Wingfoil GuideGröße, Griffe, Ventilsystem - so findest du den passenden Wing

Manuel Vogel

 · 27.08.2026

Wingfoil Guide: Größe, Griffe, Ventilsystem - so findest du den passenden WingFoto: KT Foiling
Simpel & intuitiv – Wings zu verstehen, ist nicht schwer. Im Folgenden erklären wir dir alle Basics, geben dir Tipps zur richtigen Größe und zum passenden Griffsystem.

Themen in diesem Artikel

Wer neu ins Wingsurfen kommt, steht erstmal vor vielen Fragen und muss sich im Dschungel der Fachbegriffe orientieren. Aus diesem Grund gibt’s hier erstmal alle Basics und Fachbegriffe, bevor wir dir im zweiten Teil dieses Artikels dann helfen, einen passenden Wing für deine persönlichen Ansprüche zu finden.

Der Wing – Basics & Fachbegriffe

Längst nicht jeder, der ins Wingfoilen einsteigt, hat Vorkenntnisse aus anderen Sportarten wie Kite- oder Windsurfen – deshalb an dieser Stelle noch einige Basics und wichtige Begriffe:

surf/wing-parts_1486386546f946def088a81f4056196fFoto: Marius Gugg
  • Fronttube: Aufblasbare Luftkammer, welche die vordere Anströmkante bildet
  • Mittelstrut: Aufblasbare Luftkammer, welche den Wing in Querrichtung stabilisiert
  • Boom: Griffstange; alternativ auch Handles
  • Fenster: Erlaubt die Sicht durch den Wing nach Lee
  • Ventil: Bajonett-/SUP-Ventil zum Belüften des Wings
  • Fronthandle: Griffschlaufe zum Führen des Wings in neutraler Postion

Der passende Wing – so findest du die richtige Größe

Wings werden mittlerweile in sämtlichen Größen von 2 bis 8qm angeboten. Während ambitionierte Wingsurfer meist mehrere Wings in unterschiedlichen Größen besitzen, wollen Neueinsteiger in der Regel erstmal mit einer Größe den jeweils passenden Windbereich abdecken. Für die Wahl der richtigen Größe sind vor allem Körpergewicht, Fahrkönnen und natürlich die Windstärke entscheidend. Dabei gilt: Wings haben generell einen recht großen Einsatzbereich, da sie sich in starken Böen noch gut neutral stellen lassen. Das bedeutet, dass man mit nur einer Größe durchaus einen Windbereich von zehn bis 15 Knoten abdecken kann. Die folgenden Empfehlungen gelten für alle, die erstmal mit nur einer Wing-Größe einen möglichst großen Windbereich abdecken möchten:

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Im Binnenland und für vorherrschende Windbedingungen von sechs bis 15 Knoten gelten folgende Empfehlungen:

  • <60 Kilo: 4,5-5qm
  • 60-75 Kilo: 5-5,5qm
  • 75-95 Kilo: 5,5-6,5qm
  • >95 Kilo: 6-7qm

In Küstenregionen und an Spots mit regelmäßigen Windbedingungen von zwölf bis über 20 Knoten gelten folgende Empfehlungen:

  • <60 Kilo: 4-4,5qm
  • 60-75 Kilo: 4,5-5qm
  • 75-95 Kilo: 5-5,5qm
  • >95 Kilo: 5,5-6,5qm
Ein Wing kann einen Windbereich von 10 bis 15 knoten abdeckenFoto: Marius GuggEin Wing kann einen Windbereich von 10 bis 15 knoten abdecken

Boom oder Handles – welches Griffsystem macht Sinn?

Auf dem Markt gibt es mehrere unterschiedliche Griffsysteme – weiche Handles, feste Griffe und Boom-Systeme, die einer Kite-Bar oder einem Windsurf-Gabelbaum ähneln. Übrigens: In unserer Test-Rubrik findest du zahlreiche Tests von aktuellen Wings!

1. Feste Griffe

Die Handles sind fest am Wing verbaut, es ist keine (De-)Montage nötig. Auch das geringe Packmaß bleibt in der Regel erhalten, da sich der Wing zwischen den Griffen falten lässt. Ein weiterer Vorteil ist die direkte Kraftübertragung der steifen Griffe beim Steuern und in Manövern.

Feste Griffe sind bei Wings weit verbreitetFoto: KT FoilingFeste Griffe sind bei Wings weit verbreitet

2. Booms

​Auch durchgehende Booms sind zunehmend beliebt. Lange Booms verursachen mitunter zwar ein kleines Mehrgewicht und müssen in der Regel vor der Session schnell angebaut werden, bieten dann allerdings grenzenlosen Spielraum bei der Wahl der Griffposition sowie eine maximal direkte Kraftübertragung.

Am Boom kann die Griffposition frei gewählt werdenFoto: Marius GuggAm Boom kann die Griffposition frei gewählt werden

3. Weiche Griffe

Viele Wings der ersten Generation waren mit schmalen Handles ausgestattet - oft sind diese aktuell auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich. Allerdings sinkt die Verbreitung dieses Systems, da die Griffposition der Hände seitlich nicht millimetergenau angepasst werden kann, was mitunter ein unentspanntes Greifen zur Folge hat. Für kleines Geld können solche Wings ok sein, dem Trend zu festen Griffen oder Booms zu folgen, ist aber unsere klare Empfehlung.

Wing mit oder ohne Fenster?

Fenster können vor allem an vollen Spots ein Plus an Sicherheit bieten. Allerdings statten die meisten Hersteller ihre Wings nur mit kleinen Sehschlitzen aus, um das Packmaß nicht zu sehr zu vergrößern, denn PVC-Fenster sollen nicht gefaltet werden. Unterm Strich würden wir Anfängern, die noch nicht sicher halsen, zu Wings mit Fenstern raten. Wer schon halsen kann oder an weniger frequentierten Spots unterwegs ist, kann auf Fenster im Wing auch auch verzichten, sollte dann aber vor jedem Manöver einen schnellen Blick nach Lee werfen, um den freien Raum zu checken.

Gerade an stark frequentierten Spots bieten Wings mit Fenster ein Plus an SicherheitFoto: Marius GuggGerade an stark frequentierten Spots bieten Wings mit Fenster ein Plus an Sicherheit

Achtung beim Ventilsystem

Wings werden über besondere Ventile be- und entlüftet. Leider verwenden nicht alle Marken das gleiche System, weshalb man beim Kauf im Hinterkopf haben sollte, eine passende Pumpe zu kaufen. Alternativ gibt es im Surfshop auch Adapter, mit denen man seine Pumpe auf ein anderes System umrüsten kann. Hier ein Überblick über die am meisten verbreiteten Systeme auf dem Markt:

Dieses eingedrehte Bajonett-System war lange der Standard auf dem Markt und ist noch immer verbreitet.
Foto: Manuel Vogel

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Manuel Vogel

Manuel Vogel

Redakteur surf

Manuel Vogel (Jg. 1981) lebt in Kiel und stand bereits mit sechs Jahren auf dem Windsurfboard in der Surfschule seines Vaters. Nach über 15 Jahren als Windsurflehrer und seit 2003 im surf-Testteam arbeitet er seit 2013 als Redakteur für Test und Fahrtechnik. Seit 2021 ist er zudem begeisterter Wingfoiler – vor allem an der Ostsee und in den Wellen Dänemarks.

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