Korsika Süd - die besten Windsurf-Spots im Überblick

Manuel Vogel

, Jean Souville

 · 15.06.2017

Korsika Süd - die besten Windsurf-Spots im ÜberblickFoto: Jean Souville

Seit langer Zeit kämpfen die Korsen für ihre Unabhängigkeit von Frankreich und gegen die Einflussnahme reicher Investoren. Während andere Küstenregionen am Mittelmeer schamlos zubetoniert wurden, ist man hier auf Korsika stolz auf die eigene Identität und ein Naturerbe, welches nicht nur für Windsurfer eine Reise wert ist.

„Insel der Schönheit“ – der in Frankreich für Korsika verwendete Name „L‘Île de Beauté“ kommt nicht von ungefähr: Von der Spitze der höchsten Berge bis hinunter zum stahlblauen und manchmal sogar smaragdgrünen Meer ist scheinbar alles ein einziges Meisterwerk der Natur.

Fährt man aus dem hochalpinen Bereichen über die kurvigen Passstraßen hinunter an die Küste, vermischt sich der Duft der Macchie, jenem immergrünen Buschwald, mit dem von wildem Lavendel, Myrte und Erdbeerbäumen.

Der berühmteste Sohn der Insel, Napoléon Bonaparte, soll einmal gesagt haben, er würde Korsika mit verbundenen Augen am bloßen Geruch erkennen – fährt man mit offenem Fenster durch das wilde, spärlich besiedelte und von 50 Bergen über 2000 Meter gesäumte Hochland, glaubt man dies sofort. Das milde Klima lässt im Frühling die Orangen- und Zitronenbäume erblühen und der Duft von über Kastanienholz gebratenem Wildschwein weht durch die kleinen Gassen der Bergdörfer. Sämtliche Ortsnamen sind auf französisch und korsisch ausgezeichnet, wobei der französische Ortsname wahlweise mit Graffiti übersprüht, abgeklebt oder von Gewehrkugeln durchsiebt ist.

Verlagssonderveröffentlichung
In Piantarella wähnt man sich in der Karibik
Foto: Jean Souville

Mit Bomben gegen Paris & Kommerz

Seit langer Zeit liegen die Korsen im Clinch mit der Regierung in Frankreich. Im 20. Jahrhundert wurde die korsische Kultur von Seiten der französischen Obrigkeit derart rigoros bekämpft, dass sogar die korsische Sprache in Schulen und im öffentlichem Leben verboten wurde. Die Widerstandsbewegung fachten diese Restriktionen freilich umso mehr an – Bombenanschläge und politisch motivierte Morde gehörten für den radikalen Ableger der Unabhängigkeitsbewegung lange Zeit zum Alltag, um ihren Forderungen nach Unabhängigkeit Nachdruck zu verleihen. Erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts gelang es dem damaligen Präsidenten Jospin durch umfassende Sonderrechte und Zugeständnisse den gewalttätigen Konflikt zu entspannen, 2014 wurde der bewaffnete Kampf der Separatistenbewegung offiziell eingestellt.

Bis heute haben die Bewohner aber ihr ausgeprägtes Identitätsbewusstsein behalten: Einen Korsen als „Franzosen“ zu bezeichnen, endet mit bösen Blicken und dem abrupten Ende der Konversation – man fühlt sich eben als Korse und zur Not auch als Europäer, aber ganz sicher nicht als Franzose. Gerade diese Widerborstigkeit gegenüber Frankreich ist für die Insel selbst aber auch ein großes Glück.

