, sagt, dass jeder Old-School-Windsurfer dieses Rennen einmal im Leben erlebt haben müsse. Er berichtet für uns von der Regatta:

20 Knoten und 50 Jahre altes Material

“Die vierte Auflage unseres traditionellen und vielleicht schon legendären Oldschool-Events hatte in diesem Jahr weniger Sonne für die Fotografen, dafür aber tolle Windbedingungen. Vor dem Start wurden wir von Berichten über Windböen von bis zu 16 m/s (ca. 31 Knoten) erschreckt, aber während des Rennens waren es „nur“ 7-12 m/s. Das einstündige Langstrecken-Rennen brachte aber trotzdem die ältesten Bretter und Segel wie auch einige Teilnehmer zeitweise an die Grenze der Belastbarkeit. Mit einem Start im Le-Mans-Stil, also laufend vom Strand aus und mit ins Wasser getragenem Brett, gingen fast dreißig aktive Teilnehmer mit 25-50 Jahre altem Material aufs Wasser. Wie üblich haben wir versucht, nur Dreieckssegel und Teilnehmer in historischer Kleidung auf dem Wasser zu haben, zumindest während des Rennens. Dennoch tauchte gelegentlich ein Wing, Foil oder Kite am Horizont auf.

Das „Windy One Hour Race“ mit unseren vereinfachten Regeln beinhaltet einen Massenstart vom Strand aus und einen Kurs um die Bojen im Uhrzeigersinn, alles ohne echten Wettbewerbscharakter. Diesmal ging es vor allem darum, durchzuhalten und ins Ziel zu kommen, anders als in den Vorjahren, als es auch Zeit zum Plaudern und Sonnenbaden gab. Neben dem obligatorischen Läuten der Seeglocke nach dem Zieleinlauf gehört auch das „Menhir“-Longboard-Foto, auf dem alle Teilnehmer mit ihren Boards posieren, inzwischen zu unseren Ritualen. Bei dem Gewicht mancher Boards und der Müdigkeit nach dem Rennen war das Anheben der Boards und das Lächeln für die Fotografen eine weitere sportliche Leistung.

Staffel-Rennen Mistral gegen HiFly

Der zweite Programmpunkt war ein Staffellauf, der ursprünglich entwickelt wurde, um möglichst viele Teilnehmer einzubeziehen, da wir nur eine begrenzte Anzahl alter Boards haben. Im Gegensatz zum letztjährigen Rennen zweier identischer Mistral Kailua traten in diesem Jahr HiFly- und Mistral-Teams gegeneinander an. Am Ende stellte sich heraus, dass die Unterschiede in Material und Können keine große Rolle spielten und eher das Glück des Mistral-Teams entschied. Trotz großer Erschöpfung forderten einige Fahrer noch eine Freestyle-Wertung. Diese Disziplin hält sich mehr oder weniger an die alten Regeln, aber selbst die alten Hasen erinnern sich nicht daran, dass es in den 1980er Jahren in der Tschechoslowakei einen offiziellen Freestyle-Wettbewerb gab. Unser Ansatz war dementsprechend sehr frei, und so vergab die Jury dieses Jahr den Preis an ein paar surfende Yogis, aber auch die Leistungen und der Kampfgeist der anderen Freestyler fand großen Beifall.

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Als der Hauptorganisator, David Neumann von Windy Point, den Teilnehmern am späten Nachmittag im Beach Club ihre Erinnerungsurkunden und Preise überreichte, war der ‘sportliche’ Teil des Programms abgeschlossen. Wir waren froh, dass die Museumsstücke den Tag auf dem Wasser überlebt haben und wieder heile im ‘Fahrerlager’, der Ausstellungsfläche am Strand, ankamen. Abends gab es dann Live-Musik, das eine oder andere Getränk und jede Menge Geschichten aus den alten Regatta-Tagen. Wir freuen uns darauf, uns und möglichst viele Besucher hoffentlich nächstes Jahr bei der fünften Auflage wieder am Windy Point zu treffen. Und natürlich auch jederzeit im Windsurfing Museum Prag!


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