World Cup PozoSalmonn wirft den Weltmeister raus

SURF

 · 01.07.2024

Der Sieger-Sprung: Mit diesem einhändigen, einfüßigen Backloop warf Julian Salmonn den Weltmeister aus dem Rennen
Die Favoriten machten zum Auftakt des Waveridings in Pozo souverän ihren Weg - bis Julian Salmonn und Alessio Stillrich im letzten Herren-Heat des Tages für eine Sensation sorgten.

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Am zweiten Tag des Gran Canaria Gloria Windsurf World Cups blieb es mit 30 bis 35 sehr windig, doch die Wellen spielten teilweise nicht ganz mit. Am Nachmittag gab es eine längere Unterbrechung um zu warten, bis die Bedingungen bei auflaufendem Wasser wieder besser wurden. Nach einem langen Tag auf dem Wasser - der letzte Heat war erst um kurz vor acht Uhr abends beendet - sind nur noch die besten acht Fahrerinnen bei den Damen im Rennen, während bei den Männern nur noch die besten 16 übrig sind.

Der Modus ist dabei ein wenig anders als in den vorigen Jahren: Es gehen immer vier Starterinnen und Starter in einem gemeinsamen Heat aufs Wasser, die besten beiden kommen weiter. In der Runde darauf werden dann die Heats neu kombiniert, so dass nicht die beiden Sieger der Vorrunde wieder gegeneinander antreten. Außerdem soll es in der Double Elimination eine Änderung geben, Gerüchten zufolge sollen sich die ersten acht Positionen aus der Hinrunde nicht mehr verändern können - aber dazu wusste nicht einmal Livestream-Kommentator Ben Proffitt Genaueres.

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Waveriding Damen

Pauline Katz kam mit ihrer bislang besten World-Cup-Platzierung (4. in Chile) im Rücken nach Pozo. Die 34-Jährige legte einen souveränen Start hin und gewann ihren ersten Heat gegen Annagiulia Piccaglia und Lisa Wermeister, die mit einem minimalen Rückstand von 0,04 Punkten ausschied.

Im folgenden Heat traf Lina Erpenstein auf Alexia Kiefer Quintana. Alexia startete fulminant in den Heat und holte am Ende mit 19,95 die zweithöchste Punktzahl des Tages. Sie landete sowohl Vorwärts- als auch Rückwärtsloops, dazu zeigte sie herausragende Wellenritte mit viel Style und Power. Währenddessen sah Lina Erpenstein in der Luft stark aus, traf aber ihre Wellen nicht wirklich, zog aber dennoch als Zweite bequem in die nächste Runde ein.

Offringa startet mit einem Kracher in den Event

Im vorletzten Frauen-Heat des Tages sicherte sich Sol Degrieck den ersten Platz vor Julia Pasquale . Die junge Belgierin erwischte in der Schlussphase ihre beiden besten Wellen - die beide 5,12 Punkte einbrachten - während Pasquale sich vor Justyna Sniady schob. Die Polin zog sich kurz vor dem Contest eine Fußverletzung zu und ging trotz verdachtes auf einen Mittelfußbruch an den Start.

In Heat 6 hatte die amtierende Weltmeisterin Sarah-Quita Offringa nicht nur ihren ersten Auftritt bei diesem Event, sondern auch in dieser Saison, und holte gleich mal die höchste Punktzahl des Tages: 21,01 Punkte, das ist mal eine Ansage! Doch über weite Strecken des Heats lieferte sie sich ein enges Duell mit Maria Morales, doch in der Schlussphase setzte sich die Arubanerin mit einem perfekt ausgeführten Backloop und einem großen Stalled Forward durch. Morales kam mit dem zweiten Platz ebenfalls unter besten Acht, auf Kosten von Wave-Rückkehrerin Oda Johanne Brødholt und Sylt-Gewinnerin Marine Hunter.

Waveriding Herren

Philip Köster haute gleich zu Beginn ein Feuerwerk raus: ein Double Forward, ein stylischer Backloop und ein durchgeglittener Tweaked Pushloop brachte ihm die zweithöchste Punktzahl des Tages. Auch auf der Welle fuhr Köster bärenstark und landete Takas und Backside 360s - in dieser Form ist Köster ein heißer Anwärter auf den Titel! Zusammen mit ihm schob sich Takuma Sugi auf Kosten von Gregory Stathopoulos und Moritz Mauch ebenfalls in die nächste Runde. Mauch holte jedoch eine der besten Wave-Wertungen des Tages, unter anderem mit einem unglaublichen Air Taka.

