Windsurfen in Tarifa - die besten Spots im Überblick

Adi Beholz

 · 31.05.2022

Windsurfen in Tarifa - die besten Spots im ÜberblickFoto: Ben Beholz & John Carter

„Die nach dem Wind Verrückten“ – so nennen die Einheimischen die zahlreichen Windsurf-Besessenen, die jedes Jahr an die Straße von Gibraltar kommen. Dabei ist es gerade mal 50 Jahre her, dass Tarifa eine traurige Zukunft prognostiziert wurde: „Der Wind bläst die Touristen fort“ titelte 1969 „Die Zeit“. Wie sich die Zeiten doch ändern...

Tarifa ist geschichtsträchtig – das merkt man bei jedem Schritt in den kleinen verwinkelten Gassen der Altstadt. Als vor über über 4000 Jahren die Phönizier das bis dahin größte Handelsnetz im Mittelmeerraum aufzubauen begannen, arbeiteten sich die Seefahrer langsam vom heutigen Syrien und dem Libanon aus entlang der gesamten nordafrikanischen Küste bis ins heutige Marokko vor. Vermutlich setzten sie vor etwa 3000 Jahren von Marokko nach Spanien über und errichteten eine Stadt am südlichsten Punkt Europas, um von hier aus ihre Handelsrouten entlang der spanischen Küste fortzusetzen.

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Die Geschichte des heutigen Tarifa begann vor 1300 Jahren. Der Berber Tarif abu Zura setzte mit 500 Mann auf die Iberische Halbinsel über und errichtete eine nach ihm benannte Stadt. 960 wurde dann die arabische Festung von Tarifa fertiggestellt, die die Meerenge von Gibraltar kontrollieren sollte. Sie war ein wichtiges Bollwerk gegen Wikinger und Piraten, die schon damals die Region heimsuchten und stets gefürchtet waren. Die folgenden Jahrhunderte waren gekennzeichnet von großen Schlachten zu Land und zu See und letztlich war es die Entdeckung der neuen Welt, die dem Hafen von Tarifa eine neue strategische Bedeutung zuteil werden ließ. Viele junge Seefahrer und Soldaten wurden aus der Stadt und ihrer Umgebung angeheuert, Handelsschiffe liefen mit exotischen Waren ein und Kriegsschiffe verließen die Stadt mit neuen Zielen. Tarifa war ein Knotenpunkt, ein Ort der Afrika und Europa verband. Mit dem Ende der Kolonialisierung schlief Tarifa langsam ein, es ging bergab. Die Fischerei war lange die einzige Einnahmequelle der Stadt. Während andernorts in Spanien der Tourismus erwachte, brachte „Die Zeit“ 1969 das „Problem“ Tarifas ziemlich treffend auf den Punkt:

Der Wind bläst die Touristen fort.
DER Wavespot der Region – Canos de Meca
Foto: Ben Beholz & John Carter

Wenn nicht zwei Jahre vorher Windsurfen das Licht der Welt erblickt hätte, wäre Tarifa wohl endgültig in der Bedeutungslosigkeit versunken. Heute ist Tarifa Hauptstadt. Hauptstadt der Windsurfer und das liegt – womit sich der Kreis schließt – wieder an der strategisch guten Lage. Die Meerenge von Gibraltar ist einfach ein verdammt windiger Ort und man hat sich voll und ganz auf die Windsurfer eingestellt – abgesehen von Haiku auf Maui gibt wohl kaum eine Stadt, in der die Dichte an Surfbars und Shops größer ist als hier.