Korsika - die Anti-Côte d’Azur

Unzählige Investoren versuchten bereits die wunderschönen Küstenabschnitte der Insel in eine zweite Côte d’Azur zu verwandeln – mit Hotelburgen, Privatstränden und Yachthäfen für die Schönen und Reichen. Der Widerstand der Einheimischen übertraf aber regelmäßig sämtliche Erwartungen und auch die Kreis- und Regionalverwaltungen zeigten keinerlei Interesse daran, ihre Küsten in ein zweites Saint-Tropez verwandeln zu lassen. Wenn alles nichts half und sich doch ein Investor die Genehmigung für den Bau einer Ferienanlage erstritten hatte, folgten Sabotageakte und Sprengstoffanschläge auf die Rohbauten, sodass zahlreiche Projekte ad acta gelegt werden mussten. Bis heute findet man kaum größere Hotelburgen auf Korsika und weil Ende 2015 eine aus der Unabhängigkeitsbewegung hervorgegangene Partei die Wahlen gewann und in die korsische Territorialverwaltung ein­zog, dürfte sich daran auch so schnell nichts ändern. Hotelburgen hin oder her – dies bedeutet nicht, dass es im Hochsommer nicht auch auf Korsika voll werden könnte. Aber die Touristen verteilen sich eben auf kleinere Hotels, Fremdenzimmer oder in Pinienwäldern versteckte Campingplätze. Auch auf dem Wasser ist in der Hauptsaison gut was los, man teilt sich Spot, Parkplätze und Strand mit Schwimmern, Kitern, Seglern und sonstigen Wasserfans – so voll wie anderswo wird es aber nie. In der Nebensaison kann es hingegen schon mal vorkommen, dass man sich an einem menschenleeren Traumstrand wiederfindet und verzweifelt nach den Grund sucht, warum hier niemand sein will – freilich ohne ihn zu finden.

Um alle Geheimnisse der knapp 200 Kilometer langen Insel zu entdecken, bräuchte man angesichts von knapp 1000 Kilometern Mittelmeerküste, beeindruckenden Bergketten, dichten Wäldern und tiefen Tälern wohl Jahre. Zeit, den Anfang zu machen!

Windsurfen auf Korsika - allgemeine Infos

Anreise: Ideal ist die Anreise mit dem Womo, Fährverbindungen mit Corsica Linea und Corsica Ferries gibt es von den französischen Häfen Marseille, Toulon und Nizza nach Porto Vecchio, Ajaccio oder die im Norden Korsikas gelegenen Fährhäfen Bastia und L’iIle Rousse (Fahrtdauer: 12-13 Std.). Alternativ kann man mit Moby Lines günstiger und schneller von den italienischen Häfen Livorno und Genua nach Bastia übersetzen (Fahrtdauer: 5-7 Std.). Die Preise für eine Überfahrt bewegen sich, je nach Saison, Route und Fahrzeuggröße zwischen 80 und 300 Euro pro Strecke.

Infos zu den Fährüberfahrten gibt’s hier:

Verglichen damit sind Flüge teilweise sogar günstiger – Lufthansa, Eurowings, Austrian Airlines und andere fliegen den Flughafen Bastia regelmäßig an (ab 150 Euro/Strecke). Wie immer gilt es, die Gepäckbedingungen der Airlines zu checken und Surfgepäck vorher anzumelden!

Wind & Wetter: Korsika kann für Hartgesottene ein Ganzjahresziel sein. Im Winter fallen die Temperaturen an der Küste selten unter 10° Celsius, das Wasser unterschreitet nie die 13-Grad-Marke. Wer kann, lässt die Ferienzeit im Juli und August aus und kommt in der Nebensaison, wenn die Strände weniger voll sind. Ideal sind April bis Juni und September/Oktober – angenehme Temperaturen von 20-25° Celsius sind dann die Regel, die Wassertemperatur pendelt um die 20-Grad-Marke. Im Hochsommer wird’s heiß, mit 30 Grad aber selten unerträglich. Bezüglich Wind sind ebenfalls Frühjahr und Herbst am besten, dann weht es in Bonifacio an durchschnittlich 60 Prozent der Tage mit Gleitstärke (>12 Knoten). Häufigste Windrichtung ist der aus dem Rhonetal übers Mittelmeer wehende Mistral (NW-W) und der warme Libeccio (SW), die durch den Düseneffekt zwischen Korsika und Sardinien verstärkt werden. Im Sommer sorgt vor allem die verlässliche Thermik aus Südwest für regelmäßigen Gleitspaß mit größeren Segeln, die Spots im Süden sind hiervon besonders bevorzugt. Unterm Strich reicht die mögliche Bandbreite von moderatem Gleitwind fürs 7,0er-Freeridesegel bis hin zur Hochdruckbetankung fürs 3,7er – am besten man stellt sich auf alle Eventualitäten ein und packt den ganzen Fuhrpark ein.

