Es war ein Auftakt nach Maß beim ersten Wingfoil World Cup am Topspot Pozo/Gran Canaria. Der Wind blies gewohnt verlässlich mit knapp 30 Knoten, weshalb am Nachmittag die ersten Runden in der Disziplin Surf-Freestyle der Männer ausgefahren werden konnten.
Von Runde 1 an wurde deutlich, wo das Level hingehen würde - nämlich durch die Decke. Vor allem die jungen Wilden Chris MacDonald (USA) und Weltmeister Malo Guénolé eröffneten ihre Heats, motorisiert von Wings um die drei Quadratmeter, mit jeweils einem Feuerwerk: MacDonald, frisch gebackener U19-Weltmeister, zeigte Frontside 1080 (10,0 Punkte) und gleich danach eine Frontflip-Frontside360-Kombination (9,07 Punkte). Guénolé ließ sich ebenfalls nicht lumpen und holte mit einem Gesamtscore von 26,47 Punkten die höchste Wertung des Tages - darin enthalten waren Tricks wie Backflip-Frontside360 (9,60) und ein Tack Frontside 7.
Während in der letzten Saison vor allem saubere Front- und Backflips für die nötigen Punkte sorgten, sind es in der neuen Saison bereits Trick-Kombinationen wie der Backflip-360 - direkt bei der Landung des Backflips wird erneut abgesprungen und in den 360 rotiert - die von den Judges am besten bewertet werden. Auch Bastien Escofet, erstmalig mit Material seines neuen Sponsors Gong auf dem Wasser, hat diese Tricks offensichtlich drauf, er holte gleich mehrere Einzelwertungen über 9,0 Punkte und zog ebenfalls in die nächste Runde ein:
Ich hatte gleich zu Beginn zwei 1080s und ein paar neue Trick-Kombis auf dem Zettel und bin froh, in der nächsten Runde dabei zu sein
Und auch ein ungeschriebenes Gesetz des Wingfoilens kam in Pozo wieder zum Tragen: Sei dir nie zu sicher, wenn du denkst, du hättest einen leichten Gegner erwischt. Am eigenen Leib erfahren mussten das der Spanier Xavi Corr, der 2022 beim World Cup Tarifa gewonnen hatte (HIER gibt’s den Bericht) im Duell gegen den 12-jährigen vermeintlichen Nobody Castenskiold aus Dänemark. Castenskiold heimste gleich drei hohe Wertungen jenseits der Sieben-Punkte-Marke ein und kam eine Runde weiter. Der deutsche Starter Benjamin May erwischte mit dem 15-jährigen Ancor Sosa aus Spanien ebenfalls einen relativ unbekannten aber hoch talentierten Gegner und muss seine Hoffnungen auf die Rückrunde setzen.
In Pozo kommt es in diesem Jahr auch zur Premiere der neuen Disziplin Big Air. Gewertet werden hier die höchsten Sprünge und Tricks. 15 Teilnehmer kämpften hier zunächst in vier Qualifikations-Heats gegeneinander, im Laufe des Events soll dann der Big Air Weltmeister hier gekürt werden.
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Aktuell stehen also noch keine Sieger in den Einzeldisziplinen fest. Weil der Wind aber weiterhin verlässlich wehen soll, steht actionreichen Tagen nichts im Wege. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Redakteur surf
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.