Während sich die Zuschauer beim Citroen Windsurf World Cup Sylt in spätsommerlicher Sonne entspannen konnten, hatten die Foil-Fahrerinnen und Fahrer richtig harte Arbeit zu leisten. Der ablandige Ostwind war am Strand und auf der Promenade kaum zu spüren, draußen auf dem Wasser knallten teilweise Böen von bis zu 30 Knoten übers Wasser. Zum eiskalten Wind kam noch reichlich Seegras und ein Groundswell, der auf den Windchop traf und die Rennen äußerst anspruchsvoll machten.
“Es geht eigentlich nur darum, keine Fehler zu machen”, beschrieb der Schwede Hugo Sjöberg die Herausforderung. Das Segel - zu Beginn fuhren die meisten Herren um die sechs Quadratmeter - sei bei dem böigen Wind manchmal zu klein gewesen und manchmal zu groß. Der Kurs lag fast zwei Kilometer weit draußen, dementsprechend lang war der Weg zur Startlinie. Während es draußen kräftig und böig wehte, war unter Land kaum Wind - beim Weg zurück mussten sich die meisten die letzten 200 Meter mühsam im Dümpeln Richtung Strand arbeiten.
Am besten kam Justine Lemeteyer klar, die Französin gewann vier der fünf Damen-Läufe. Da nur acht Starterinnen dabei waren, bedeutete jeder Lauf gleich das Finale. Einzig im vierten Durchgang musste Lemeteyer nach einem Sturz Marion Mortefon vorbeiziehen lassen. “Das war ein harter Tag, aber ich bin sehr happy”, berichtete sie. “So richtig hat das Material nie gepasst, es war schwer überhaupt auf dem Board zu bleiben.” Lemeteyer führt mit großem Vorsprung, die einzige deutsche Starterin Alisa Engelmann liegt auf Rang sieben. “Ich bin in fast jedem Lauf gestürzt, deswegen bin ich etwas frustriert.”
Nicht wirklich zufrieden dürfte auch Michele Becker sein, der mit einem Sieg im kleinen Finale und Rang neun zwar solide startete, in den beiden folgenden Eliminations aber nicht über die erste Runde hinauskam. Nico Prien hingegen war Dauergast im großen Finale und ist mit Rang sechs derzeit seinem Ziel, hier auf Sylt in die Top 5 zu fahren, sehr nahe. “Drei gute Ergebnisse, das gibt etwas Sicherheit”, sagte Nico anschließend. “Wenn jetzt mal was schiefgeht, kann man das als Streicher nehmen.”
Ganz vorne dominierten Johan “The Beast” Søe und Bruno Martini das Geschehen. Søe ließ sich auch von den schwierigen Bedingungen und vom Seegras nicht aus der Ruhe bringen: “Das ist ja für alle gleich, es geht vor allem darum einen kühlen Kopf zu bewahren.” Der Däne gewann Elimination eins und drei jeweils vor Bruno Martini, im zweiten Durchgang kam er auf Platz drei. Das bedeutet vorerst eine hauchdünne Führung.
Enttäuschend lief der Tag vor allem für Matteo Iachino und Maciek Rutkowski, die beide nur einmal ins A-Finale fahren konnten. Der größte Pechvogel aber war Amado Vrieswijk, der einen hervorragenden Speed hatte, aber von Materialproblemen ausgebremst wurde. “Am Anfang war die Foil-Box kaputt, im zweiten Lauf habe ich dann das Finale angeführt, aber das Foil fühlte sich schwammig an. Dann hat es geknackt und der Frontflügel ist gebrochen.”
Nach drei Eliminations bei den Herren und fünf Läufen bei den Damen war dann recht frühzeitig Schluss, fast alle waren nach dem knallharten Tag weit draußen aber dankbar für einen frühen Feierabend.

Redakteur