Kaufberatung Nose ProtektorenSo schützt ihr die Brettnase vor Einschlägen

Passiert auch Profis: Beim Schleudersturz kann der Mast die Brettnase treffen
Foto: Carter/pwaworldtour.com
​Eingedrückte Nasen sind bei Boxern alltäglich, dein Windsurf-Board geht bei einem Schlag auf die Nose aber schnell k. o. Wir zeigen verschiedene Arten von Nose Protektoren für Board und Rigg, mit denen du die passende Deckung für den Schleudersturz aufbaust.

Kracks! – das unschöne Geräusch berstenden Laminats macht den ohnehin schon unangenehmen Schleudersturz zum Super-GAU. Mast und Brettnase begegnen sich kurz, aber nachhaltig, und du weißt schon anhand des Klangs, dass das erste Ziel nach dem Wasserstart das trockene Ufer sein muss – gefolgt von einer mehr oder weniger aufwendigen Reparatur. Wenn das Rigg auf dem Board einschlägt, zieht die Nose in der Regel den Kürzeren. Im Gegensatz zum Standbereich gibt es vorne meist weniger Verstärkungen, zudem ist das Board dort relativ dünn und daher empfindlich. Immerhin sind die kurzen und breiten Bugpartien der Gegenwart schon mal weniger exponiert als die steil und filigran nach oben gereckten Näschen der No-Nose-Ära. Aus jener Zeit stammen noch die anklettbaren Schaumstoffpolster fürs Gabelbaum-Frontstück, die bei den meisten heutigen Set-ups jedoch weitgehend wirkungslos sind, denn: Abgesehen von typischen Kinder- oder Einsteigerkombinationen aus kleinen Riggs auf langen Boards schlägt die Gabel bei vielen modernen Board-Segel-Kombis deutlich vor der Nose ins Wasser, den Schaden verursacht dann fast immer der Mast.

​Bei modernen Set-ups trifft der Mast auf die Nase – nicht die Gabel.”

Grundsätzlich lässt sich ein Nasen-Schaden auf zwei Arten verhindern: Entweder wird die Nose durch einen Protektor geschützt oder aber durch Systeme, die den Einschlag des Masts auf der Brettnase verhindern, indem sie den Mast ablenken. Die Vor- und Nachteile beider Varianten stellen wir dir im Folgenden vor.

Nose schützen

1.) Luxus-Variante: Carbon-Protektor nach Maß

Für seine Freerider bietet We One Carbon-Schützer von der Stange, für andere Boards 
werden sie individuell angefertigt.Foto: We OneFür seine Freerider bietet We One Carbon-Schützer von der Stange, für andere Boards werden sie individuell angefertigt.

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Wer Wert auf Optik und Gewicht legt, für den ist ein maßgeschneiderter Carbon-Protektor erste Wahl. Je nach Anbieter und Budget wird dabei sogar ein wenig Laminat weggeschliffen und anschließend verstärkt neu aufgebaut. Auch eine Lackierung im Original-Design ist möglich. Wer kein erfahrener Selbstbauer ist, sollte aber die Fachleute einer Board-Reparatur oder Custom-Schmiede fragen. Einige Hersteller wie zum Beispiel We One bieten passende Carbon-Hauben für ihre Boards an. Mit Preisen ab rund 300 Euro sind sie eindeutig die teuerste Variante (Custom-Anfertigungen deutlich darüber), aber mit dem elegantesten Ergebnis und kaum zusätzlichem Gewicht. Wer angesichts des Preises Bauchschmerzen bekommt, sollte sich klarmachen: Werden dadurch nur zwei Reparaturen verhindert, hat man den Kaufpreis wieder raus!

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​surf-Tipp: Wenn du dir ein leichtes, sportliches Board gönnst (zum Beispiel einen Freeracer), das du länger fahren möchtest, lohnt sich die Investition!

2.) Die goldene Mitte: Nose-Protektoren aus GFK

Angeklebte Nose-Protektoren aus GFK wie im Verleih unserer Test-Basis Radical Sports Tobago sind robust und verhältnismäßig günstig, für viele Bretter mit größeren Stückzahlen gibt es passende Modelle. Nachteile sind ein höheres Gewicht und eine nicht immer ganz perfekte Optik.Foto: Brett KennyAngeklebte Nose-Protektoren aus GFK wie im Verleih unserer Test-Basis Radical Sports Tobago sind robust und verhältnismäßig günstig, für viele Bretter mit größeren Stückzahlen gibt es passende Modelle. Nachteile sind ein höheres Gewicht und eine nicht immer ganz perfekte Optik.

