HoverAir AquaWasserdichte Foto-Drohne für Wassersportler ausprobiert

Hauke Schmidt

 · 07.07.2026

HoverAir Aqua: Wasserdichte Foto-Drohne für Wassersportler ausprobiertFoto: YACHT/Hauke Schmidt
Die Hoverair Aqua mit dem Lighthouse-Transponder.
Die Foto-Drohne HoverAir Aqua kann schwimmen, vom Wasser starten und im Automatik-Modus hinter dem Motiv herfliegen. Ideal für Wassersport-Aufnahmen? Unsere Kollegen der YACHT konnten die Drohne ausprobieren.

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Wer tolle Drohnen-Aufnahmen von sich selber beim Surfen machen möchte, braucht in der Regel einen Piloten, der die Drohne vom Land aus steuert. Zudem verträgt sich Wasser mit den allermeisten Modellen am Markt nicht, bei einem Absturz während der Session ist die Drohne meist kaum noch zu retten - sofern sie denn gefunden wird. Die HoverAir Aqua von Zero Zero Robotics soll genau diese Probleme lösen: Dank eines umschäumten Rahmens schwimmt die Drohne und kann auch vom Wasser wieder starten.

Unsere Kollegen des Schwester-Magazins YACHT haben die HoverAir Aqua während eines Segel-Törns ausprobieren können. Surfer, Winger oder Stand-Up-Paddler sind jedoch die eigentliche Zielgruppe, je nach Geschwindigkeit kann man verschiedene Modi wählen. Neben Fotos kann die Drohne auch Videos drehen, die Steuerung erfolgt entweder per Handy von einer zweiten Person oder im Automatik-Modus über den sogenannten Lighthouse-Transponder: ein wasserdichtes Armband, das die Drohne mithilfe von GPS und Beschleunigungssensoren steuert – und dabei präziser arbeiten soll als optische Tracking-Systeme.

Drohnen der EU-Klasse C0 können ohne Führerschein geflogen werden

​Mit einem Gewicht von weniger als 249 Gramm gehört die wasserdichte Drohne von HoverAir zur EU-Klasse C0. Zur Klasse C0 zählen besonders leichte Drohnen mit einem Abfluggewicht von unter 250 Gramm. Das bringt einige praktische Vorteile mit sich: Ein Drohnenführerschein ist für diese Geräte nicht erforderlich. Notwendig sind lediglich eine Drohnenhaftpflichtversicherung, die Registrierung als Pilot beim Luftfahrt-Bundesamt sowie eine von außen gut sichtbare Kennzeichnung der Drohne mit der UAS-Betreiber-ID.

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C0-Drohnen dürfen in der offenen Kategorie A1 geflogen werden. Das bedeutet, dass Flüge auch in der Nähe von Menschen grundsätzlich erlaubt sind, solange die geltenden Sicherheitsregeln eingehalten werden. Das Überfliegen einzelner unbeteiligter Personen ist zulässig, Menschenansammlungen dürfen dagegen nicht überflogen werden. Die maximal erlaubte Flughöhe beträgt 120 Meter über dem Startpunkt.

Verarbeitung und Bedienung

Die Verarbeitungsqualität der Aqua hinterlässt einen überzeugenden Eindruck. Sowohl die Drohne als auch das Lighthouse-Armband sind vollständig wasserdicht und lassen sich auch mit nassen Händen gut bedienen. Statt eines Touchscreens setzt die Drohne auf ein 1,6 Zoll großes AMOLED-Display mit physischen Tasten. Das Lighthouse ergänzt die Bedienung durch Sprachausgabe und einen Vibrationsalarm, der etwa bei einer instabilen Verbindung oder niedrigem Akkustand warnt.

Auch die Inbetriebnahme gelingt dank der Sprachführung beider Geräte grundsätzlich unkompliziert. Im Test fehlte jedoch eine schnell auffindbare und klar strukturierte Anleitung. Da die Drohne den Kollegen noch vor dem offiziellen Verkaufsstart zur Verfügung stand, war erkennbar, dass noch nicht alle Inhalte final ausgearbeitet waren. So bezogen sich die App-Tutorials ausschließlich auf andere Modelle von HoverAir. Inzwischen stehen jedoch gelungene Videoanleitungen bereit — man muss lediglich darauf achten, das passende Drohnenmodell auszuwählen.

