WWT/PWA World Cup TeneriffaParé und Offringa siegen bei epischen Bedingungen

Marc Paré beim Push-Forward
Foto: WWT/PWA
35 Knoten Wind, massive Rampen – die Action am 6. Tag des WWT/PWA World Cup Teneriffa ging durch die Decke. Sarah-Quita Offringa und Marc Paré siegten, zwei Deutsche landeten auf dem Podium.

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Teneriffa hat geliefert – und die Profis auf dem Wasser ebenfalls! Am 6. Tag des Events war alles bereitet für den Showdown, es standen die letzten Runden der Männer und Frauen an. Einen Schock-Auftakt erlebt Mitfavorit Marcilio Browne: Im ersten Heat des Tages kam das unerwartet frühe Aus im Viertelfinale gegen Josep Pons und den Japaner Takuma Sugi – ein herber Dämpfer für Brownes Titelambitionen. Besser lief es für einen anderen Titelfavoriten – Philip Köster. Zwar brauchte Köster sowohl im Viertel- als auch im Halbfinale einige Minuten, um in Schwung zu kommen, aber dann folgte ein absolutes Feuerwerk: Innerhalb von drei oder vier Runs setzte Köster mit Stalled Double Forward, Pushloop-Forward und radikalen Ritten die Messlatte immer höher – die Judges bewerten seine Sprünge sogar zweimal mit der Höchstnote 10.

Frontside Air von Philip KösterFoto: WWT/PWAFrontside Air von Philip Köster

Die Überraschung des Events war aber Freestyle-Weltmeister Lennart Neubauer, der es erstmals in ein Wave-Finale schaffte. Doppelloops, Pushloop-Forwards, Wave-360s – Lennart hat sein Repertoire zuletzt massiv erweitert und dürfte nicht sein letztes Finale gesurft sein.

Marc Paré mit Traumwertung im Finale

Im Finale der Herren standen sich Weltmeister Marc Paré, Philip Köster, Marino Gil Gherardi und eben Lennart Neubauer gegenüber. Es waren keine fünf Minuten gesurft, da hatte Marc Paré bereits die 30-Punkte-Marke geknackt. Köster kam erneut schleppend in Fahrt. Sein Score nach fünf Minuten: 1,5 Punkte. Auch Neubauer fand nicht so recht seinen Flow, crashte viel, fand keine passenden Rampen. Marino Gil sprengte mit einem gigantischen Stalled Double den Rahmen, konnte den Sprung aber nicht sauber landen. Wie in den vorherigen Runden holte Köster zu Ende hin noch auf, der Rückstand auf Paré war allerdings zu groß. Paré kassierte für beide Sprünge in der Wertung die Höchstnote 10,0 und gab sich auch bei seinen Wellenritten keine Blöße. Mit dem Sieg auf Teneriffa machte er einen wichtigen Schritt nach vorn auf dem Weg zur Titelverteidigung.

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Marc Paré holte völlig verdient den SiegFoto: WWT/PWAMarc Paré holte völlig verdient den Sieg

Erpenstein beeindruckt, Offringa noch mehr

Den höchsten Standard des gesamten Wettkampfs der Damen bot das zweite Halbfinale: Sarah-Quita Offringa lieferte sich einen packenden Schlagabtausch mit Lina Erpenstein. Die Führung wechselte während des gesamten Heats mehrfach. Erpensteins kraftvolles Frontside-Wave-Riding brachte ihr wiederholt hervorragende Scores ein, da sie jeden Abschnitt mit vollem Einsatz attackierte. Offringa antwortete mit der Art kompletter Performance, die ihre bemerkenswerte Karriere prägt. Jeder saubere Sprung wurde durch eine weitere qualitativ hochwertige Welle ergänzt. Pauline Katz und Marine Hunter benötigten etwas Besonderes, um in die Top zwei vorzustoßen, konnten aber nicht genug Druck aufbauen.

Anspruchsvolle Bedingungen in packendem Damen-Finale

Als das Finale begann, hatten sich die Bedingungen weiter verschärft. Die steigende Flut machte die Rampen zunehmend schwer lesbar und zwang die Athletinnen zu Geduld. Dies führte zu einer faszinierenden taktischen Schlacht, bei der die Führung in den ersten Phasen mehrfach wechselte. Alexia Kiefer, die sich in den Bedingungen völlig zu Hause fühlte, sah erneut sensationell auf der Welle aus und warf sich mit viel Selbstvertrauen in kritische Sektionen. Lina Erpenstein baute im Verlauf des Heats weiter Momentum auf und kombinierte kraftvolle Turns und einen Aerial mit sauberem Jumping, um sich in Schlagdistanz zu bringen. Sniady weigerte sich, das führende Trio entkommen zu lassen und blieb während des gesamten Finals in Reichweite.

Stalled Forward von Lina ErpensteinFoto: WWT/PWAStalled Forward von Lina Erpenstein

​Wie so oft in ihrer Karriere lieferte Offringa, als es am meisten zählte. Sie wirkte nie gehetzt und füllte ihr Score-Sheet stetig auf, bevor sie in der Schlussphase das entscheidende Upgrade fand. Ein wunderschön getweakter Push Loop, ausgeführt mit der für sie typischen Höhe und Kontrolle, brachte ihr exakt den Score, den sie benötigte, um sich von ihren Konkurrentinnen abzusetzen und den zweiten Event-Titel in Folge auf Teneriffa zu sichern. Erpensteins zweiter Platz markierte eine beeindruckende Rückkehr nach einer verletzungsbedingt schwierigen Saison 2025. Ein vierter Platz beim Maui Pro und ein zweiter Platz in Teneriffa bestätigten, dass die Deutsche wieder in der Lage ist, um Siege zu kämpfen. Kiefers dritter Platz setzte ihren rasanten Aufstieg fort und verstärkte das Gefühl, dass ein erster Weltcup-Sieg immer näher rückt. Sniady rundete eine herausragende Woche möglicherweise leicht enttäuscht ab, das Podium knapp verpasst zu haben.

​Ergebnisse WWT/PWA World Cup Teneriffa 2026:

Damen:

  • 1. Sarah-Quita Offringa
  • 2. Lina Erpenstein
  • 3. Alexia Kiefer
  • 4. Justyna Sniady
  • 5. ​Sol Degrieck
  • 5. Pauline Katz
  • 7. Maria Behrens
  • 7. Marine Hunter
  • 9. Maria Morales Navarro
  • 9. Line Bang Wittrup

Herren:

  • 1. Marc Paré
  • 2. Philip Köster
  • 3. Marino Gil Gherardi
  • 4. Lennart Neubauer
  • 5. Takuma Sugi
  • 5. Josep Pons
  • 7. Arthur Arutkin
  • 7. Jules Denel
  • 9. Marcilio Browne
  • 9. Antoine Martin
  • 9. Julian Salmonn
  • 9. Liam Dunkerbeck

Alle Ergebnisse unter worldwindsurftour.com

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Manuel Vogel

Manuel Vogel

Redakteur surf

Manuel Vogel (Jg. 1981) lebt in Kiel und stand bereits mit sechs Jahren auf dem Windsurfboard in der Surfschule seines Vaters. Nach über 15 Jahren als Windsurflehrer und seit 2003 im surf-Testteam arbeitet er seit 2013 als Redakteur für Test und Fahrtechnik. Seit 2021 ist er zudem begeisterter Wingfoiler – vor allem an der Ostsee und in den Wellen Dänemarks.

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