Mart Kuperij
· 02.06.2026
Die Windsurf-Szene in den Niederlanden ist sehr lebendig, dennoch gibt es außer “De Slag om Domburg” nur wenige Wettbewerbe, vor allem auf dem offenen Meer. Eine Gruppe Locals aus Wijk aan Zee möchte das ändern. Sie haben den “Peter Volwater Wave Classic” ins Leben gerufen, der an den 2015 verstorbenen Worldcupper erinnern soll. Die Stand By-Periode beginnt im September, der Event findet an einem Freitag, Samstag oder Sonntag statt, wobei das endgültige “GO” für die maximal 48 Starter spätestens 48 Stunden vorher gegeben wird. Gijs Jansen und Bas Molenkamp über die Idee und das Team hinter dem neuen Format.
Gijs: Ich hatte die Idee schon eine Weile im Kopf. In den Niederlanden wird seit Jahren nur sehr wenig organisiert, also dachte ich, wir sollten es selbst tun. Wir haben einen wunderbaren Sport und er verdient eine Plattform. Letztes Jahr, nach !De Slag Om Domburg”, habe ich die Idee einigen Windsurf-Kollegen in Wijk vorgestellt, und so kam sie in Schwung.
Gijs: Die Idee, die Veranstaltung nach Peter Volwater zu benennen, stammt von Patrick Smits. Wijk aan Zee war sein Heimatort, in dem Peter den Grundstein für seine Karriere legte. Viele der Locals und Stammgäste in Wijk sind Zeitgenossen von Peter und haben große Abenteuer mit ihm erlebt. Da lag es nahe, unsere Veranstaltung nach ihm zu benennen.
Bas: Wir haben alle zu Peter aufgeschaut. Er hatte seine - und unsere - Leidenschaft zum Beruf gemacht, hatte unendlich viel Energie, ging immer mit Volldampf und einem breiten Lächeln im Gesicht voran. Es ist sehr schön, dass der Weg durch die Dünen, den wir bei jeder Session gehen, seinen Namen trägt und dass wir unseren Contest nach ihm benennen können.
Wir haben alle zu Peter aufgeschaut. Er hatte unendlich viel Energie, ging immer mit Volldampf und einem breiten Lächeln im Gesicht voran.”
Gijs: Das erste Mal, als ich in Wijk windsurfte, war ich mit Peter draußen, ich glaube, ich war damals 16 Jahre alt. Die Straße entlang der Dünen und Hochöfen war wirklich surreal. Ich hatte noch nie so schöne Wellen in den Niederlanden gesehen. Ein unvergesslicher Eindruck. Abgesehen von diesem “wunderbaren” Hintergrund ist Wijk meiner Meinung nach einer der wenigen Spots in den Niederlanden, wo die Bedingungen fast immer gut sind. Und es gibt eine herzliche und fanatische Szene vor Ort, die jeden Windsurf-Tag zu einer Party macht.
Bas: Es hilft auch, dass Wijk sehr zentral liegt, Windsurfer kommen aus allen Regionen hierher. Die Gruppe aus Friesland kommt alle nach Wijk, wenn es bei ihnen nicht passt, und das gleiche gilt für die Jungs aus dem Süden, wenn der Wind dort zu südlich ist. In Wijk sind wir eins, dann fliegen einem hier alle Dialekte um die Ohren!
Gijs: Ich hoffe, dass alle Teilnehmer während der Veranstaltung ein bisschen mehr Gas geben, als sie es gewohnt sind. Ganz im Sinne von Peter: mit einem breiten Lächeln hart anpacken. Und jeden ermutigen, unabhängig von seinem Niveau!
Bas: Das tat Peter auch. Ich bin einmal in Ho'okipa draußen gewesen, was ich mit den Wellen in der Nähe der Felsen furchtbar fand. Peter war auch dabei und nahm sich die Zeit, mir Tipps zu geben. Während mir die Aerials um die Ohren flogen, gelang es mir schließlich, eine Welle genau richtig zu treffen. Zurück am Strand begrüßte mich Peter, als hätte ich gerade den Aloha Classic gewonnen. Er hat dich immer motiviert, noch härter zu arbeiten.
Bas: (lacht) Eine Gruppe enthusiastischer Jungs.
