Redaktion

Service: So gelingt der Austausch des Gabelbaum-Belags

  • Manuel Vogel
19.08.2019

Frisch bezogen, greift sich selbst die ollste Gabel wieder wie neu. Mit einem genialen Trick geht der alte Grip vor der Erneuerung runter wie geschmiert.

Einfacher denn je

Schneiden, schleifen, knibbeln – das war früher und lohnte sich bei einer Alugabel kaum. Mit einer kleinen Menge Benzin lässt sich der alte Belag aber nahezu rückstandsfrei und sehr leicht von der Gabel lösen. Du benötigst nur einen Polyethylen-Plastikschlauch und etwas Geduld. Mit diesem Super-Trick des „A-Teams“ vom Shaka Surf Center in Torbole – Ciba und Moabio – ist der Belagtausch einfacher als je zuvor. Die folgende Reparatur funktioniert sowohl für Alu- als auch Carbongabeln!

Den EVA-Belag, auch original Beläge von Severne, NeilPryde oder Aeron, bekommst du in gut sortierten Shops zu Preisen zwischen 25 und 35 Euro oder auch über die Online-Suche (EVA Boom Grip). Der Grip sollte maximal zwei bis drei Millimeter dick sein.

Der hier verwendete Kleber ist „Bostik 99“ (Kontaktkleber für Linoleum, Gummi, Kork, Metall) aus dem italienischem Handel. Gut funktioniert auch der leicht erhältliche „Pattex Kraftkleber Gel Compact“, verrät der Gabelexperte von Sport Schneider in Podersdorf.

1. ZERLEGEN

Der Bedarf an Werkzeug richtet sich danach, wie deine Gabel verschraubt ist. Damit werden sämtliche Anbauteile von der Gabel abgebaut. Verklebte Varioclips lassen sich eventuell unter sehr heißem Wasser lösen.

Benötigtes Reparaturmaterial bereitlegen

2. EINPACKEN

Die Gabel wird im Benzin-resistenten Polyethylenschlauch (gibt’s als Rolle im Baumarkt) verpackt ...

und ein Ende gut verschlossen.

3. CHEMIELABOR

Etwa 1/4 Liter Benzin abmessen.

In die offene Seite füllst du vorsichtig den 1/4 Liter Benzin. Zur Sicherheit solltest du Gummihandschuhe tragen, denn das im Benzin enthaltene Benzol ist nicht gerade gesund!

Danach wird auch die zweite Öffnung möglichst luftdicht verschlossen. Ciba verwendet einen schmalen Streifen von einem alten Fahrradschlauch als gut haltenden Gummi.

4. GESCHÜTTELT, NICHT GERÜHRT

Das Benzin wird gut im Schlauch verteilt und die Gabel dann in die Sonne gelegt.

Der Schlauch bläht sich schnell auf – ein gutes Zeichen, dass der chemische Prozess beginnt.

Nach etwa einer Stunde löst sich der Belag bereits im Schlauch vom Holm.

5. STREAPTEASE

Den jetzt weichen Belag einfach abziehen, ...

abrubbeln und ...

... falls überhaupt nötig, am Ende mit 400er fein runterschleifen.

Eventuell anschließend mit Bremsenreiniger oder Aceton entfetten. Keinesfalls mit Terpentin (ölhaltig).

6. VERKLEBEN

Alle benötigen Teile zum Verkleben bereitlegen.

Auf stabiler Arbeitsfläche die Länge ausmessen und zuschneiden-

Anschließend sorgfältig den Belag einseitig und ...

...die Gabel rundum mit Kleber einpinseln.

Beides trocknen lassen.

Beim Belag auch eine Längskante gut mit Kleber bestreichen.

7. VERPRESSEN

Den Belag so auflegen, dass die Schnittkante innen an der Gabel ist.

Die Seite mit Klebstoff auf der Längskante zuerst anlegen...

...andrücken...

...und die andere Seite überlappend gut anpressen.

Ein hartes Rohr ist beim Anpressen hilfreich.

In der Biegung lassen sich kleine Falten und Blasen nicht verhindern

Kleine Luftblasen mit einer dünnen Nadel anstechen und den Belag wieder andrücken.

8. SCHNEIDEN UND SCHLEIFEN

Den Überstand mit richtig scharfem Cutter schräg und nicht zu knapp wegschneiden.

An der Schnittstelle überlappt der Belag noch...

...nach etwas Schleifen wird der Übergang aber wieder harmonisch

An den Enden für die Varioclips Belag abschälen.

Wenn man sich Mühe gibt, sehen die Holme jetzt wieder aus wie neu. Und greifen sich auch so.


Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SURF 9/2018 können Sie in der SURF App ( iTunes  und  Google Play ) lesen – die Print-Ausgabe erhalten Sie hier .

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