Statt edlem Carbon lassen sich auch günstigere Materialien verwenden, um einen Nasenpanzer anzufertigen. Für einige Board-Modelle mit größerer Stückzahl gibt es diese Protektoren von der Stange, sie müssen dann nur noch angeklebt werden. Das Gewicht ist einige Hundert Gramm höher als in der Carbon-Variante, das kann Ba­lance und Fahrgefühl eines Boards deutlich verändern. Die Kosten liegen mit 100 bis 200 Euro im mittleren Bereich.

surf-Tipp: Eine stabile Lösung für Aufsteiger- und Freerideboards, bei denen es nicht auf perfekte Optik und minimales Gewicht ankommt und die möglicherweise nur einen Zwischenschritt darstellen.

3.) Schnell & günstig: Selbstklebende Protektoren

Nasen-Protektoren zum Aufkleben lassen sich an viele Modelle anpassen.Foto: Stephan GölnitzNasen-Protektoren zum Aufkleben lassen sich an viele Modelle anpassen.

Der einfachste Schutz fürs zarte Näschen sind selbstklebende Schaumstoff-Protektoren, die mehrere Hersteller im Angebot haben. Dabei werden selbstklebende Elemente aufs Brett gepappt, die oftmals aus mehreren Teilen bestehen und sich so schnell und einfach an jedes Modell anpassen lassen. Günstiger Preis, schnelles Anbringen ohne Werkstatt, variable Form und vergleichsweise geringes Gewicht machen diese Option besonders attraktiv. Nachteil: Geringerer Schutz bei schlimmen Einschlägen, zudem sind mögliche Haarrisse unter dem aufgeklebten Protektor kaum zu sehen. Erhältlich in verschiedenen Größen und Stärken, etwa bei JP Australia, Unifiber und ION, die Preise beginnen bei rund 50 Euro.

surf-Tipp: Die schnelle Lösung für den gelegentlichen Schleuderer, ohne in eine Werkstatt zu müssen, zudem auf jedes Board anpassbar und preiswert.

4.) Anclipp-Protektoren

Statt wie früher am Gabelbaum ist ein ansteckbares Polster bei modernen Set-ups eher am Mast sinnvoll, denn der trifft beim Crash auf die Brettnase.Foto: UnifiberStatt wie früher am Gabelbaum ist ein ansteckbares Polster bei modernen Set-ups eher am Mast sinnvoll, denn der trifft beim Crash auf die Brettnase.

Marken wie Unifiber und ION haben Protektoren für den Mast im Sortiment, die zwischen Gabel und Mastfuß einfach angeclippt werden können – quasi Nachkommen der früher üblichen Zubehör-Mastschoner. Damit soll der Mast an der Stelle gepolstert werden, die im Zweifelsfall auf die Brettnase trifft. Diese Option ist flexibel einsetzbar und günstig, doch der Schutz ist begrenzt. Zudem stört das Verhüterli in Manövern beim Griff an den Mast und kann leicht verrutschen. Kosten: Rund 50 Euro.

surf-Tipp: Schnell tauschbare Option mit moderatem Schutzniveau, vergleichbar mit selbstklebenden Protektoren für den Bug.

Aufprall verhindern

Mit cleveren Ablenk-Manövern soll verhindert werden, dass das Rigg überhaupt auf die Brettnase trifft - so die Idee hinter diesen beiden Accessoires. Sie sind günstig und ohne Basteleien zu montieren.

1.) Surfbent

Der Surfbent ist so einfach wie funktional: Er wird unter den Mastfuß geschraubt und lenkt das Rigg zur Seite ab. Dabei steht er kaum im Weg und die Mastspur lässt sich komplett nutzen.Foto: SurfbentDer Surfbent ist so einfach wie funktional: Er wird unter den Mastfuß geschraubt und lenkt das Rigg zur Seite ab. Dabei steht er kaum im Weg und die Mastspur lässt sich komplett nutzen.

