SURF
· 27.04.2026
Die 29. Ausgabe des Mondial du Vent in Leucate markierte den Auftakt der Surf-Freestyle-Saison der GWA Wingfoil World Tour. 24 Männer und 20 Frauen aus 12 Nationen registrierten sich für das traditionsreiche Event an Frankreichs Mittelmeerküste. Marie Schlittenbauer, die Weltmeisterin von 2025, fehlte verletzungsbedingt ebenso wie Mar de Arce, Aleksander Acherer und Ancor Sosa. Die schlechte Windvorhersage zwang die Veranstalter zu einer Anpassung des Formats. Die Seeding-Runden wurden gestrichen, die Männer starteten direkt in Runde 4, die Frauen in Runde 3. Diese Entscheidung sollte wertvolle Zeit sparen und die Chancen auf ein komplettes Ergebnis erhöhen.
Am dritten Tag des Events war es dann endlich soweit, der Wind erlaubte den Start der Surf-Freestyle-Action mit der vierten Runde der Männer. Die beiden besten Fahrer jedes Heats qualifizierten sich für Runde 5, die beiden Letzten schieden aus. Bereits in dieser Phase kam es zu ersten Überraschungen. Malo Guenole, einer der Freestyle-Favoriten, verlor sein Heat in Runde 5 gegen Nathan Berger und Tom Acherer. Auch weitere Top-Namen mussten die Segel streichen: Axel Gerard, Bastien Escofet und Titelverteidiger Benjamin Castenskiold fanden bei den leichteren Windbedingungen nicht zu ihrem gewohnten Rhythmus und schieden ebenfalls früh aus.
Der finale Wettkampftag begann bereits vor Sonnenaufgang. Crew und Fahrer nutzten eine leichte Tramontana ab 7 Uhr morgens. Im ersten Halbfinal-Heat verpatzte Chris MacDonald drei Trick-Versuche und landete seine üblichen High-Score-Tricks nicht. Charlie Loch kämpfte nach seiner letztjährigen Verletzung stark, konnte sich aber ebenfalls nicht durchsetzen. Stattdessen sicherten sich die Nachwuchsfahrer Luca Vuillermet und Nathan Berger ihre ersten Finalplätze auf der World Tour. Das zweite Halbfinale verlief extrem knapp. Rocco Makana setzte sich mit 24,60 Punkten durch, gefolgt von Tomas Acherer. Noe Cuyala verfehlte die Finalqualifikation um Bruchteile eines Punktes, Sacha Pallier schied ebenfalls aus.
Um 8 Uhr morgens startete das Männerfinale bei noch stabilen Windbedingungen. Tomas Acherer und Rocco Makana setzten sich von Beginn an ab, während Vuillermet und Berger Schwierigkeiten hatten, ihre Signature-Tricks zu landen. Zur Halbzeit arbeitete sich Vuillermet an die Spitzengruppe heran, doch sein Wechsel zu einem kleineren Wing erwies sich als Fehlentscheidung, als der Wind kurz darauf nachließ. Berger crashte bei fünf seiner Trick-Versuche. Acherer zeigte sich von den leichteren Bedingungen völlig unbeeindruckt. Mit 26,63 Punkten stellte er den höchsten Heat-Score des gesamten Events auf und sicherte sich den Sieg beim Saisonauftakt. Rocco Makana feierte sein erstes Podium mit Platz zwei, Luca Vuillermet komplettierte die Top drei ebenfalls mit seinem Debüt-Podium.
Bei anhaltendem Wind begann die zweite Runde der Frauen. Ava Segersten lieferte bei ihrem Surf-Freestyle-Debüt eine beeindruckende Leistung ab und landete jeden einzelnen ihrer Trick-Versuche. Sie erzielte die höchste Gesamtpunktzahl der Runde. Sofia Ginzinger, frisch von den Junior-Weltmeisterschaften, setzte ebenfalls hohe Maßstäbe in ihrem Auftaktheat. Um 10:30 Uhr starteten die Halbfinals mit einigen neuen Namen. Segersten unterstrich ihre Ambitionen mit einem 9,17-Punkte-Front-Flip als Abschluss ihres Heats und zog ins Finale ein, zusammen mit Ginzinger. Allegra Caffi und Leonie Tröndl verpassten knapp die Top-zwei-Platzierungen.
Im zweiten Halbfinale landete Nia Suardiaz eine solide Trick-Serie und qualifizierte sich souverän für das Finale, gefolgt von Manon Dupé. Kylie Belloeuvre zeigte ein starkes Heat, konnte sich aber nicht durchsetzen. Zara Maillard crashte ihre letzten Trick-Versuche und schied aus. Das Finale brachte eine interessante Konstellation: Zwei erfahrene GWA-Athletinnen, Nia Suardiaz und Manon Dupé, trafen auf zwei komplette Neulinge der World Tour, Ava Segersten und Sofia Ginzinger. Suardiaz übernahm vom ersten Trick an die Kontrolle. Zur Halbzeit hatte sie einen komfortablen Vorsprung aufgebaut. Obwohl sie ihre letzten drei Versuche bei nachlassendem Wind crashte, stand der Sieg bereits fest. Ava Segersten krönte ihr Traum-Debüt mit Platz zwei. Die erst 12-jährige Sofia Ginzinger, jüngste Teilnehmerin des Events, sicherte sich Rang drei vor Manon Dupé.
Alle Ergebnisse unter wingfoilworldtour.com