Lange LeineRetractable Leash von Ride Engine im Check

Stephan Gölnitz

 · 27.08.2026

Das Rollgehäuse fällt optisch am Gurt kaum auf.
Foto: Stephan Gölnitz
Die Ride Engine Retractable Leash im Detail
Länger und kürzer zugleich. Kompakter und eleganter. Das ist die neue Roll-Leash von Ride Engine im ersten Praxis-Check. Von klobigen Kite-Leashes “Modell Dobermann” hebt sich diese Leine erfreulich ab, bei gleichzeitig überzeugender Funktion. Wir zeigen die Details und teilen unsere Erfahrung, was diese Leash so praktisch macht.

Themen in diesem Artikel

Die Retractable Leash, so wie hier ausprobiert, besteht aus zwei Einheiten. Einmal die eigentliche Roll-Leash (89 Euro) und der passende Hüftgurt (40 Euro). Die Roll-Leash ist alternativ auch mit einer passenden Knöchelmanschette von Ride Engine kompatibel oder lässt sich ganz individuell an vorhandenen Gurten oder Trapezen anbringen. Entsprechendes Montagematerial ist im Lieferumfang.

Der Clou: Die Ride Engine Retractable Leash ist eigentlich zwei Leashes zugleich

Die Ride Engine Retractable Leash verbindet ein dünnes, aber reißfestes Gurtband (1,80 Meter lang) im Rollmechanismus mit einer recht straffen klassischen Leash als sichtbare Verbindung zwischen Rollgehäuse und Board. Das Gehäuse kann mit dem filigranen Gurtband extrem kompakt gehalten werden und fällt am Gurt optisch kaum auf.
Der (optionale) Hüftgurt ist angenehm aber nicht zu dick gepolstert und wird mit einer Schnalle geschlossen, die anschließend von einer Neoprenhülle abgedeckt wird. Die Rollbox wird mit zwei Schrauben daran befestigt. Die Leash wird am unteren Ende mittels Schlaufe-Knoten-Verbindung an einen kurzen Tampen am Board angeknüpft (siehe Fotos).

Die kleine Box hinten am Gurt ist überhaupt nicht zu spüren.” Sonja Duschek, Freizeit-Foilerin

Die Ride Engine Retractable Leash auf dem Wasser

Der Gurt ist schnell geschlossen, die Neoprenhülle darüber sitz stramm, hält dann aber auch sicher über der Schnalle. Ohne zusätzlichen Karabiner wird die Leash am besten bereits an Land am Board befestigt. Die Schlaufe ist beim späteren Anlanden aber auch im Wasser schnell und einfach zu lösen. Der Gurt sitzt sehr bequem an der Hüfte und kann auch für sehr schmale Taillen eng genug eingestellt werden. Dafür kann man auch den bereits etwas dickeren Teil des Gurtes durch die Verstellschnalle ziehen. Der “äußere” Teil der eigentlichen Leash hatte bei unserer Testerin beim Foilen ziemlich genau die Länge zwischen Hüfte und Heck. Da baumelt nichts im Weg, man kann nicht auf die Leash treten und es ist nur sehr geringer Zug spürbar. Beim Handling an Land und vor allem nach Stürzen kommt dann die Verlängerung zum Einsatz. Mit wenig Zugkraft passt sich die Leash automatisch immer an. Das hat bei Stürzen gleich zwei große Vorteile:

  • Du kannst dich in der Luft oder im Wasser deutlich weiter vom Board entfernen
  • Die Leash hat keinen Federeffekt wie eine gespannte Spiral-Leash (”coiled leash”)
​Rollleashes verbinden mehrere Vorteile: Sie sind kurz genug, um nicht im Weg zu sein, erlauben bei Stürzen aber die nötige Distanz zum Material.” Manuel Vogel, Wingfoil-Tester

Bei nach einem Sturz stark gespannten Sprial-Leashes kann es vorkommen, dass das Board ordentlich in deine Richtung beschleunigt wird. Das fällt bei dieser Leash komplett weg. Der Rollmechanismus rollt das Gurtband sicher auf und zieht dabei aber nicht mehr als nötig.

Test-Fazit

Die Ride Engine Retractable Leash trägt sich sehr angenehm und nicht spürbar. Die Verbindung zwischen Winger und Board baumelt nicht störend auf dem Deck herum. Bei Stürzen kommt man weiter vom Board weg und die Gefahr, dass das Board im Wasser von der gespannten Leash in Richtung des Foilenden beschleunigt wird, ist elliminiert.

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Stephan Gölnitz

Stephan Gölnitz

Redakteur surf

Stephan Gölnitz stammt aus Bochum und kam 1996 als Testredakteur zum surf-Magazin nach München. Der Diplom-Ingenieur für Werkstofftechnik begleitet seit seinem Volontariat nahezu alle Materialtests – auf dem Wasser und seit über zehn Jahren auch als Fotograf – mit Stationen u. a. am Gardasee, in Langebaan, Ägypten und Tobago. Privat surft er am liebsten mit dem Foil am Walchensee, gelegentlich in der Welle, und widmet sich außerdem dem SUP auf Fluss- und Mehrtagestouren.

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