Wassersport-HelmSoft-Helm mit Kevlar von Sjø Protection im Test

Tobias Frauen

 · 26.03.2026

Der Helm von Sjø Protection schützt dank einer Kevlar-Schicht
Foto: Manuel Vogel
Wikinger-Helm mal anders: Thomas Klingenberg aus Norwegen hat einen Wassersport-Helm entwickelt, der im Normalfall weich bleibt und erst beim Aufprall hart wird - Kevlar sei Dank. Wir haben den Helm von Sjø Protection ausprobiert.

Schutz ja, aber nur wenn man ihn braucht: Der Wassersport-Helm von Sjø Protection kommt mit einer Kevlar-Schicht, die nur bei Schlägen hart wird. Im Normalfall ist der Kopfschutz jedoch weich und flexibel wie eine Mütze. Das Prinzip hat sich Erfinder Thomas Klingenberg bei Schutzkleidung für Motorradfahrer und Mountainbiker abgeschaut (siehe Interview). Wie sich das in der Praxis anfühlt, haben wir in der Karibik und in Dänemark ausprobiert.

An Land

Der Sjø Protection-Helm unterscheidet sich schon auf den ersten Blick von vielen anderen: Grau-braunes Kevlar außen, darunter eine zehn Millimeter dicke Schaumstoff-Schicht. Optisch rangiert er irgendwo zwischen Kauli Seadis Neopren-Haube von früheren Sylt-Worldcups und einer Pilotenhaube aus den 20er Jahren. Die einzelnen Teile wirken clever kombiniert, die Nähte machen einen äußerst soliden Eindruck. Am Hinterkopf lässt sich die Passform mit zwei Gurtbändern innerhalb einer großen Range einstellen. Der Kinnriemen und der Gurtverlauf rund um die Ohren ist in alle Richtungen verstellbar und wird mit einem robusten Fidlock-Magnet-Verschluss unterm Kinn geschlossen. Mit etwas Geduld findet man auf jeden Fall die perfekte Einstellung. Die Gurte lassen sich auch festziehen, während der Helm getragen wird, zum Lösen muss man ihn aber - anders als Modelle mit einem Drehrädchen am Nacken - wieder abnehmen.

Je nachdem wo der Sjø ausgepackt wird, zeigt der Helm zwei Gesichter: Beim Test auf Tobago war er in der karibischen Wärme direkt wunderbar anschmiegsam, etwas später im winterlichen Dänemark kam er dann sehr steif aus dem Auto. Aber mit ein wenig “kneten” und biegen wird das Material auch dann schnell wieder geschmeidig. Mit 280 Gramm Trockengewicht gehört er auf jeden Fall zu den leichtesten Modellen auf dem Markt und wird auch nass mit rund 320 Gramm kaum schwerer. Als Zubehör ist noch ein Ohrenschutz aus Neopren erhältlich, der aber vor allem die Kälte abhalten soll und nicht vor Schlägen schützt.

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Durch die Kevlar-Schicht genügt ein relativ dünnes Schaumstoff-Polster. Die Gurte lassen sich vielfach verstellenFoto: Manuel VogelDurch die Kevlar-Schicht genügt ein relativ dünnes Schaumstoff-Polster. Die Gurte lassen sich vielfach verstellen

Auf dem Wasser

Dieser Teil könnte eigentlich fast frei bleiben, denn auf dem Wasser ist der Sjø kaum spürbar. Das Sichtfeld wird nicht eingeschränkt, die Bewegungsfreiheit ebenfalls kaum und durch das Material ist auch das Gewicht auf dem Kopf nicht der Rede wert. Das Gefühl erinnert tatsächlich mehr an eine Mütze als an einen Helm und hat nichts von der Klobigkeit manch anderen Modells. Schon nach wenigen Metern vergisst man, dass man einen Helm trägt. Einige provozierte Kontakte mit dem Foil beim Rein - und Raustragen dämpfte der Helm tadellos ab, bei heftigeren Schlägen dann versprechen die DIN-Zertifikate und die Bewertung der US-Uni Virginia Tech einen sehr guten Schutz.

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Der Sjø-Helm lässt sich im Winter auch unter Haube tragen. In der Praxis war aber der Helm “obendrauf” angenehmerFoto: Tobi FrauenDer Sjø-Helm lässt sich im Winter auch unter Haube tragen. In der Praxis war aber der Helm “obendrauf” angenehmer

Theoretisch kann der Helm auch, wie von Entwickler Thomas Klingenberg vorgeschlagen, unter der Haube eines Hoodies getragen werden. Das erwies sich bei unserem Test im dicken 6mm-Anzug aber als eine Herausforderung für die Nackenmuskulatur, der Kopf ließ sich nur mit deutlich mehr Anstrengung zur Seite drehen - Wellenreiter legen darauf nicht ganz so viel Wert wie Windsurfer und Wingfoiler, die den Blick permanent seitlich ausgerichtet haben. Zudem dringt dann bei einem Waschgang etwas mehr Wasser in die Haube ein.

surf-Fazit zum Helm von Sjø Protection

​Ein Helm für Leute, die keine Helme mögen - so hat Thomas seine Konstruktion bezeichnet. Tatsächlich spürt man den Helm auf dem Wasser so gut wie gar nicht, gleichzeitig bietet er guten Schutz. In Sachen Komfort ist der Sjø Protection eine ganz klare Empfehlung für alle, die mit herkömmlichen Helmen hadern. Nur bei der schnellen Einstellung der Gurte muss man leichte Abstriche machen und etwas Geduld mitbringen

  • Trockengewicht (eigene Messung): 280 Gramm
  • Nassgewicht (eigene Messung): 320 Gramm
  • Preis: 199,00 Euro
  • Verfügbare Größen: S/M (52-57 cm Kopfumfang) und L/XL (57-64 cm Kopfumfang)

Infos und Shop unter sjoprotection.com


Tobias Frauen

Tobias Frauen

Redakteur

Tobi verantwortet alles Digitale – von der surf-Webseite bis zu den Social-Media-Kanälen – und sorgt täglich für frischen Bild- und Videocontent. Seine Surf-Wurzeln reichen vom Münsterland über Ijsselmeer, Brouwersdam und Sylt bis nach Kiel und Heidkate. Heute lebt er seit über zehn Jahren in Hamburg als „Weekend Warrior“ und ist so oft wie möglich mit Campingbus und Familie unterwegs – bevorzugt an Ostsee, SPO, Dänemark sowie in Finnland, Schweden oder Sardinien.

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