Foto: Windfinder

Wohnen & Campen: Korsika bietet unzählige Übernachtungsmöglichkeiten – vom Campingplatz unter Pinien bis hin zur 5-Sterne-Luxus-Suite ist alles dabei. Neben den üblichen Internet-Plattformen kann auch ein Blick auf www.bonifacio.fr bei der Suche nach einer Bleibe helfen. Flexibler auf Wind und Wetter reagieren kann man eindeutig als Camper. Hier eine Auswahl von Plätzen in Spotnähe:

Porticcio:

Porto Pollo:

Propriano/Campomoro:

Camping de la Vallée: Tel.: +33 495 742120

La Punta/Figari:

La Tonnara:

Piantarella:

Santa Manza:

Santa Giulia:

Palombaggia:

Golfo di Sogno:

Pinarellu:

Surfstationen & Verleih: Große „Club Nautiques“ haben meist sämtliches Wassersportgerät – vom Katamaran bis zum SUP-Board – im Angebot. Die Preise für (teilweise in die Jahre gekommenes) Leihmaterial sind leider mitunter hoch (25-30 Euro/Stunde). In den „echten“ Windsurfcentern, z.B. in Piantarella oder Figari, kann man zumindest von aktuellem Material ausgehen. In Summe ist eigenes Equipment aber empfehlenswert!

Alle Surfcenter im Überblick:

Porticcio:

Propriano:

Figari:

La Tonnara:

Piantarella:

Santa Giulia:

Palombaggia:

Pinarellu:

Surfshops:

Schattenseiten: Teilweise ist das Preisniveau sportlich. Wie überall sollte man in den größeren Städten keine Wertsachen sichtbar im Fahrzeug lassen. Viele Stechmücken an der Ostküste – Mückenschutz einpacken!

Die besten Spots der Insel

Korsika bietet vielfältige Spots für Windsurfer - von Flachwasser bis hin zu Weltklasse-Brandung ist alles dabei:

1) Capo di Feno

Der Plage de Grand Capo di Feno befindet sich einige Kilometer südlich des felsigen Kaps und ist vor allem bei Wellenreitern und SUP-Fans beliebt. Windsurf-Sessions sind dort selten, erfordern sie doch starken Wind aus Nord, was meist nur im Winterhalbjahr vorkommt. Der Einstieg am Sandstrand ist noch easy, draußen brechen an Sahnetagen aber fette Wellen über ein Riff mit Wind von rechts. Weil die Strömung spürbar ist und bei Crashs auch Felsen lauern, fühlen sich hier eher Experten Zuhause. Im Sommer kann man bei auflandiger Thermik im Flachwasser cruisen – allerdings weht diese hier immer deutlich schwächer als weiter südlich.

2) Porticcio

Mit Blick auf die Hafenstadt Ajaccio geht man hier am Yachtclub des Plage de la Viva gemeinsam mit Seglern und Kitern aufs Wasser. Auch Material kann man hier ausleihen. Südwest- bis Westwind ist ideal, dieser weht konstant und auflandig in die große Bucht. Bei starkem Wind bauen sich einige Windwellen zum Springen auf und abgesehen vom moderaten Shorebreak bleibt es bei unkomplizierten Bump & Jump-Bedingungen. W-NW geht auch, kommt aber etwas böiger an.

3) Porto Pollo

Nein, wir haben uns nicht mit der Insel vertan – wie Sardinien hat auch die Nachbarin Korsika sein Porto Pollo. Die Sommerthermik aus Südwest kommt hier etwas stärker an als in Porticcio, meist bleibt es bei moderaten Flachwasserbedingungen mit einigen Chops zum Springen. Einsteigen kann man direkt in Porto Pollo am Supermarkt. Alternativ kann man an der Flussmündung südlich des Camping Cyrnos aufs Wasser – Parkplätze, Strände und Wasser können im Hochsommer allerdings sehr voll werden. Starker Westwind (Mistral) kann für Shorebreak und herausfordernde Dünung sorgen, die man aufgrund des recht steil abfallenden Strandes aber leider kaum zum Wellenabreiten nutzen kann. Wunderbar glatt bleibt das Wasser hingegen bei ablandigem Nordost-Wind, der aufgrund des hügeligen Hinterlandes etwas böig ankommt.

