Hüfttrapez“So klein, dünn und leicht wie möglich” - so wurde das Goya Obi Pro entwickelt

SURF

 · 11.09.2026

Goya hat mit dem Obi Pro das erste Trapez seiner über 30-jährigen Firmengeschichte entwickelt
Foto: Goya
Mit dem Obi Pro hat Goya sein erstes Trapez vorgestellt. Welche Anforderungen die Rider hatten, wie die Entwicklung lief und woher der Name kommt, berichtet das Goya-Team in einem exklusiven Einblick.

„Ich wollte ein Trapez, das genau das bietet, was ich brauche. Sonst nichts”, beschreibt Markengründer Francisco Goya die Idee hinter dem Obi Pro. Dass das neue Goya-Trapez mehr sein soll als nur irgendein Zubehör-Teil, wurde alleine durch die aufwändige Markteinführung klar. Auch wir konnten das Hüfttrapez bereits testen. “Wir haben es so klein wie möglich gestaltet und sind noch weiter gegangen, bis uns klar wurde, dass wir an die Grenzen gestoßen waren. So klein, so dünn und so leicht wie möglich, vom Haken bis zu den Schnallen, und dabei mit vollem Komfort”, fasst Francisco Goya die Anforderungen zusammen. “Wir wollten keine Spielereien oder Kompromisse, und wir haben über ein Jahr lang mit dem gesamten Team getestet – und es fühlte sich die ganze Zeit wie ein Traum an. Alles wurde hinterfragt und auf Herz und Nieren geprüft. Trapez, Körper und Rigg werden eins. Ich könnte nicht begeisterter sein.“

Warum hat sich Goya Windsurfing nach so vielen Jahren der Herstellung von Boards, Segeln, Zubehör und Komponenten dazu entschlossen, sein erstes Trapez zu entwickeln?

Francisco Goya: Wir wollten ein Trapez entwickeln, das wirklich unserer gesamten Designphilosophie entspricht: nur das, was man braucht, intuitiv, leichter und langlebig. Nachdem wir jahrelang jedes andere Teil der Ausrüstung verfeinert hatten, schien es der richtige Zeitpunkt zu sein, ein spezielles Windsurf-Trapez zu entwickeln, mit dem wir alle gerne fahren würden.

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Jeder Rider hat eine klare Meinung zu seinem Trapez. Wie begann der Ideenfindungsprozess?

Francisco Goya: Absolut – die Vorlieben beim Trapez sind sehr persönlich. Wir haben eine klare 50:50-Aufteilung zwischen Fahrern festgestellt, die feste Hakensysteme bevorzugen, und solchen, die einen verschiebbaren Trapezhaken Wünschen. Deshalb haben wir ein System entwickelt, das beide Optionen bietet, ohne dass Kunden für Funktionen bezahlen müssen, die sie nicht benötigen. Es gab aber auch Punkte, bei denen sich alle einig waren: es musste das leichteste und minimalistischste Trapez sein, das möglich ist, und dabei dennoch Bewegungsfreiheit bieten, das Schwimmen erleichtern und auch bei langen Sessions mit oder ohne Neoprenanzug bequem zu tragen sein. Was die Farben angeht, gingen die Meinungen weit auseinander, daher haben wir uns entschieden, die gesamte Farbpalette anzubieten und die Fahrer selbst wählen zu lassen, was zu ihrer Ausrüstung und ihrem Stil passt.

Das Goya Obi Pro gibt es in diversen Farb-VariantenFoto: GoyaDas Goya Obi Pro gibt es in diversen Farb-Varianten

Warum wurden Maui und Hood River als Ausgangspunkte für das Konzept gewählt?

Jason Diffin (Goya-Segeldesigner): Die Arbeit im Goya Windsurfing-Loft findet je nach Jahreszeit und den aktuellen Entwürfen und Entwicklungsprojekten abwechselnd in Hood River, Tarifa und Maui statt. Alle Spots zusammen bieten die weltweit beständigsten Bedingungen und gleichzeitig eine unglaublich breite Palette an Bedingungen. Das Obi Pro musste minimalistisch und angenehm auf der nackten Haut in den Tropen sein, gleichzeitig aber auch nahtlos über einem Neoprenanzug in kaltem Wasser funktionieren. Dank unserer Teams in Maui, Tarifa und The Gorge sowie zahlreicher Reisen und Tests an anderen Orten wurde das Design verfeinert und hat sich dort bewährt, wo es am wichtigsten ist – auf dem Wasser.

