Redaktion

So findest du die richtigen Trapezeinstellungen beim Windsurfen!

  • Manuel Vogel
10.02.2017

Wer am Strand andere Windsurfer fragt, wo sie ihre Trapeztampen fahren, wie lang diese sein sollen und auf welcher Höhe der Gabelbaum montiert sein muss, erhält von jedem eine andere Antwort. Wie du das für dich perfekte Setup findest und warum sich die Einstellungen von Surfer zu Surfer unterscheiden (müssen), erfährst du hier.

"Wo fährst du denn deine Trapeztampen, die sind ja viel zu weit vorne!" – diesen "schlauen" Spruch haben schon viele Surfer/-innen mal gehört. Doch bei genauem Hinsehen fällt auf, dass sich Gabelhöhe sowie Länge und Position der Trapeztampen bei unterschiedlichen Fahrertypen unterscheiden. Warum ist das so?

Auf breiten Boards steht man im Gleiten weit außen – das erfordert eine hohe Gabelposition an Land

Wechselt man von einem schmalen auf ein breiteres Board, steht man naturgemäß weiter von der Mitte entfernt als vorher. Die Gabel ist auf dem Wasser plötzlich zu niedrig, sobald man nach außen in die Schlaufen geht, obwohl man sie an Land eingestellt hat wie immer. surf-Tipp: Auf breiten Boards sollte die Gabel an Land deutlich über Schulterhöhe eingestellt werden! Vor allem bei Boards mit tiefergelegtem Mastspurbereich muss man in Kauf nehmen, dass man beim Dümpeln die Gabel auf Augenhöhe hat. Dafür passt es, sobald man gleitet. Für Leichtwind sollte man die Gabel dagegen passend auf Schulterhöhe adjustieren, schließlich steht man beim Surfen dann ja, unabhängig vom benutzten Board, nahe an der Brettmitte.

„Wo fährst du denn deine Trapeztampen?“ – diese vorwurfsvolle Frage hat wahrscheinlich jeder schon mal gestellt bekommen. Fakt ist: Die Position der Tampen hängt von Gewicht und Größe des Surfers ab. Fall 1: Während eine Frau das 6,5er-Segel vielleicht bei 11-15 Knoten fährt, nutzt der 85-Kilo-Mann das gleiche Segel bei 15-20 Knoten. Dadurch wirken im Segel wesentlich größere Kräfte, der Druckpunkt und damit auch die Tampenposition verlagern sich nach hinten. Fall 2: Unterschiedlich schwere Surfer wechseln sich mit dem gleichen Segel ab. Damit „Er“ ins Gleiten kommt oder „Sie“ nicht wegfliegt, muss das Segel für ihn bauchiger und für sie flacher getrimmt werden, was ebenfalls Auswirkungen auf die Druckpunktlage hat. Auch in diesem Fall schiebt der leichte Fahrer die Tampen automatisch nach vorne, der Schwere nach hinten.

Dichtholen an Land hilft, den Segeldruckpunkt zu finden. Dieser liegt dann genau zwischen den Händen

Unabhängig von Gewicht und Segeltyp findet jeder die richtige Position, indem er das Segel an Land in den Wind stellt und voll dichtholt. Der Segeldruckpunkt liegt dann genau zwischen den Händen, dort muss auch der Mittelpunkt der Trapeztampen liegen.

Dass ein Zweimeter-Hühne längere Trapeztampen fahren kann/sollte als eine Frau mit 1,60 Meter leuchtet ein. Auch die Art des verwendeten Trapezes hat Einfluss auf die Tampenlänge – bei Sitztrapezen sitzt der Haken tiefer als bei Hüfttrapezen, was längere Tampen erfordert. Fakt ist aber leider auch, dass viele Windsurfer, unabhängig von Körpergröße und verwendetem Trapez, immer noch oft zu kurze Tampen verwenden. Sind die Tampen zu kurz, zieht dies oft eine Fehlerkette nach sich – de Gabel wird zwangsläufig zu tief montiert, um sich überhaupt einhaken zu können, das Angleiten verschlechtert sich. Daher unser Tipp: Gabel so hoch einstellen, dass sie in Fahrposition auf dem Wasser noch auf Schulterhöhe ist und entsprechend längere Tampen verwenden!

Hier unsere Empfehlung in Abhängigkeit von der Körpergröße (die Längenangabe erfolgt stets in Inch)

1,60 Meter: 20-24 Inch

1,60-1,75 Meter: 22-26 Inch

1,75-1,90 Meter: 24-28 Inch

>1,90 Meter: 26-32 Inch

surf-Tipp: Verwende Variotampen, so kannst du die Länge anpassen und der Umstieg auf längere Tampen kann schrittweise vollzogen werden.

Wie du deine Tampen richtig montierst, positionierst und was du beim Ein- und Aushaken beachten solltest, erfährst du auch in unserem Video-Tutorial:

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