4) Propriano

Wenn der Mistral rund um Bonifacio gnadenlos hämmert, geht es weiter nördlich moderater zu. Am „Kuhstrand“ (Plage aux Vaches), unmittelbar westlich des kleinen Flughafens von Propriano gelegen, erwartet einen bei Westwind kernige Brandung vor einem schönen und weitläufigen Sandstrand – allerdings bei platt auflandigen Bedingungen und daher allenfalls für Backside-Wellenritte interessant. Sommerthermik aus SW ist ebenfalls fahrbar und harmlos. Local-Tipp: Noch schöner und mit Sideshorewind fährt man Sommerthermik aber etwas weiter westlich am Strand von Campomoro.

5) Figari

Die tief eingeschnittene und teilweise stehtiefe Bucht von Figari liegt dank ihrer SW-NO-Ausrichtung perfekt, um die Sommerthermik einzufangen. Man kann von beiden Ufern aus aufs Wasser – die Nordostseite ist besser erschlossen, die Südwestseite unberührter und wilder. Ideal ist der Plage de Figari unweit südlich des Hafens auf der Südostseite der Bucht – hier bleibt das Wasser flach und Wellen stören im Uferbereich die Manöverambitionen sicher nicht – eher schon die zahlreichen Schwimmer und Boote, die sich im Hochsommer hier tummeln. Vorsicht: Im Uferbereich liegen einige Felsen knapp unter Wasser, diese sind nur im Sommer gekennzeichnet. Weiter draußen erwarten einen dann einige Chops und jede Menge Platz zum Heizen und Tricksen. Auch eine Surfschule hat sich hier etabliert – einer der Top-Spots!

6) La Punta

Bei Mistral-Sturm versammelt sich hier die Wave-Szene, brechen dann doch am vorgelagerten Riff bis zu masthohe Sets. Dank Sideshore- bis Sideonshorewind von rechts sind Sprünge und Wellenritte gleichermaßen möglich – allerdings auch derbe Ausstiege und Materialbruch, denn die Welle hat Kraft und abgesehen von einigen Sandecken ist das Ufer felsig. An dicken Tagen fragt man am besten die Locals, die dann sicher den Weg hierher finden. Die Anfahrt durch die Pampa ist fordernd, alternativ kann man auch gegenüber in La Tonnara parken und zum Spot La Punta aufkreuzen, was etwa 15 Minuten dauert.

7) La Tonnara

Besonders beliebt ist dieser Spot bei östlichem Wind, der hier dank lokaler Verstärkung spürbar stärker ankommt als an anderen Spots der Umgebung. Vom Hauptstrand aus kann man bequem starten und das perfekte Flachwasser genießen. Nur bei starkem Mistral brechen die hereinlaufenden Dünungswellen als Sprungrampen über den kleinen, vorgelagerten Riffen – unterm Strich geht es hier aber wesentlich entspannter zu als gegenüber in La Punta. Bei moderatem Mistral bleibt es bei Dünungswellen – hinter den vorgelagerten Inseln findet man auch glatte Stellen für Speed­runs und Freestyle. Vorsicht ist nur vor einigen Felsen geboten! Infrastruktur mit Parkplätzen und eine Surfschule muss man ebenfalls nicht missen – attraktives Ambiente ist hier ohnehin Standard.

8) Piantarella

Karibik-Feeling kommt unweigerlich auf, wenn man am beliebtesten Spot der Region übers leuchtend grüne Wasser glüht! Westliche Winde kommen hier als Fallwinde an – lokal verstärkt, aber auch etwas böig und ablandig. Kreuzen und Wasserstart sollten also sitzen, wenn man bei dieser Windrichtung aufs Wasser geht. Am Bonifacio Windsurf Center kann man starten und Kurs auf die Sandbank nehmen, wo man im flachen Wasser stehen und wunderbar an seinen Manövern feilen kann. Mit langen Finnen wird das Wasser unter der Flosse hier manchmal knapp. An Tagen mit sehr starkem Mistral drehen sogar mal ein paar Wellen ums Kap, meist bleibt es aber bei Flachwasser mit etwas Chop. Ostwind kommt deutlich konstanter an, weht auflandig und ist unterm Strich die bessere Windrichtung für diesen Traumspot. Einziges Manko: Im Hochsommer wird‘s in Piantarella extrem voll – an Land und auf dem Wasser.

