Redaktion

Test: Neues Aufblas-Funboard von STX

  • Manuel Vogel
28.05.2020

Mit einem neuen 250 Zentimeter langen Inflatable-Windsurfboard ergänzt Hersteller STX seine Produktpalette. Wir haben die Neuheit Probe gefahren.

An Land: Das STX Windsurf 250 (250 x 83,6 Zentimeter, 250 Liter Volumen) ist nicht als SUP-Brett konzipiert, sondern wird als vollwertiges Windsurfboard beworben – aber eben aufblasbar. Damit stellt STX dem Modell Windsurf 280 ( den Test findet ihr hier ) einen kürzeren Kompagnon an die Seite, der aber mit vergleichbaren Features daherkommt: Das Board wird komplett mit Tasche, Pumpe, Finnen, Flickset und Schlaufen ausgeliefert. Ein großflächiges Softdeck sorgt für angenehmen Stand auf dem flachen Deck, die Schlaufen werden einfach angeklettet.

Die Schlaufenposition ist beim STX Windsurf 250 festgelegt, passt aber für Gleit-Einsteiger gut

Dafür hat man konstruktionsbedingt nur eine Position zur Verfügung, die allerdings aufsteigerfreundlich und damit passend für die Zielgruppe, recht weit innen und damit gut zugänglich gewählt wurde. STX setzt auch beim Windsurf 250 auf Doppelfinnen im Heck, diese werden – ähnlich einer US-Box – einfach in den Kunststoffschienen auf der Unterseite montiert (Werkzeug ist dafür nicht nötig!). Zusätzlich bietet das Brett die Option, eine Mittelfinne für Leichtwind zu montieren. Da das Boardkonzept nach Angaben des Herstellers auch fürs Gleitsurfen nutzbar sein soll, hat man bei STX eine Gummikante auf die konstruktionsbedingt runden Kanten aufgeklebt, die den Wasserabriß verbessern soll.

Eine aufgeklebte Gummikante soll den Wasserabriss verbessern und verhindern, dass sich das STX Windsurf 250 ansaugt

Apropos „Konstruktion“: Die Bauweise, markenintern FXL-Konstruktion genannt, soll durch eine senkrechte und zusätzlich diagonale Anordnung der Fasern im Inneren des Boards gleichermaßen leichter und steifer sein, als konventionelle Inflatables und einen Aufpumpdruck von bis zu 20 psi erlauben.

Auf dem Wasser: Auch wenn das STX Windsurf 250 bezüglich seiner Länge eher Funboardmaße hat, so bietet es im Dümpeln doch die Vorzüge eines Anfänger- oder Aufsteigerboards – dank einer Breite von über 83 Zentimetern, dicker Kanten und satten 250 Litern Volumen steht man recht stabil an Deck. Bereits beim Anfahren merkt man, dass das Board weniger richtungsstabil fährt und auf Steuerimpulse sehr leicht reagiert. Als wendiges Leichtwindbrett zum Tricksen und vor allem als Kinderboard eignet sich das Konzept richtig gut, denn aufgrund seiner Kürze dreht es auch mit kleinen Segeln unter 3,5 qm richtig flott. Dass der Geradeauslauf bei Leichtwind nicht ideal ist, ist die zu erwartende Kehrseite des Konzepts, dafür fehlt dem Windsurf 250 schlicht etwas die nötige Länge. Da das Brett viel Finnenfläche ins Wasser bringt, ist das Höhelaufen bei Leichtwind aber durchaus akzeptabel – die Mittelfinne sollte man aber unbedingt montieren, um die seitliche Abdrift zu minimieren. Und die Eignung für Gleitwind? Eines vorweg: Wie bei vielen aufblasbaren Konzepten sollte man nicht jenes sportliche, freie Fahrgefühl erwarten, welches man möglicherweise von festen Freeridebrettern kennt. Zwar hilft die aufgeklebte Kante im Heckbereich, den Fahrwiderstand zu minimieren und durchaus flott ins Gleiten zu kommen, limitiert wird die Leistung des Boards aber durch die weichen und unprofilierten Plastikfinnen. Ein fliegendes Fahrgefühl stellt sich damit kaum ein, eher ein gedämpftes „Dreiviertelgleiten“ – was aber auch Spaß machen kann.

Gleiten ist mit dem STX Windsurf 250 möglich, eine bessere Performance wird aber von den unprofilierten Kunststofffinnen verhindert

surf-Fazit: Für nur 699 Euro bekommt man ein durchaus attraktives Board, welches vor allem als wendiges Spaßbrett bei Leichtwind und als Kinderbrett super funktioniert. Gleitsurfen ist mit Einschränkungen ebenfalls möglich. Wer auch regelmäßig Paddeln oder beim Windsurfen Strecke machen möchte, sollte zu einer längeren Version mit besserem Geradeauslauf greifen.

Infos: www.stxparts.com

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