DänemarkMini Spot-Check Fünen

Andreas Erbe

 · 04.10.2022

Dänemark: Mini Spot-Check FünenFoto: Andreas Erbe

Spontane Ausflüge in unbekannte Regionen, manchmal sogar fast vor der Haustür, bergen immer Überraschungen – positive wie negative. Bei meinem Trip nach Fünen überwogen klar die positiven.

Gelegentlich bietet einem der Job als surf-Chef auch angenehme Privilegien. Beim Mercedes-Benz Surf-Festival im September letzten Jahres auf Fehmarn offerierte der Hauptsponsor mir eine V-Klasse mit Marco Polo Camper-Ausbau für eine ausgiebige Probefahrt. Schnell war klar: Das edle Stück muss artgerecht bewegt werden. Surfbretter aufs Dach, den besten Surfkumpel aus alten Tagen angerufen – und nach kurzer Telko beschlossen: Lass uns nach Fünen in Dänemark fahren. Volker und ich haben bereits die ein oder andere Reviergeschichte fürs Magazin in Dänemark produziert, aber die große Insel zwischen Jütland und Seeland kannten wir beide noch nicht. Der Blick auf Google Maps zeigte viele flache Sandstrände, interessante Buchten und außergewöhnliche Küstenformationen. Da muss doch was Surfbares dabei sein.

Verlagssonderveröffentlichung
Mercedes V-Klasse mit Marco-Polo-Ausbau,  das freut des Windsurfers Herz.Foto: Andreas Erbe
Mercedes V-Klasse mit Marco-Polo-Ausbau, das freut des Windsurfers Herz.

Die weitere Internet-Recherche mit den Stichworten Fünen und Windsurfen ergab allerdings eine sehr überschaubare Zahl an Treffern. Ein sehr interessanter war aber dabei: Spot-X an der südwestlichen Küste. Eigentlich eher als Kitespot empfohlen, machten wir uns totzdem mutig auf den Weg. Und der war mit dem Marco Polo sehr komfortabel.

Insel Fünen, KartenübersichtFoto: Google
Insel Fünen, Kartenübersicht

Nach der imposanten Brücke, die Jütland mit Fünen verbindet, geht es Richtung Süden durch idyllische Ortschaften, die durch ihre gepflegten Bauten den Reichtum der Insel widerspiegeln. Fährt man von dem Hafenstädchen Assens weiter in Richtung Helnaes, kann man Spot-X gar nicht verfehlen – man fährt praktisch auf der Straße durch den Spot. Nur ein schmaler Damm trennt die Ostsee von einer Lagune, er verläuft schnurgerade von Norden nach Süden. Das heißt, der Westwind schaufelt auf der Luvseite unfahrbare Kabbelwellen gegen die Steinbefestigungen und schafft auf der Leeseite dagegen eine spiegelglatte Speed- und Freeridepiste. Am nördlichen Ende bietet eine Wiese ausreichend Parkmöglichkeiten. Wir sind die einzigen Windsurfer, doch die rund 15 Kiter geben freundlich und entspannt Auskunft zu ihrem Spot.

Die gepflegten Herrenhäuser schaffen eine fast kitschige Atmosphäre.
Foto: Andreas Erbe

Der Einstieg ist recht klein und schmal, Bretter am Ufer bei einer Pause liegen zu lassen, ist eher schlecht. Und auch der erste Eindruck, es gäbe einen großflächigen Stehbereich, täuscht. So entpuppt sich Spot-X als toller Freeride und bei entsprechender Windstärke und Windrichtung auch als Speedspot. Man hat ausreichend Platz, um nicht mit den Kitern ins Gehege zu kommen – es sei denn, man möchte direkt hinter der Deichkante surfen. Nach ein paar Stunden verabschiedet sich der Wind, und wir suchen uns eine Bleibe auf einem Campingplatz direkt am Wasser in Assens.

In den nächsten Tagen finden wir unzählige, potenziell sehr gute, Freeridespots, doch der Wind reicht nicht, um sie gebührend zu testen. Selten habe ich ein Longboard so vermisst. Damit wären tolle kleine Trips zu den vorgelagerten Inseln möglich gewesen. Beim nächsten Besuch von Fünen – und der wird schon bald sein – ist so ein Board garantiert dabei. Der Dank geht an Mercedes-Benz, nicht nur für den komfortablen Camper, sondern weil sie mich endlich mal wieder zu einem spontanen Trip in unbekannte Regionen mit dem besten Kumpel verleitet haben. Was gibt es Besseres?

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