Windsurf BasicsWelches Trapez zum Windsurfen?

Die Wahl des Trapezes ist letztendlich eine Frage des Geschmacks. Einsteigerfreundlicher sind allerdings Hüfttrapeze.
Foto: Stephan Gölnitz
Das Trapez ist beim Windsurfen deine Eintrittskarte für längere Sessions und schnelleres Surfen. Ob du ein Hüfttrapez oder ein Sitztrapez wählst, ist dabei vor allem Geschmackssache. Hauptsache, es sitzt gut!

Sitztrapez oder Hüfttrapez?

Sitztrapeze, die mit Beingurten ausgestattet sind und eine etwas niedrigere Hakenposition bieten, können den Rücken während längerer Surfsessions entlasten. Wie der Name schon sagt, „sitzt“ man dabei mehr im Segel, statt das gesamte Gewicht mit dem unteren Rücken zu tragen, wie es beim Hüfttrapez der Fall ist. Hüfttrapez-Fans berichten wiederum von einer Art stützender Wirkung im Bereich der Lendenwirbelsäule, die sie beim Surfen mit Sitztrapezen vermissen. Letztendlich ist die Wahl des Trapezes für erfahrene Windsurfer eine Frage des persönlichen Geschmacks und kein absolutes Richtig oder Falsch. Im besten Fall probiert man beide Gurtarten aus – dabei stellen die meisten schnell fest, welches richtig für sie ist. Für Anfänger lässt sich allerdings sagen, dass Hüfttrapeze generell besser geeignet sind, da die höhere Hakenposition das Ein- und Aushaken erleichtert und die Trapeze ohne Beingurte generell mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen. Daher sieht man Sitztrapeze häufiger im Freeride- und Racing-Bereich, während im Freestyle- und Wave-Bereich fast ausschließlich Hüfttrapeze verwendet werden.

Passform und Größe des Trapezes

Beim ersten Anlegen merkt man meistens schnell, ob sich der Gurt an die Körperform anschmiegt oder nicht. Wenn bei der ersten Anprobe bereits etwas nicht sauber sitzt oder nur leicht drückt, wird das beim Surfen in den meisten Fällen nicht besser. Dann lieber nicht kaufen! Besonders Frauen sollten beachten, dass sie kein Männertrapez kaufen, sondern ein Modell für Ladys, das immer eine angepasste Ergonomie aufweist.

Harte oder weiche Schale?

Auch die Härte der Schale ist Geschmackssache: Hartschalenmodelle sollen für maximale Rückenunterstützung und bessere Kräfteverteilung sorgen, während die weicheren Gurte ideale Bewegungsfreiheit bieten. Auch wenn ein weicher Gurt auf Anhieb oft bequemer wirkt, kann dieser (vor allem in Kombination mit großen, kraftvollen Segeln) schnell an seine Grenzen kommen. Der Gurt verformt sich, und der Rücken drückt sich im Prinzip durch das weiche Material durch. Eine harte Schale hingegen hält den Kräften stand, kann aber somit auch deutlich schneller für Druckstellen und Unbehaglichkeit sorgen. Besonders Hartschalentrapeze müssen wie angegossen passen – blind kaufen ist in dem Fall keine Option.


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Julian Wiemar

Julian Wiemar

Redakteur surf

Julian, 1996 in Köln geboren, zählt zu den besten deutschen Freestyle-Windsurfern und trainiert bis heute regelmäßig auf dem Rhein. Nach deutschem Meistertitel und mehreren Jahren an internationalen Top-Spots mit Weltcup-Ambitionen fand er über Reise- und Revierberichte den Weg zum surf-Magazin. Dort absolvierte er ein Volontariat und arbeitet heute als Redakteur, der seine Erfahrungen und Leidenschaft für den Windsurfsport mit den Lesern teilt.

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