Kollisionsgefahr an vollen Spots

Starts vom Boden, aus der Hand und sogar vom Wasser gelangen im Test zuverlässig. Besonders beeindruckend ist die Turtle-Funktion: Gerät die Drohne kopfüber ins Wasser oder wird sie von einer Welle umgedreht, lässt sie sich per Knopfdruck wieder aufrichten und in die Startposition bringen. Deutlich anspruchsvoller erwies sich dagegen die Landung: Beim Rückflug hält die Drohne einen Mindestabstand von rund fünfeinhalb Metern zum Lighthouse-Armband ein, der sich im Test nicht weiter reduzieren ließ. An Bord der Segelyacht ließ sich die Drohne deswegen nur mit Tricks landen, am Strand dürfte es deutlich einfacher sein.

Erschwert werden Manöver auf engerem Raum allerdings dadurch, dass seitliche Kollisionssensoren vollständig fehlen. Nicht nur beim Starten und Landen, auch auf dem Wasser muss also genügend Platz in der Umgebung sein. Dank der durch Schaumauftrieb geschützten Propeller ist zumindest ein wenig Schutz vorhanden, damit Drohne und Ausrüstung bei einer Kollision nicht beschädigt werden. An vollen Spots kann es aber schnell heikel werden.

Liegt die Drohne im Wasser und entfernt sich der Surfer mit dem Lighthouse-Armband, bricht die Verbindung schnell ab, so dass fix gewendet werden muss. Anschließend ließ sich die Drohne per Knopfdruck erneut aus dem Wasser starten. Aus dem Wasser bergen mussten die Kollegen sie jedoch kein einziges Mal.

Ausreichend Speed nur mit Automatik

Vor dem Start wählt man einen Flugmodus wie Surf, Kajak, Follow, Selfie oder weitere Varianten. Parameter des jeweiligen Programms — etwa, ob die Drohne links oder rechts folgen soll oder in welcher Entfernung und Höhe sie fliegt — lassen sich während des Flugs über den Lighthouse-Transponder anpassen. Da jedoch kein Livebild zur Verfügung steht, ist nur schwer einzuschätzen, wann der Bildausschnitt optimal ist. Der gewählte Flugmodus selbst lässt sich in der Luft allerdings nicht ändern; dafür ist eine Zwischenlandung erforderlich.

Im Automatikmodus folgt die HoverAir Aqua ausgesprochen präzise. Das über GPS und Sensoren gesteuerte Lighthouse-Tracking erwies sich im Test als optischen Verfolgungssystemen klar überlegen. Für Nahaufnahmen des Fahrers - oder wie im Test des Bootsdecks - funktioniert das sehr gut. Bei Totalen aus einer größeren Höhe wurde jedoch die Verbindung zum Lighthouse-Transponder bereits bei rund 12 bis 15 Metern instabil. Reißt sie ab, fliegt die Drohne zur per GPS gespeicherten Startposition zurück.

Über die Smartphone-App lässt sich während des Flugs jederzeit in den manuellen Modus wechseln. Nur dann steht auch ein Livebild zur Verfügung. Der Wechsel zurück in den Automatikmodus ist allerdings erst nach einer Zwischenlandung möglich. Im manuellen Betrieb ist die Drohne zudem deutlich gedrosselt und kann Windsurfern und Wingfoilern nicht mehr folgen. Im Automatikmodus zeigt die Aqua dieses Problem nicht, da sie dort spürbar schneller fliegen kann. Laut Hersteller erreicht die wasserdichte Drohne bis zu 55 km/h.

