Redaktion

Deutschland: Borkum

  • Philipp Brons
28.08.2013

Borkum ist ein unterschätztes Topspot-Multitalent: Egal ob Welle, Freestyle, Freeride oder Racen. Auf der deutschen Nordseeinsel ist für jeden etwas dabei.

Autor Philipp Brons genießt die einzigartige Kulisse des Nordbads.

"Warum Stress mit weiten Reisen, Urlaub kann auch hier ganz herrlich sein." So lautet eine Passage aus dem Borkum-Lied der Ostfriesischen Jungs. Und ganz so unrecht haben die Ostfriesen damit nicht! Denn tausende Surfer verlassen Jahr für Jahr Deutschland in der wohl schönsten, wärmsten und durchaus windreichen Sommerzeit. Sie merken oft gar nicht, welche guten Bedingungen sie im Sommer verpassen. Wirft man einen Blick auf die Windstatistik von Windfinder, verspricht diese uns eine Windwahrscheinlichkeit von 52 Prozent in den Sommermonaten Juli und August, im Herbst sowie Winter sogar von 58 Prozent über vier Beaufort. Aus der Erfahrung können wir sogar sagen, dass die Ostfriesischen Inseln meist noch zwei bis fünf Knoten mehr erreichen, als die Windprognosen versprechen.

Die Seehundbänke sind faszinierend, aber das Betreten ist absolut tabu. Auch beim Surfen sollte man gebührenden Abstand halten.

Sicherlich sind die Ostfriesischen Inseln kein Geheimtipp mehr, da viele Generationen von Zivildienstleistenden dem Staat auf eben einer dieser Inseln ihren Tribut zollten. Und dies nicht ohne Grund, denn die Inseln sind wahre Talentschmieden, haben doch deutsche Top-Worldcupper wie Klaas Voget, Tilo Eber oder auch Bernd Flessner hier gelernt. Schaut man sich das Teilnehmerfeld von nationalen Events, wie dem German Freestyle Battle, an, wird man feststellen, dass die Mehrzahl der Fahrer ihren Zivildienst auf Norderney geleistet haben und noch heute die Insel regelmäßig zum Training ansteuern.

In den ersten drei Augustwochenenden finden am Strand sehr große Volleyballturniere statt.

Dennoch wundert man sich jedes Mal aufs Neue, warum Spots wie auf Borkum so leer bleiben. Viele Surfer steuern Tag für Tag die selben Spots an, fahren Jahr für Jahr in den selben Urlaub nach Fuerteventura oder Gran Canaria. Tun dies, weil sie es schon immer taten. Es gibt unzählige Spots, die von den Bedingungen durchschnittlich bis mäßig, aber dennoch völlig überfüllt sind. Oft ist die Überfüllung von Revieren damit zu begründen, dass viele Surfer einfach keine anderen Spots kennen und sich nicht trauen, einen Surftag in dem bekannt bewährten Revier für einen Surftag ins Unbekannte zu riskieren. Vielleicht liegt es aber auch im Fall Borkum daran, dass viele Leute sich vor der Fährfahrt für einen Tagestrip scheuen. Dennoch sollte man den Blick über den Tellerrand wagen. Wer dies tut, wird belohnt und wird es definitiv wieder tun.

Den gesamten Bericht über den Spot Borkum gibt es unten als PDF-Download.

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