Finnenvergleich

 • Publiziert vor 9 Jahren

Mit weniger Aufwand lassen sich die Fahreigenschaften eines Brettes nicht verändern oder sogar verbessern als mit einer neuen Finne. Wir haben sechs Freestyle-Finnen und drei Spezialformen für Freerider getestet – mit überraschenden Ergebnissen.

Bei meist nur 18 bis 20 Zentimeter Länge müssen Freestylefinnen effizient funktionieren.

Betrachtet man den Wandel der Serienfinnen von Freestyleboards innerhalb der letzten fünf Jahre, fällt die fast schon inflationäre Tendenz der Finnengrößen auf – 2008 hatten Starboard, JP-Australia, Fanatic & Co im Schnitt noch satte 25 Zentimeter unter dem Heck. Heute ist man bei durchschnittlich 20 Zentimetern angekommen, Tabou liefert gar eine 18er zum neuen Twister aus. Was ist seit 2008 passiert?

Einerseits hat sich natürlich das Fahrkönnen explosionsartig gesteigert – war man damals mit einem Flaka und einem hingewürgten Switch-Move noch der Held, werden diese Tricks heute an fast jedem Baggersee ohne mit der Wimper zu zucken zelebriert. Hinzu kommt, dass kaum ein Trickser für die neue Generation von Manövern noch Segelgrößen über 5,5 Quadratmeter nutzt, getreu dem Motto: Lieber ins Gleiten pumpen und mit einem handlichen Segel einen radikalen Move machen, als mit dem 6,2er gleiten und in den Tricks ist dann zu viel Tuch im Weg.

Diese Entwicklung lässt natürlich auch die Finnengrößen auf ein Minimalmaß schrumpfen. Heute spiegeln alle aktuellen Boards und deren Serienfinnen diesen Trend wieder. Wer aber sein 6er-Segel nach wie vor nutzt – schließlich steigert dies die Anzahl der Surftage in vielen Regionen Deutschlands ungemein – sollte in den Boards eher eine etwas größere Finne (22 bis 24 Zentimeter) nutzen, Standardmanöver wie Flaka, Spock und Air Jibe klappen damit sicher genauso gut. Für alle, denen selbst die mitgelieferten 20er-Stachel noch zu lang sind, haben wir eine erlesene Auswahl aktueller Freestyle-Finnen ausprobiert – und dabei teils große Unterschiede festgestellt.

Stephan Gölnitz Laut Hersteller soll die 22er Delta eine 42er Freeridefinne ersetzen können. Das funktioniert leider nicht.

Maui Ultra Fins Delta Speedsurfer lieben seichte Reviere, unter 30 Zentimeter Wassertiefe fallen sämtliche Rekorde – da kann die Finne nicht kurz genug sein. Die neuen Delta-Formen sollen aber auch Freeridefinnen ersetzen können. Bei unserem Test kommt die 22er-Delta bei leichtem und mittlerem Wind aber mit einer 42er-Serienfinne überhaupt nicht mit. Angleiten, Durchgleiten, Höhelaufen – nach zwei Minuten surft der Tester mit der Originalfinne bereits in einem anderen Revier – 100 Meter in Luv. Je stärker der Wind ist, je kleiner Board und Segel werden, und je raumer der Kurs liegt, umso besser funktioniert das Prinzip. Bei Flugzeugen haben auch nur übermotorisierte Überschallflieger  ähnliche Formen, die Flügel von Hochleistungs-Segelfliegern sehen anders aus.

Stephan Gölnitz

Maui Ultra Fins NoSpin und Slalom Spinout-Probleme? Da könnte die NoSpin-Finne helfen. Leider spürt man bei dem extrem dicken Profil mit viel Neigung nach hinten, dass die Leistung ebenfalls gedrosselt ist. Und besseren Grip mit weniger Spinout konnten wir auch nicht feststellen. Im Vergleich hat die "Slalom 32" als Tuning-Alternative zur Freeride-Serienfinne richtig überzeugt. Die Finne hat mächtig Biss, wie eine frisch geschliffene Kante beim Slalomski. Hier bekommst du wirklich besseren Speed als mit einer ebenfalls schon guten Serienfinne, ein looseres Fahrgefühl und obendrein noch bessere Spinout-Sicherheit bei Topspeed als bei der "No-Spin".

Stephan Gölnitz

Select Fins Shock Bump & Jump 27 Die neue Select Shock ist im Basisbereich recht gerade, ähnlich einer Freeridefinne und wird dann im Tip schmal und gebogen wie eine Wavefinne. Dies veranschaulicht in gewisser Weise den geplanten Einsatzbereich, schließlich möchte man bei Bump & Jump-Bedingungen gute Fahrleistung mit Drehfreudigkeit kombinieren. Wir haben die Finne mit normalen Freestyle-Wavefinnen verglichen und den Eindruck gewonnen, dass die Form absolut problemlos funktioniert und sowohl in puncto Fahrleistung als auch bei den Dreheigenschaften keinerlei Nachteil hat – allerdings auch keine bahnbrechenden Vorteile.

Diese Finnen findet ihr im Finnenvergleich als Gratis-PDF-Download.

Choco Fins Starfish B72 K4 Bubble 18 cm MFC Fs Pro 18 cm Maui Ultra Fins Style Taty 18 cm Maui Ultra Fins Style Weed 18 cm Select Fins Freestyle Pro 18 cm

Themen: FinnenVergleich

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