Begrenzte Akkulaufzeit und Einbußen bei der Bildqualität

​Die Akkulaufzeit liegt in der Praxis bei rund 15 Minuten, bei stärkerem Wind sogar nur bei zehn Minuten – statt der versprochenen 20 bis 23 Minuten. Beim Test wehten gerade einmal acht bis zwölf Knoten. Das geringe Gewicht von unter 249 Gramm lässt keinen großen Akku zu. Unangenehm fiel zudem die Lautstärke auf: Die Aqua ist deutlich lauter als viele moderne Drohnen.

​Die wasserabweisende Linse und die selbstheizende Anti-Beschlag-Funktion arbeiteten im Test zuverlässig. Selbst nach Kontakt mit Salzwasser blieben keine Salzkristalle auf der Optik zurück. Die Videoqualität ist insgesamt ordentlich: Die elektronische Stabilisierung hält den Horizont sauber, auch wenn die Farben mitunter etwas überzeichnet wirken. Weniger überzeugend fällt dagegen die Fotoqualität aus. Die Aufnahmen wirken vergleichsweise weich und verrauscht und können mit aktuellen Smartphones oder Actioncams nicht mithalten.

​Die HoverAir Aqua im Windsurf-Einsatz

Weltmeister Matteo Iachino hat eine Kooperation mit dem Hersteller der HoverAir. Auf seinem Instagram-Account gibt es nicht nur einen Discount-Code, sondern auch Eindrücke vom Starten und Landen, der Steuerung sowie der Bildqualität:

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Fazit zur HoverAir Aqua

Die HoverAir Aqua ist in erster Linie für Drohnen-Einsteiger interessant, die ohne zweite Person unterwegs sind und autark Aufnahmen machen möchten. Mit einem Startpreis von 1.299 Euro ist sie jedoch nicht ganz billig. Die Flugmodi sind klar auf Action-Wassersportarten ausgelegt, also auf Szenen, die nah am Geschehen aufgenommen werden. Für Totaleinstellungen fehlen ihr jedoch Reichweite und Flexibilität. Hinzu kommt, dass sich der Bildausschnitt ohne Livebild nur schwer beurteilen lässt. Der stark gedrosselte manuelle Modus ist zudem praktisch nur bei wenig Wind sinnvoll nutzbar. Die begrenzte Akku-Leistung ermöglicht vor allem bei viel Wind nur kurze Sessions.

Als Fotodrohne ist die wasserdichte Kamera-Drohne nicht zu empfehlen, denn die Bildqualität bleibt hinter den Erwartungen zurück. Als Videodrohne liefert sie dagegen ordentliche Ergebnisse. Ihr eigentliches Alleinstellungsmerkmal ist die IP67-Zertifizierung: Eine herkömmliche Drohne für 400 bis 500 Euro macht zwar oft die besseren Aufnahmen, ein Sturz ins Wasser bedeutet dort jedoch in der Regel den Totalschaden. Die HoverAir Aqua hingegen kann nach einer Wasserlandung im besten Fall einfach wieder starten.

Infos unter hoverair.com


Technische Daten HoverAir Aqua

Drohne:

Gewicht<249 g (EU-Klasse C0)
SchutzklasseIP67 (schwimmfähig)
Kamerasensor1/1,28" CMOS, 12 MP
Video4K/100 fps, H-Log (10-Bit)
Stabilisierung1-Achsen-Gimbal + Elektronische Stabilisierung
Akku2.013 mAh
Flugzeitbis 23 min (Herstellerangabe), real 10–15 min
Max. Geschwindigkeit55 km/h (Herstellerangabe)
Windbeständigkeit55 km/h (Herstellerangabe)
SensorenMillimeterwellen-Radar (unten), keine seitliche Kollisionswarnung, keine Hinderniserkennung
Speicher128 GB intern
Display1,6" AMOLED, physische Tasten

Lighthouse-Transponder:

SchutzklasseIPX7, schwimmfähig
TrackingGPS + Beschleunigungssensoren
AlarmeSprachausgabe + Vibrationsalarm
Bedienung55 km/h (Herstellerangabe)

Preise:

Standard Combo1.299 €
Basic Combo1.399 €
Fly More Combo1.499 €
Land and Sea Bundle1.699 €

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