Ihr betont, dass das Goya Obi Pro ein spezielles Windsurf-Trapez sei – was ist dabei das entscheidende Merkmal? Wie wird es den Anforderungen von Frauen und Männern in Bezug auf Fahrverhalten, Komfort und Sicherheit gerecht?

Jason Diffin: Ein spezielles Windsurf-Trapez ist definitiv der entscheidende Unterschied. Das Obi Pro wurde speziell für die einzigartigen Belastungen und Bewegungen beim Windsurfen entwickelt. Wir wollten, dass das Trapez unter Belastung stabil bleibt und gleichzeitig volle Bewegungsfreiheit sowie flexible Drehungen und eine ganz natürliche Körperhaltung ermöglicht. Es verteilt die Belastung gleichmäßig über den Rücken und die Hüften, verhindert so Druckstellen und hält den Haken sicher in Position – für mehr Komfort, Kontrolle und weniger Ermüdung. Sicherheit stand von Anfang an im Vordergrund, und das firmeneigene Schnellauslösesystem ist die einfachste, sicherste und zuverlässigste Variante, die ich je verwendet habe. Die „curve@“-Hardshell-Konstruktion wurde gezielt entwickelt, um den vorderen und hinteren Rumpfbereich zu schützen - für jede Größe maßgeschneidert, um sicherzustellen, dass das Trapez korrekt am Körper anliegt, was Stabilität, Komfort, Selbstvertrauen und Sicherheit auf dem Wasser verbessert. Das Endergebnis ist ein Trapez, über das man nicht mehr nachdenkt und in dem man das Surfen einfach nur genießt.

Das Goya Obi Pro ist sowohl mit festem als auch mit verschiebbarem Haken erhältlich. Was ist die Idee dahinter?

Jason Diffin: Ich persönlich fahre ausschließlich mit einem verschiebbaren Trapezhaken – das ermöglicht es mir, meine Hüften natürlich zu drehen und die Hakenposition beim Am-Wind-Segeln zu versetzen. Alle Windsurfer haben starke Vorlieben für das eine oder andere System, daher war es wichtig, dass das Obi Pro bei beiden Konfigurationen die gleiche Passform, Stabilität und Leistung bietet.

Die separate Hakenplatte ist sowohl mit festem als auch mit verschiebbarem Haken erhältlichFoto: GoyaDie separate Hakenplatte ist sowohl mit festem als auch mit verschiebbarem Haken erhältlich

Wie seid ihr die Entwickkung angegangen?

​Jason Diffin: Der Prozess begann mit einer modernen Silhouette – wir haben sie immer kleiner gestaltet, mit individuellen Formen für jede einzelne Größe. Anschließend widmeten wir uns der Biegung, der Polsterung, den Schnallen, den Haken und jedem einzelnen Detail und legten alles zur Überprüfung auf den Tisch.

Was sind die wichtigsten Merkmale des Designs?

Mateo Caneo (Entwickler) und Björn Dunkel (Produktdesigner): Neben dem modularen Trapezhaken mit zwei feste Gurtbänder sind es das “Curv360°”-Hakenpolster mit „Belt Alignment“, das an den Seiten der hinteren Schale befestigt wird, um eine 360°-Struktur zu bilden und die Gurte rundum zu verbinden. Dazu kommt ein schlankes Schnellverschlusssystem auf beiden Seiten und ein selbstsichernder Gurt von Schnalle zu Schnalle. Das Design der Schnellverschlussplatte bietet einen einfachen Mechanismus zum Festziehen und Lösen. Der Gurtband ist in Breite, Länge und Dicke einstellbar und sorgt so für das exakt benötigte Verhältnis von Festigkeit zu Belastung. Das Obi Pro nutzt die “Curv-Hard-Shell”-Technologie mit thermogeformtem Verbundmaterial, um maximale Steifigkeit bei geringem Gewicht zu erzielen. Er ist bis zu 50 % leichter als herkömmliche Faserverbundwerkstoffe und vereint hervorragende Stützeigenschaften mit Torsionsflexibilität und einzigartiger Schlagfestigkeit. Er bietet eine anatomisch geformte und ausgerichtete 360°-Konturgurtstruktur. Die Kombination beider Elemente ermöglichte es uns, ein leichtes, schlankes Klettergeschirr ohne sperrige Teile oder dicke Verstärkungen zu entwickeln.

Welche Verbesserungen waren während des gesamten Prozesses ein „Muss“?

