Normalerweise ist eine Jugend-WM ein guter Gradmesser für das, was da vielleicht in einigen Jahren so auf die etablierten Fahrer zukommt. Bei den GWA Wingfoil Youth World Championships auf Gran Canaria traf das nur bedingt zu, denn einige der jungen Teilnehmer sind längst auch bei den Senioren tonangebend. Ein gutes Beispiel hierfür ist der erst 16-jährige US-Amerikaner Chris MacDonald, der sich den WM-Titel in der Disziplin Surf-Freestyle in der U-19-Klasse sicherte. MacDonald hatte ja bereits im World Cup der “Großen” für Aufsehen gesorgt, zuletzt als er Anfang des Jahres den Event in Tauranga/Neuseeland gewinnen konnte (HIER gibt’s den Bericht). Dass er im Freestyle-Finale siegen würde, war trotzdem keineswegs in Stein gemeißelt, hatte er es doch mit keinem Geringeren als Malo Guénolé zu tun - dem 17-jährigen aktuellen Weltmeister in der Disziplin Surf-Freestyle (natürlich auch bei den “Großen”).
Diesmal ließ MacDonald seinem Kontrahenten Guénolé jedoch keine Chance und haute mit einem perfekten 1080 (10,0 Punkte!) zu Beginn des Heats gleich mal einen Pflock ein, den Guénolé nicht zu kontern wusste. Der junge Franzose wird es trotzdem verschmerzen können, denn auch er fuhr nicht ohne WM-Titel nach Hause -Guénolé siegte in der Slalom-Disziplin indem er fünf der acht Eliminations gewann. In punkto Dominanz wurde das nur von der 16-jährigen Deutsch-Spanierin Nia Suardiaz übertroffen - sie gewann alle acht Slalom-Rennen souverän und holte sich folgerichtig ebenfalls den Titel bei dieser Jugend-WM.
Bei der Jugend-WM auf Gran Canaria waren 35 Jugendliche aus neuen Ländern am Start, gekürt wurden die Sieger in drei Altersklassen U14, U16 und U19. Am ersten und letzten Tag des Events stand aufgrund des leichteren Windes FreeFly-Slalom auf dem Programm - aufgrund der Dünungswellen vor der Küste waren die Bedingungen aber durchaus kein Kinderspiel. Die beste Aussicht auf die Action hatte dabei ein Hammerhai, der sich einige Zeit auf der Regattabahn tummelte. Dass es sich dabei, nach Aussage des Veranstalters, um ein “harmloses” Exemplar handelte, änderte nichts daran, dass der Besucher im Feld der Teilnehmer für, sagen wir mal “leichtes Unbehagen” sorgte.
Neben den genannten Hot Shots konnten aber noch weitere Kids andeuten, dass mit ihnen in Zukunft zu rechnen sein wird. Leon Schiel aus Großbritannien gewann den FreeFly-Slalom der unter 14-jährigen vor dem jungen Franzosen Ezio Bastianelli indem er fünf von acht Rennen für sich entscheiden konnte. Auf Plätz drei folgte der junge Däne Benjamin Castenskiold. Bei den U16 waren vor allem die französischen Starter das Maß der Dinge: Axel Gerard holte in sechs von acht Rennen den Sieg und seinen ersten WM-Titel, auf den weiteren Plätzen folgten Clément Hamon und Mahe Thébault. Bei den Damen machte neben Nia Suardiaz vor allem die US-Amerikanerin Lily Buden auf sich aufmerksam, die in beiden Disziplinen aufs Platz 2 kam.
Boys’ U14 Surf-Freestyle
Boys’ U14 FreeFly-Slalom
Boys’ U16 Surf-Freestyle
Boys’ U16 FreeFly-Slalom
Men’s U19 Surf-Freestyle
Men’s U19 FreeFly-Slalom
Women’s U19 Surf-Freestyle
Women’s U19 FreeFly-Slalom
Auch interessant:

Redakteur surf
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.