Stephan Gölnitz
· 24.10.2026
Ich bin jeden Morgen, wenn Wind ist, am Strand, um die Segel persönlich zu testen. Und sie testen zu lassen – von meinem Team und auch von Freunden. Den ganzen Medien-Teil mache ich für Point-7. Ich bin dafür kein Profi. Aber weil ich das Produkt entwickle, weiß ich genau, was ich filmen will, um den technischen Teil am besten darzustellen.
Ich hatte einen anstrengenden Sommer mit Events, Rennen, Besuchen bei unseren Händlern und Lieferanten. Ich war ungefähr 20 Tage zu Hause seit März. Als ich von Alacati zurückkam, habe ich mich gezwungen rauszugehen, um ein Segel zu testen – aber ich war müde und abgelenkt. Es war eigentlich ein Zeichen, dass ich mich ausruhen muss. Ich habe es aber ignoriert, und im Wasser hat mich eine ganz kleine Welle bei niedriger Geschwindigkeit getroffen – und mir das mediale Seitenband am Knie zu drei Vierteln verletzt. Das war ein Zeichen, dass ich langsamer machen sollte. Fünf Wochen Pause – aber schauen wir positiv: Das bedeutet auch für ein paar Wochen mal kein Stress zu haben, die Wettervorhersagen ständig zu verfolgen. Ich habe gleich nach zwei Wochen damit begonnen, die Muskulatur zu stärken, um für Ende September bereit zu sein.
Was hast du gedacht, als du gesehen hast, wie wir mit dem Fotokoffer auf dem Board rausgesurft sind? Was ihr gemacht habt, kenne ich sehr gut. Das bedeutet, einen Windsurf-Ausflug für die Arbeit zu machen – und nicht zum Vergnügen. Das ist ein großartiger Job, aber auch anspruchsvoll. Das heißt „Pragmatismus“: Es gibt Wind, man geht aufs Wasser und macht Fotos – ohne Zeit zu verlieren, ohne zehn Fotografen, Motorboote usw. Den Wind musst du sofort nutzen, ohne auf morgen zu warten – du musst in unserem Sport und Job schnell sein. Und man investiert einen ganzen Vormittag für den einen Shot, der unsere Leser und Follower hoffentlich zum Träumen bringt. Das ist auch der Geist, den wir bei Point-7 haben. Deshalb habe ich die Drohne geholt und bin rausgekommen, um euch zu fotografieren, auch wenn ihr mit den Segeln eines unserer Konkurrenten gefahren seid. Das habt ihr verdient: Den Koffer auf ein 160-Liter-Board packen, damit mitten auf den See surfen, um das magische Foto zu machen – und dabei die professionelle Kamera riskieren, ohne Case oder Schutz. Das zeigt, dass surf seinen Job beherrscht und dass da Jahre an Erfahrung dahinterstecken. Es tut mir leid, dass ich nur wenige Fotos von euch gemacht habe, aber die Drohne ist beim Kontakt mit dem einzigen Kite ins Wasser gestürzt.
Danke. Aber unser Mitleid ist eher bei dir und deiner Drohne. Wann denkst du, dass du wieder aufs Wasser gehst? Ich habe keine Eile. Die Segel für 2027 sind bereits auf dem Markt. Man muss ab und zu auf sich selbst achten, sonst zwingt dich der Körper irgendwann, dich auszuruhen. Ende September geht’s wieder los.
Andrea, Danke für die Fotos und vor allem gute Genesung!

Redakteur surf
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