WWT Gran CanariaEndlich Wind! - Philip Köster und Daida Moreno gewinnen in Pozo

SURF

 · 10.07.2026

Philip Köster sprang mit einem gigantischen Backloop zum Last-Second-Sieg in Pozo.
Foto: Carter/WWT
Philip Köster sicherte sich mit einem Backloop in den letzten Sekunden den Sieg beim Gran Canaria Gloria Windsurf World Cup. Daida Moreno dominierte bei ihrem Heimspiel und feierte ihren 23. Erfolg in Pozo. Gregory Stathopoulos gewann den U21-Titel der Herren.

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Endlich mehr Wind beim Gran Canaria Gloria Windsurf World Cup in Pozo! Nach einer halben Woche bei eher gemäßigten Bedingungen waren gestern endlich di Profis dran, außerdem konnte der U21-Wettbewerb der Jungen abgeschlossen werden. Die Bedingungen blieben zwar grenzwertig, sorgten aber für mehrere Überraschungen. Am Ende des Tages standen mit Philip Köster und Daida Moreno zwei vertraute Namen auf dem Podium, die ihre Vorjahreserfolge wiederholen konnten. Köster entschied das Finale mit nur 0,61 Punkten Vorsprung für sich, während Moreno jeden einzelnen Heat auf dem Weg zum Titel gewann.

Moreno feiert 23. Heimsieg

Daida Moreno schrieb ein weiteres Kapitel ihrer bemerkenswerten Geschichte in Pozo. Die Gran Canaria-Ikone, die eigentlich nicht mehr auf der Tour dabei ist, musste zunächst durch die Challenger-Runde kämpfen, um überhaupt ins Hauptfeld zu gelangen. Von dort an zeigte sie eine fehlerfreie Leistung und gewann jeden Heat auf dem Weg zum Titel. Gegen Ende des Finals wagte sie trotz der nicht perfekten Bedingungen einen Double Forward. Nach ihrem Sieg zeigte sich Moreno emotional:„Das ist mein 23. Sieg hier in Pozo Izquierdo. Ich habe unglaublich hart trainiert, um wieder auf diesem Niveau antreten zu können. Ich möchte meinen Trainern, meiner Familie, meinen Freunden und den Veranstaltern für all ihre Unterstützung danken. Oft habe ich gedacht, das sei das letzte Mal … aber ich komme immer wieder zurück.“

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​Oft habe ich gedacht, das sei das letzte Mal … aber ich komme immer wieder zurück.“ (Daida Moreno)

Sarah-Quita Offringa sicherte sich den zweiten Platz, wirkte in den anspruchsvollen Bedingungen der Woche jedoch nicht vollständig in ihrem Element. Die 28-fache Weltmeisterin qualifizierte sich nur knapp für das Finale und konnte dort nicht mit Morenos Konstanz mithalten. “Ich war schon happy, im Finale dabei zu sein”, sagte Sarah-Quita. “Ich hatte im Finale ein größeres Segel und etwas mehr Power, der zweite Platz ist wie die Kirsche auf der Torte!” Dennoch startet die Windsurf-Queen mit einem soliden zweiten Platz in die Saison. Alexia Kiefer Quintana komplettierte das Podium auf Rang drei. “Es war sehr schweierig, weil es fast keine Wellen gab”, sagte sie nach dem Finale Ihr Spot-Kenntnisse brachten am Ende den Vorteil gegenüber Sol Degrieck auf Platz vier. Die erst 16-jährige Degrieck hat noch die Möglichkeit, am Freitag um den U21-Titel der Damen zu kämpfen.

Lina Erpenstein verpasste den Einzug ins Finale nur knapp, sie holte im Semifinale nur 0,69 Punkte weniger als Sarah-Quita Offringa. Auch Maria Behrens kam bis ins Halbfinale und musste dort Sol Degrieck und Alexia Kiefer den Vortritt lassen. Sybille Bode, Milanka Linde und Helena Derya Lale war jeweils im Viertelfinale Schluss.

Köster mit Last-Second-Sieg

Das Finale der Herren entwickelte sich zu einem packenden Duell. Köster übernahm zunächst die Führung mit einem perfekt gestandenen Double Forward. Marc Paré arbeitete sich jedoch an die Spitze und schien auf dem Weg zu seinem ersten Sieg in Gran Canaria. In den letzten Sekunden landete Köster einen Backloop, der ihm den entscheidenden Vorsprung verschaffte. Nur 0,61 Punkte trennten die beiden am Ende. Köster verteidigte damit erfolgreich seinen Pozo-Titel und stärkte gleichzeitig seine Ambitionen auf den Weltmeistertitel. “Ich fühle mich gut und bin natürlich glücklich, hier gewonnen zu haben!” freute sich der fünffache Weltmeister. “Natürlich hätte ich gerne mehr Push Forwards gezeigt oder sogar einen Triple-Versuch, aber wir müsse die Bedingungen einfach nehmen, wie sie sind.”

​Natürlich hätte ich gerne mehr Push Forwards gezeigt oder sogar einen Triple-Versuch, aber wir müsse die Bedingungen einfach nehmen, wie sie sind.” (Philip Köster)

Die Viertelfinale brachten bereits hochkarätige Duelle. Liam Dunkerbeck, Marino Gil, Philip Köster und Lennart Neubauer trafen im ersten Heat aufeinander. Gil, der 2024 in Pozo gewonnen hatte und als einer der Favoriten galt, verpasste den Einzug ins Halbfinale um nur 1,14 Punkte. “Das gehört dazu, wenigstens waren ein paar Freunde im Finale dabei”, sagte er später. Sein guter Freund Dunkerbeck schnappte sich in den Schlussmomenten den entscheidenden Score. Im Halbfinale scheiterte Marcilio Browne überraschend, während sich Paré und Miguel Chapuis neben Dunkerbeck und Köster für das Finale qualifizierten. Auch für Alessio Stillrich und Victor Fernandez kam in den Halbfinals das Aus, Anton Richter kam bis ins Viertelfinale.

Miguel Chapuis erreichte sein erstes Finale in Gran Canaria und sicherte sich damit sein bestes Resultat an diesem Spot. Der Spanier zeigte während des gesamten Wettbewerbs starke Leistungen und holte sich sein zweites World Tour Podium nach Sylt 2025. “Dritter in Pozo, das ist wie ein Traum, und jetzt ist er war geworden”, so Miguel anschließend überwältigt. Er habe noch einer OP im Winter nicht einmal gewusst, ob er in Pozo dabei sein könne. Liam Dunkerbeck verpasste als Vierter knapp das Podium.

Stathopoulos dominiert U21-Finale

Im U21-Finale der Jungen setzte sich Gregory Stathopoulos gegen Local Carlos Kiefer Quintana durch. Während Kiefer Quintana in den Wellen überzeugte, dominierte Stathopoulos in der Luft. Er landete einen perfekt ausgeführten Double Forward und einen One-Footed Backloop, die ihm die höchsten Scores des Heats einbrachten. Event-Organisator Björn Dunkerbeck lobte während der Siegerehrung das Niveau des Wettbewerbs. Er betonte, dass wahre Profis nicht nur bei den berühmten Extremwindbedingungen in Pozo performen, sondern auch bei grenzwertigen Verhältnissen, wenn jeder Punkt noch schwerer zu erkämpfen ist.

Der Livestream des Tages zum Nachschauen


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