Mateo und Björn: Alle unsere Verbesserungen folgten einem ähnlichen Ansatz, indem wir ein überdimensioniertes Design vermieden. Hervorzuheben ist die Entwicklung eines mittelharten, schlanken und leichten Trapezes, das dir Freiheit beim Fahren bietet und nicht so hart ist, dass du dich eingeengt oder eingeschränkt fühlst.

Was waren die größten technischen Herausforderungen?

Mateo und Björn: Über ein Jahr lang wurde alles hinterfragt und getestet. Jede Trapezgröße musste von Grund auf neu entworfen werden, damit alle Elemente gut zusammenpassten. Dabei durchliefen wir einen Feinabstimmungsprozess hinsichtlich der Platzierung, Abständen und Toleranzen zwischen den verschiedenen Teilen des Trapezes.

Wie stark haben die Teamfahrer diesen Designprozess beeinflusst?

Francisco Goya: Alles, was wir entwickeln, geht von den Bedürfnissen der Fahrer aus. Es ist das Zusammenspiel zwischen den Ingenieuren, Designern und dem ständigen Feedback der Fahrer, das unser gesamtes Equipment von Grund auf prägt. Wir haben mit einem leeren Blatt Papier angefangen und haben genau festgelegt, was dieses neue Trapez leisten sollte. Das Ingenieurteam verglich anschließend die Materialspezifikationen – Gewicht, Festigkeit, Komfort und Haltbarkeit – und entwickelte die Teile, die das gesamte Feedback berücksichtigten. Daraufhin gingen die ersten Muster an das gesamte Team und an und verbundene Fahrer, um sie unter realen Bedingungen zu testen. Wir wissen, dass wir das Produkt nur verbessern können, indem wir Zeit und Energie investieren – und genau das haben wir mit unserem weltweiten Team getan. Jeder erhielt frühe Prototypen und beteiligte sich an den Diskussionen, die zum endgültigen Obi Pro-Trapez führten.

So leicht und einfach wie möglich, das war das Ziel bei der EntwicklungFoto: GoyaSo leicht und einfach wie möglich, das war das Ziel bei der Entwicklung

Was bedeutet dieses allererste Trapez für die Marke?

Francisco Goya: Es fühlt sich wirklich so an, als wäre es höchste Zeit gewesen. Nach einer 32-jährigen Reise, die mit Boards begann, gefolgt von Segeln und Komponenten, ist es aufregend, das Sortiment um ein neues Teil zu erweitern. Die Resonanz der Rider und unserer Community war überwältigend – es fühlt sich an, als wären alle Wünsche berücksichtigt worden. Die Wahl zwischen einem festen oder einem verschiebbaren Haken war ein wichtiger Punkt, aber der genau richtige Flex und die Form jeder einzelnen Größe, das Schnellverschlusssystem in Kombination mit dem minimalistischen Haken begeistern die Leute wirklich. Es ist ein tolles Gefühl, etwas für uns selbst zu entwickeln, das wir mit allen teilen können.

​Was steckt hinter dem Namen “Obi”?

Mateo und Björn: „Obi“ leitet sich von einem traditionellen japanischen Gürtel, ab und steht für Stärke und Einfachheit.

​Während sich die meisten Trapeze auf dem Markt mit einem Schnellverschluss öffnen und schließen lassen, muss man beim Obi Pro den Gurt ein wenig lockern, hat sich in unserem Test herausgestellt. Warum habt ihr euch für diesen „minimalistischen“ Ansatz entschieden, anstatt einen etwas einfacheren Weg zu wählen?

​Das Obi Pro muss zum Lösen nicht gelockert werden. Zum Öffnen ziehst du einfach mit den Fingerspitzen an der Quick-Lock-Platte. Sie schwenkt zur Seite und gleitet heraus, woraufhin sich der Haken sofort löst. Keine sperrigen Teile und kein vorheriges Lockern des Gurtes erforderlich. Beim Anlegen des Gurtes ist es einfacher, wenn du das Gurtband etwas lockerst. Sobald du ihn angelegt hast, ziehst du am Gurtband, um die Spannung einzustellen. Wir haben uns für ein breites Gurtband und ein minimalistisches System entschieden, damit du die Spannung auf dem Wasser feinjustieren kannst – je nach Bedingungen und Vorlieben fester oder lockerer. Diese Funktion ist auch mit einem verschiebbaren Haken kompatibel. Einfach, leicht und sicher – ganz ohne zusätzliche Hardware.

Mehr Infos unter goyawindsurfing.com


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