Der Surfbent ist ein Klassiker in Surfschulen, für Aufsteiger und Freerider: Unter den Mastfuß wird eine Art Schüssel geschraubt, deren Rand in Richtung Brettnase erhöht ist. Beim Schleudersturz trifft dann der Mast ganz unten auf diese Erhöhung, die den Aufprall abfedert und das Rigg nach links oder rechts ablenkt. Der Surfbent kann beim Wechsel auf jedes andere Board geschraubt werden, erfüllt seinen Zweck, behindert die Füße nur minimal und hinterlässt keine Spuren. Zudem bleibt der komplette Verstellbereich der Mastspur nutzbar. Den Surfbent gibt es in verschiedenen Farben für etwa 70 Euro. Leider wird er derzeit nicht mehr produziert, in vielen Shops sind aber Restbestände verfügbar!

surf-Tipp: Die einfachste Lösung, relativ günstig und optisch elegant! Ideal für Einsteiger und Freerider.

2.) Unifiber Nose Protector

Der Nose Bumper von Unifiber wird in die Mastschiene geschraubt und lenkt das Rigg ab. Manko: Er sitzt dort, wo bei der Wende die Füße hinsollen.Foto: UnifiberDer Nose Bumper von Unifiber wird in die Mastschiene geschraubt und lenkt das Rigg ab. Manko: Er sitzt dort, wo bei der Wende die Füße hinsollen.

Der optisch etwas seltsam daherkommende Unifiber-Knubbel funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie der Surfbent. Er wird separat vor dem Mastfuß in die Mastspur geschraubt und soll das Rigg beim Einschlag ablenken. Das System funktioniert ebenso tadellos und lässt sich bei Bedarf auch als Trageknauf nutzen. Dafür steht er bei Wenden und anderen Manövern gerne mal etwas im Weg. Kostenpunkt: etwa 35 Euro.

surf-Tipp: Etwas auffälliger als der Surfbent, aber noch mal günstiger und ebenfalls absolut zweckmäßig.

Fahrtechnik-Tipp: Festhalten!

Wenn du merkst, dass es dich aushebelt, versuche nicht, dich vom Rigg zu trennen. So knallt es nicht unkontrolliert aufs Board.Foto: Oliver MaierWenn du merkst, dass es dich aushebelt, versuche nicht, dich vom Rigg zu trennen. So knallt es nicht unkontrolliert aufs Board.

Schleuderstürze passieren auf unterschiedliche Arten: Entweder im Gleiten, wenn dich eine Böe unvorbereitet erwischt, du mit dem Bug in einer Kabbelwelle hängen bleibst, oder auch in der Angleitphase, bevor du in die Schlaufen wechselst. Weil du in allen Fällen im Trapez eingehakt bist, ist Loslassen meist keine gute Idee, denn vom Rigg trennen kannst du dich jetzt ohnehin nicht. surf-Tipp Die Verletzungsgefahr ist geringer, wenn du an der Gabel festhältst! Aber auch deine Brettnase dankt es dir, denn oft rotiert das Rigg samt Fahrer dann auch weiter zur Seite und der Mast verfehlt den Bug.

Noseprotektor selber bauen

Wer einigermaßen versiert ist im Umgang mit Harz und Laminat, kann sich einen maßgeschneiderten Protektor auch selber bauen. Man benötigt dazu nicht viel mehr als Harz, Carbon, etwas Schleifpapier – und ein langes Wochenende. Alle Arbeitsschritte und worauf man dabei genau achten muss, zeigen wir dir in einer kommenden Ausgabe!


Tobias Frauen

Tobias Frauen

Redakteur

Tobi verantwortet alles Digitale – von der surf-Webseite bis zu den Social-Media-Kanälen – und sorgt täglich für frischen Bild- und Videocontent. Seine Surf-Wurzeln reichen vom Münsterland über Ijsselmeer, Brouwersdam und Sylt bis nach Kiel und Heidkate. Heute lebt er seit über zehn Jahren in Hamburg als „Weekend Warrior“ und ist so oft wie möglich mit Campingbus und Familie unterwegs – bevorzugt an Ostsee, SPO, Dänemark sowie in Finnland, Schweden oder Sardinien.

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