9) Santa Manza

Einer der schönsten Flachwasserspots der Insel! Hinter dem Örtchen Gurgazu, entlang des Südufers der Bucht von Santa Manza, gibt es diverse Strandabschnitte, die sich als Einstieg anbieten. Ideal sind thermischer SW- oder NO-Wind, die dann jeweils sideshore von links bzw. rechts wehen. SW kommt oft stärker als an anderen Spots durch und bringt feinstes Flachwasser zum Heizen und Tricksen mit, bei NO verirren sich auch ein paar Dünungswellen in die Bucht. Im Uferbereich lauern einige Felsen im Wasser – hier gilt Vorsicht. Weil sich die Delfine der Region für die nahe Fischfarm interessieren, bekommt man hier als Surfer am Nachmittag regelmäßig tierische Gesellschaft.

10) Balistra

Die nächste Traumbucht! Der Weg dorthin führt von der N198 in Richtung Plage de Balistra rund 15 Minuten über eine Buckelpiste. Aber des Geschaukel lohnt sich! Geparkt werden kann strandnah, Westwind kommt als Fallwind – lokal verstärkt, aber auch böig und ablandig. Dafür ist das Wasser in Lee des wunderschönen und flachen Sandstrandes spiegelglatt und perfekt zum Speedsurfen und Freestylen. Sicheres Kreuzen ist allerdings Grundvoraussetzung! Ostwind geht auch, verwandelt die Speedpiste aber in einen moderaten Wavespot mit platt auflandigem Wind, bis zu zwei Meter hohen Wellen und etwas Shorebreak.

11) Santa Giulia

Auch hier sind Wasserfarben und Ambiente gleichermaßen kitschgefährdet wie wunderschön – dementsprechend muss man nicht hoffen, Spot, Parkplätze und Strand für sich zu haben. Hat die Sommerthermik einen etwas südlicheren Einschlag, ist Santa Giulia eine gute Wahl mit flachem, sandigem Einstieg und glattem Wasser. Bei SW bis W wird’s ablandig und zunehmend böig. Starker O- bis NO-Wind schiebt sogar ein paar Wellen in die große Bucht, aber auch hier muss man sich auf Onshore-Bedingungen einstellen, die allenfalls für ein paar Sprünge und Backside-Ritte taugen. Unterm Strich eher ein Ort, um an windlosen Tagen die wundervolle Szenerie zu genießen.

12) Palombaggia

Unweit nordöstlich von Santa Giulia kann man in Tamaricciu/Palombaggia die Sammlung an Postkartenmotiven nahtlos fortsetzen: Kristallklares Wasser, weißer Sand, etwas Stehbereich und all dies eingerahmt von schicken Felsformationen. Der Preis: Touri-Massen im Hochsommer! Aufgrund der besseren Ausrichtung kann man starken NO-Wind hier fast sideshore von links erwischen und in moderaten und ungefährlichen Wavebedingungen abreiten und springen. Wesentlich häufiger kann man hier aber die sommerliche SW-Thermik zum genüßlichen Cruisen nutzen.

13) Porto Vecchio/Golfo di Sogno

Am Nordufer der Bucht von Porto Vecchio befindet sich ein weiterer beliebter Freeridespot, der ebenfalls bei typischer und teilweise etwas böiger Schönwetter-Thermik aus SW bis W funktioniert und unkomplizierte Flachwasserbedingungen bietet. Der beste Einstieg ist der kleine Plage du Benedettu, wo der Wind sideshore von rechts ankommt und man easy ins Wasser gehen kann. Einzig den regen Schiffsverkehr zum nahen Hafen sollte man im Auge behalten. Bei Flaute lohnt ein Ausflug in die schicke Altstadt von Porto Vecchio.

14) Pinarellu

Pinarellu ist ein wankelmütiger Spot! Wer das Glück hat, einen der Winter-Stürme aus Nordost abzupassen, kann an diesem schönen und von Pinienwald gesäumten Strand nördlich von Porto Vecchio eine super Wavesession mit schräg auflandigem Wind von links erwischen. Die Wellen eignen sich dann für Frontside-Wellenritte nach Lee und Sprünge gleichermaßen. Der Einstieg ist flach und über Sand – easy! Einzig das Windfenster ist problematisch: Dreht es zu sehr auf Nord, kommt der Wind nicht mehr in die Bucht, dreht es gen Ost wird es auflandig und schwer, die Brandungszone zu überwinden.