Wings 2026Starboard Viva im Test - Leichtgewicht mit Power

Manuel Vogel

 · 21.03.2026

Der Viva Wing ist in Größen von 2,5 bis 7,0 qm verfügbar
Foto: surf-Magazin
Der Auftakt für die neue Wing-Range on Starboard scheint geglückt - das Modell Viva überzeugt als leichter und kraftvoller Allrounder. Ob der Wing auch Schwächen hat, verrät unser Test?

Seit der Saison 2026 hat Hersteller Starboard eigene Wings auf dem Markt. Den Auftakt machen zwei Modelle - der Einsteiger-Wing Source und der erklärte Allrounder Viva, der für Freeride, Downwind und Welle gleichermaßen geeignet sein soll.​ Wir haben den Viva in der Größe 5,0 qm getestet.

An Land

Der Starboard Viva Wing ist in zwei Farbvarianten und in Größen von 2,5 bis 6,0 Quadratmetern verfügbar, eine spezielle Leichtwindvariante mit 7,0 Quadratmetern rundet die Palette ab. Der von uns getestete Viva 5,0 besitzt eine mittlere Aspect Ratio (Verhältnis von Spannweite zu Fläche) und einen bunten Materialmix, bei dem an den Flügelspitzen ein besonders leichtes Laminatmaterial, markenintern Ultra-X genannt, verwendet wird. Ausgestattet wird der Wing mit einem Boom-System, das über zwei Torx-Schrauben an der Mittelstrut fixiert wird. Wichtig zu wissen: Der Boom muss zugekauft werden und gehört nicht zum Lieferumfang! Hier hat man die Wahl zwischen einem Carbon-Boom mit 24 Millimetern Durchmesser (+ 175 Euro) oder einer Aluminiumvariante mit 26er Holm (+ 75 Euro). Bei Starboard sind zwei verschiedene Boom-Längen verfügbar - der längere passt für alle Wing-Größen zwischen 4,5 und 7,0 Quadratmetern.

Der Pistol Grip bietet genug Platz zum GreifenFoto: Manuel VogelDer Pistol Grip bietet genug Platz zum Greifen

Der von uns getestete Carbon-Boom steht im vorderen Bereich etwas weiter weg von der Mittelstrut als hinten, weshalb man sehr intuitiv greifen kann und genügend Platz für den Griffwechsel vorfindet. Die Tuchspannung im vorderen Bereich ist hoch, zur Hinterkante hin ist der Viva Wing dann sichtbar lockerer geschnitten (ähnlich dem NeilPryde Fly 4 Wing), wird aber mit Mini-Batten versteift, um ein Flattern zu vermeiden. Dank vier verbauter Fenstern hat man einen vergleichsweise guten Durchblick nach Lee. Belüftet wird der Wing über zwei isolierte SUP-Ventile, da der Wing insgesamt etwas softer abgestimmt wurde, empfehlen wir, den empfohlenen Fülldruck (Front Tube 8 Psi) als Maßstab zu nehmen und nicht deutlich zu unterschreiten. Zum Lieferumfang gehört eine Hüftleash, alternativ bietet Starboard auch ein Klettband fürs Handgelenk an. Mit 2,65 Kilo Gesamtgewicht (Wing + Carbonboom) ist der Wing ansprechend leicht, die Ausstattung gemessen daran auf hohem Niveau. Einzig die Nähte an der Front Tube sind nicht zusätzlich abgedeckt.

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Der Viva Wing lässt sich in Manövern hervorragend führenFoto: Tobi FrauenDer Viva Wing lässt sich in Manövern hervorragend führen

Auf dem Wasser

Der Viva Wing liegt beim Anfahren sofort ausbalanciert und mit positivem Lift in der Hand. Beim Anpumpen nimmt der Viva hervorragend Zug an, er lädt sich fühlbar auf und sorgt unterm Strich für eine deutlich überdurchschnittliche Leistung im Leichtwindbereich. Einmal abgehoben, stabilisiert er sich ideal, liegt wunderbar leicht und ausgewogen in den Händen und animiert einerseits zu entspannten Freeride-Flügen, aber auch zu sämtlichen Foilmanövern, bei denen sich der Wing mit sehr geringem Kraftaufwand rotieren und herumwirbeln lässt. Besonders kraftsparend greift man am dünnen Carbonholm zu, auch der Grip fällt weich und komfortabel aus. In neutraler Flugposition, wenn man ihn beispielsweise auf einer Dünungswelle einfach nur hinterherfliegen lässt, pendelt sich der Starboard Viva Wing hervorragend aus und entwickelt keinerlei störendes Eigenleben. Aufgrund seiner vergleichsweise soften Charakteristik beginnt der Viva allerdings bei starken Böen etwas stärker zu arbeiten - die Top-End-Kontrolle ist unterm Strich zwar passabel, aber nicht herausragend.

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Am dünnen Carbonboom greift man sehr entspanntFoto: Tobias FrauenAm dünnen Carbonboom greift man sehr entspannt

Keine Schwächen erlaubt sich der Viva Wing auch beim Thema Basic-Freestyle - er bietet guten Lift und ist mit seiner moderaten Spannweite von 3,15 Metern kompakt genug, um auch Rotationen ohne Einschränkungen mitzumachen. Wer 100 Prozent Freestyle im Blut hat, sollte trotzdem das neue Modell Reactor im Hinterkopf haben - dieser Wing soll im Frühsommer 2026 genau diese Zielgruppe bedienen.

Starboard Viva Wing - das Fazit

Der Starboard Viva Wing deckt in der Tat einen großen Einsatzbereich ab. Besondere Stärken hat er bei leichtem und mittlerem Wind, wo er mit viel Power und bestem Handling punkten kann. Damit eignet sich der Wing hervorragend für Leichtwindreviere, zum Freeriden, macht aber auch beim Tricksen und Downwinden in der Welle eine wirklich gute Figur.

Leichtwind-Power, Handling, Einsatzbereich

Auslieferung ohne Boom, Nähte an der Front Tube

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Starboard Viva - technische Daten

  • ​​Testmodell: Starboard Viva 5,0
  • Spannweite: 315 cm
  • Tiefe: k.A. cm
  • Gewicht (eigene Messung, ohne Leash): 2,65 kg
  • Gewicht: 530 g/m2
  • Verfügbare Größen: 2,5/3,0/3,5/4,0/4,5/5,0/5,5/6,0/7,0 qm
  • Lieferumfang: Wing, Tasche, Hüftleash
  • Preise (Testmodelle): 1169 Euro (ohne Boom)
  • Kontakt: Zur Website
  • Besonderheiten: Carbon-Boom +175 Euro; Alu-Boom +75 Euro; zwei Farbvarianten

Die Heineken Jibe im Video-Tutorial - mit dem Starboard Viva Wing

Manuel Vogel

Manuel Vogel

Redakteur surf

Manuel Vogel (Jg. 1981) lebt in Kiel und stand bereits mit sechs Jahren auf dem Windsurfboard in der Surfschule seines Vaters. Nach über 15 Jahren als Windsurflehrer und seit 2003 im surf-Testteam arbeitet er seit 2013 als Redakteur für Test und Fahrtechnik. Seit 2021 ist er zudem begeisterter Wingfoiler – vor allem an der Ostsee und in den Wellen Dänemarks.

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