Ricardo Campello fuhr bei seinem ersten Auftritt in diesem Jahr so, als wäre er nie weg gewesen. Campello zeigte mit Double Forward und einem Stalled Forward starke Sprünge, während er auch auf den kleinen Wellen alles herausholte. Nichts zu sehen von “eingerostet”, wie er selber in einem Posting schrieb, sondern offenbar hochmotiviert von seinen neuen Sponsoren. Antony Ruenes sicherte sich den zweiten Platz, nachdem er sich gegen Federico Morisio und Dany Bruch durchsetzen konnte. Mit Morgan Noireaux ist auch der aktuell Führende der WM ausgeschieden - der aber nicht zu den Pozo-Favoriten gehörte.

Marino Gil knüpft an seinen Sieg vom Vorjahr an

In Heat 11 ging dann Vorjahres-Überraschung Marino Gil aufs Wasser, der hier in der letzten Saison den zweiten Platz belegte. Der junge Local holte gleich in seinem ersten Heat mit 26,72 Punkten die beste Punktzahl des Tages. Der 21-Jährige sprang die höchsten Sprünge des Tages, drehte sich durch einen gigantischen Stalled Double Forward - der 9,38 Punkte einbrachte - und einen großen One-Footed Backloop. Auch auf der Welle zauberte er ein Feuerwerk auf die eher kleinen Pozo-Walzen. Im Kampf um den zweiten Platz lieferten sich Antoine Albert, Lennart Neubauer und Arthur Arutkin ein unglaublich enges Duell, das Arutkin mit einem späten Stalled Forward für sich entschied und damit seinen Platz unter den Top 16 sicherte.

Pozo ist nicht unbedingt das Lieblings-Revier von Thomas Traversa, aber der Franzose holte in seinem Heat einen soliden Sieg dank sehr guter Wellen-Ausbeute Victor Fernandez erwischte ebenfalls einen guten Start und verwies Josep Pons auf die Plätze. Auch Liam Dunkerbeck kam ungefährdet eine Runde weiter. Antoine Martin und Leon Jamaer setzten sich in ihrem Heat gegen Anton Richter und Mike Friedl durch.

Im vorletzten Heat des Tages sicherte sich auch Dieter van der Eyken einen Platz im Achtelfinale. Der Belgier startete stark mit einem hohen Backloop, außerdem bekam er schnell zwei solide Wave Scores zusammen, um sich verdientermaßen den Sieg vor Robby Swift zu sichern. Sowohl Takara Ishii als auch Adam Warchol holten bessere Sprung-Wertungen als Swift, beiden fehlten aber gute Wellen, so dass der Brite am Ende weiterkam.

Sensation im letzten Herren-Heat des Tages

Der letzte Herren-Heat brachte dann den Aufreger des Tages: Der amtierende Event-Sieger und Weltmeister Marcilio Browne musste gegen Alessio Stillrich, Miguel Chapuis und Julian Salmonn ran. Zunächst lief es perfekt für Brawzinho, der schnell einen Double Forward hinlegte und eine 4,75-Punkte-Welle hinterherschob. Doch der Heat wurde immer spannender, da seine Konkurrenten allesamt brillant fuhren und dem Brasilianer auf die Pelle rückten. Stillrich gewann den Heat mit einem Double Forward und einem Pushloop sowie einigen soliden Wellenritte, um den zweiten Platz gab es einen harten Kampf.

Sowohl Browne als auch Chapuis und Salmonn wechselten sich in der Endphase des Heats auf Rang zwei ab. Die Entscheidung brachte dann ein einhändiger, einfüßiger Backloop von Salmonn, der den Gießener in die nächste Runde brachte und den amtierenden Weltmeister aus dem Wettbewerb warf. Chapuis kam mit nur 0,36 Punkten Rückstand auf Platz drei.

Am heutigen Montag soll der Wind beim World Cup in Pozo stark bleiben, die Wellen allerdings ein bisschen besser werden. Es sieht also alles danach aus, dass heute das Waveriding der Damen und Herren fortgesetzt wird. Der erste mögliche Start ist um 11:00 Uhr deutscher Zeit geplant!

Die Highlights von Tag 2 beim World Cup in Pozo


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