Foil-EntwicklungNaish verpflichtet Andrew Gibbons als neuen Entwicklungs-Ingenieur

SURF Redaktion

 · 27.11.2025

Andrew Gibbons verstärkt die Foil-Entwicklung bei Naish
Foto: Naish
Andrew Gibbons verstärkt als R&D Design Engineer das Entwicklungsteam von Naish. Der auf Maui aufgewachsene Downwind-Foil-Spezialist bringt seine Erfahrungen als aktiver Athlet direkt in die Produktentwicklung ein.

Andrew Gibbons hat den perfekten Lebenslauf für seine Position als R&D Design Engineer bei Naish, die ihren neuen Designer in einem Iterview vorgestellt haben. Aufgewachsen in einer Familie, die in den 90er Jahren für das Windsurfen nach Maui zog, ist Wasser sein natürliches Element. „Ich habe mein ganzes Leben Wassersport betrieben”, erklärt Gibbons im Interview. Nach einem Umzug nach Australien während seiner Schulzeit begann seine Karriere im Wassersportbereich früh: Mit 14 Jahren arbeitete er bereits in einem lokalen Wassersportgeschäft auf den Northern Beaches, wo er sich das Kitesurfen selbst beibrachte. Zurück auf Maui studierte er Maschinenbau und verbrachte viel Zeit auf dem Wasser – die perfekte Kombination aus technischem Verständnis und praktischer Erfahrung für seine neue Position.

Von der Uni direkt zu Naish

Der Weg zu Naish verlief für Gibbons fast nahtlos. Noch an der Uni erkannte er das Potenzial des aufkommenden Downwind-Foilens und wurde schnell besser. Diese Kombination aus akademischer Ausbildung und praktischer Erfahrung auf dem Wasser machte ihn zum idealen Kandidaten für Naish, als das Unternehmen passend nach seinem Abschluss eine Stelle ausschrieb. „Es ist wirklich das Ergebnis eines Lebens im Wassersport und einiger sorgfältiger Planung und Lebensentscheidungen, die es mir ermöglicht haben, hierher zu kommen", resümiert Gibbons seinen Werdegang.

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Was reizt einen aufstrebenden Designer an der Arbeit für Naish? Für Gibbons ist es vor allem die kreative Freiheit, die ihm das Unternehmen bietet. „Naish ist ein Unternehmen, das immer an vorderster Front stand, aber jetzt aufholen muss. Ich sehe viele Möglichkeiten für Wachstum und Innovation, besonders als neuer Designer, der frisch einsteigt, und das Unternehmen fängt in mancher Hinsicht von vorne an", erklärt er. Diese Situation gibt ihm die Chance, frische Ideen einzubringen und seinen eigenen Designansatz zu entwickeln. „Ich habe viel kreative Freiheit... daher bin ich am meisten gespannt auf meine kreative Freiheit und die Möglichkeit, Frisches zu designen", betont Gibbons. Seine Vision: Eine aufregende Designperspektive ins Unternehmen zu bringen.

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Fokus auf Wing und Foil

Als R&D Design Engineer arbeitet Gibbons eng mit Noah Hoffman, dem Chef-Designer für Foils, zusammen. „Meine Aufgabenbereiche sind ein wenig vermischt, aber ich arbeite hauptsächlich im Bereich Wing und Foil", beschreibt er seine Rolle. Besonders begeistert ist er von der Möglichkeit, ein neues Downwind-Race-Foil zu entwickeln – sowohl für sich selbst als auch für den Markt. „Ich freue mich wirklich darauf, die Möglichkeit zu bekommen, Ausrüstung zu entwickeln, auf der ich selbst Rennen fahren möchte", sagt er. Zudem arbeitet er an den finalen Design-Inputs des neuen Foilsystems, das im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll.

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Seine Erfahrungen als aktiver Athlet sind für Gibbons ein entscheidender Vorteil in der Produktentwicklung. „Es hilft definitiv, auf hohem Niveau gefahren zu sein und viel andere gute Ausrüstung gefahren zu haben", erklärt er. Diese praktische Erfahrung gibt ihm ein klares Verständnis dafür, welche Standards erreicht werden müssen und wie man dorthin gelangt. Seine Designphilosophie fasst er prägnant zusammen: „Definitiv leistungsorientiert, aber benutzerfreundlich. Benutzerfreundliche Performance ist ein guter Slogan.”

​Zukunftsvision: Bezahlbares Foilen

Eine der größten Herausforderungen und gleichzeitig Chancen sieht Gibbons in der Kostenreduktion für Foil-Equipment. „Die Verbesserung der Geometrie und des Materialdesigns, um die Endkosten für den Verbraucher zu senken. Foilen ist derzeit zu teuer, bei jeder Marke auf dem Markt", erklärt er. Er sieht Möglichkeiten, die Bauweise zu verändern, um Produkte mit weniger teuren Materialien stabiler zu machen. „Ich denke, das wird eine echte Veränderung bringen, wie wir Foilen der Welt präsentieren und wie zugänglich es ist", betont er. Diese Vision passt perfekt zu seinem Ansatz, leistungsstarke, aber benutzerfreundliche Produkte zu entwickeln.

Inspiration aus der Natur und dem Segelsport

Für seine Designs schaut Gibbons über den Tellerrand des Wassersports hinaus. „Die Natur hat immer die Antworten", erklärt er. Er studiert andere Meereslebewesen und Vögel und nutzt Biomimikry, um Ideen für gute Umrisse oder Formen für Objekte zu bekommen, die sich durch Luft oder Wasser bewegen. „Die Evolution hatte Millionen von Jahren Zeit, diese Dinge herauszufinden, also ist das ein guter Ausgangspunkt", betont er. Zusätzlich lässt er sich vom Segelsport inspirieren – von Moths, WASZPs, dem America's Cup und SailGP. „Das obere Ende des Foiling-Spektrums und was sie für verschiedene Designaspekte tun", beschreibt er seine Inspirationsquellen.

Als persönliches Vorbild in Sachen Design nennt Gibbons Kane de Wilde. „Ich kann oft mit ihm auf dem Wasser sein und sehen, wie er seinen R&D-Prozess durchführt und welche innovativen Produkte er auf den Markt bringt", erklärt er. De Wilde hat keine formale Ausbildung in Ingenieurwissenschaften, ist aber autodidaktisch und hat ein gutes Gespür für Produktdesign – eine Herangehensweise, die Gibbons inspiriert. Neben seiner Arbeit bei Naish bleibt er auch als Wettkämpfer aktiv. Die Hauptwettkämpfe jedes Jahr sind für ihn die Hawaii-Rennsaison mit Events wie der Wet Feet Voyager Challenge, der Voyager Downwind Challenge, Paddle Imua, Molokai to Oahu und Maui to Molokai. „Die M2O ist die Weltmeisterschaft des Downwind-Foilens, das größte Event jedes Jahr", erklärt er. Zusätzlich versucht er, an mindestens einem internationalen Event teilzunehmen, wie dem Northern Beaches Downwind Race in Sydney oder dem Crozon Foil Festival in Frankreich.


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