Gijs: Keiner von uns hat Erfahrung in der Organisation eines Windsurfing-Events. Aber wir sind enthusiastisch, haben genug Wettkämpfe bestritten, um zu wissen, was wichtig ist und wie wir es haben wollen.
Bas: Wir ergänzen uns gut als Gruppe. Wir haben mehrere Unternehmer, Leute, die in der Film- und Medienbranche tätig sind, oder beim Staat arbeiten und gute Kontakte zur Gemeinde haben. Außerdem gibt es viele Windsurfer, die gerne helfen und mitdenken. Wir nehmen die Sache sehr ernst. Es wurde sogar eine Stiftung gegründet.
Gijs: Die Idee ist, eine Single Elimination mit einer Zwischenrunde für die Verlierer der ersten Heats (Repechage Round) zu fahren. Wir werden eine Jury aus (ehemaligen) Top-Windsurfern zusammenstellen, damit jeder so gut und fair wie möglich beurteilt wird. Die Veranstaltung wird locker sechs bis acht Stunden dauern und an einem Tag stattfinden. Neben den Siegern wird es viele Sachpreise geben, und wenn es der Tag zulässt, werden wir mit einem Massenstart-Fun-Race oder etwas Ähnlichem abschließen. Und ein Bier danach nicht zu vergessen!
Bas: So ein ganzes Event an einem Tag zu veranstalten, ist ziemlich hart. Zum Glück sind die Jungs von De Slag Om Domburg bereit, uns dabei zu helfen. Daran sieht man, dass Windsurfer wirklich eine eingeschworene Gruppe sind.
Gijs: Jeder ist willkommen. Wir hoffen natürlich, dass die holländischen Spitzenfahrer kommen, aber die Hauptsache ist, dass alle Teilnehmer das Beste - und am besten noch ein bisschen mehr - aus sich herausholen. Und dass die besten vier am Ende eine brillante Final-Show abliefern!
Bas: Wir hoffen auch, dass alle lange dabei bleiben. Wir sind in Gesprächen mit dem neuen Besitzer der Strandbar “Aloha”, um während des Tages einen guten Treffpunkt zu haben.
Bas: Wir werden nervös, wenn die 'Kanalratte' vor der Tür liegt (Anm. d. Red.: Ausdruck der Locals für Wind, der genau durch den Ärmelkanal weht und gute Wellen für den Spot produziert). Die Veranstaltung findet bei Windstärken ab 25 Knoten aus Südwest statt. Wellen sind dann immer da, das ist das Schöne an Wijk.
Gijs: Sie sind so etwas wie unsere Vorbilder und helfen uns sehr. Die Idee ist, sich nicht in die Quere zu kommen, sondern sich gegenseitig zu ergänzen. Für die besten Bedingungen in Domburg braucht man eine andere Windrichtung, also sollte das natürlich klappen.
Bas: Wir werden ihnen niemals in die Quere kommen. Und wenn der Wettergott es so will, dass beide Spots gut sind, dann hat Slag Vorrang.
Gijs: Wäre es nicht verrückt, wenn beide Veranstaltungen 2026 stattfinden würden! Noch eine und wir haben eine Dutch Wave Tour!'
Gijs: Ich hoffe, dass wir die Begeisterung für den Sport miteinander teilen werden. Dass dieser eine Sprung, diese eine Welle oder dieser eine Sturz nacherzählt wird und in Erinnerung bleibt. Und dass neue Ziele und 'Revanche'-Vereinbarungen für die nächste Auflage getroffen werden!
Bas: Dass es so schön ist, was wir als Windsurfer zusammen haben und dass es gut ist, dass wir uns immer wieder gegenseitig pushen, um alles aus uns herauszuholen.
Gijs: Haha, richtig. Wir haben ein bisschen mit KI experimentiert und dabei sind viele Ideen entstanden, aber das perfekte Logo war noch nicht dabei. Im Moment verwenden wir das Logo des “Plankzeilertje” mit H-24, aber wir suchen noch nach einem Grafiktalent, das das wirklich gut hinbekommt. Wenn das also jemand als schöne Herausforderung sieht: meldet euch!
Infos und Anmeldung unter petervolwaterwaveclassic.nl oder per Instagram @petervolwaterwaveclassic