Doch die Lage an der Meerenge von Gibraltar ist Garant für die gute Belüftung einerseits, andererseits aber auch ein großes Problem. Beinahe täglich versuchen Flüchtlinge aus Afrika die 14 Kilometer zwischen Marokko und Spanien auf der Suche nach einer (neuen) Zukunft zu überwinden. Beinahe jede Woche ertrinken dabei Menschen. Standen früher die mächtigen Wehrtürme Tarifas für die „Festung Europa“, ist es heute SIVE: SIVE steht für das hochmoderne Überwachungssystem mit Radar, Infrarot und Kameras, mit dem Flüchtlingsboote auf dem Meer aufgespürt werden sollen. Natürlich löst die Abschottung das eigentliche Problem nicht, sondern verlagert es nur: In Richtung der Kanaren oder in noch kleinere Gummiboote, die vom Radar nur sehr schwer geortet werden können und die regelmäßig in den Hafen von Tarifa gerettet werden.

Surfen in Tarifa ist somit immer auch etwas zwiegespalten, denn wenn der Levante einem hart ins Gesicht bläst, während man den Blick von den arabischen Festungsmauern Tarifas über die vorgelagerte Isla de las Palomas schweifen lässt und sich über den bevorstehenden Surftag an einem der vielen Spots der Küste freut, spielen sich ein paar Kilometer weiter draußen auch immer wieder Dramen ab.

Balneario mit perfektem FlachwasserFoto: Ben Beholz
Balneario mit perfektem Flachwasser

Als Windsurfer ist man in Tarifa in jedem Fall willkommen, die Einheimischen nennen uns nur die „locos por el viento“ – „die nach dem Wind Verrückten“ und zeigen Nachsicht wo sie nur können. Sei es, weil man von der Polizei aufgegabelt wird, während man illegaler Weise Türme besteigt, um Panorama-Fotos für diesen Spot Guide zu machen oder an gesperrten Stränden surfen geht und sein Zelt am falschen Ort aufschlägt.

Tarifa schreibt also auch weiterhin Geschichte – vom stürmischen Levante, und dem Surf-Flair in den Bars der historischen Altstadt.

Allgemeine Infos:

Anreise: Tarifa ist ein toller Ort für Camping-Urlaube. Anreise (rund 2500 Kilometer ab Köln) entweder über die französische Mittelmeerküste oder entlang des Atlantiks. Mautkosten ab 120 Euro, je nach Auto. Wer Zeit mitbringt, findet unterwegs diverse Surfspots zur Zwischenstation.

Flüge: Günstige Flüge (ab 50 Euro) in der Nebensaison nach Malaga (150 km), Gibraltar (45 km) oder Jerez de la Frontera (120 km). Mietautos sind in Südspanien preiswert (teilweise unter 10 Euro/Tag). Vorbuchen lohnt sich in den Ferien in jedem Fall.

Wind, Wetter & Neopren: Tarifa ist ein Ganzjahresziel. Selbst im Winter sind die Temperaturen erträglich (Februar: Wasser 16 Grad, Luft 15 Grad) wobei es dann auch öfter regnet. Die Sommermonate sind trocken, aber bei 24 Grad Wasser und 28 Grad Luft erträglich, ein Shorty im Gepäck reicht. Im Sommer weht der Ostwind Levante sehr zuverlässig (60 bis 80 Prozent über 4 Bft.), dieser bügelt die Wellen auch oft flach. Der Levante wird vor Tarifa und entlang der Atlantikspots unglaublich beschleunigt und erreicht oft über 30 Knoten, selbst wenn die Dienste nur ein paar Knoten Wind ansagen. Kleine Segel gehören unbedingt ins Gepäck! Von Oktober bis April ist die Windhäufigkeit insgesamt etwas geringer (40 bis 50 Prozent über 4 Bft.), allerdings wird der Westwind Poniente häufiger, der große Wellen mitbringen kann. Dann ist ein warmer Neo ratsam.

Sicherheit: Für den Strandabschnitt Campo de Futbol (6) bis Dos Mares (9) gibt es jetzt einen Rettungsservice für alle Aufsteiger. Wer noch Probleme beim Aufkreuzen und Respekt vor dem ablandigem Wind hat, kann für 50 Euro eine Rettungskarte kaufen, damit sind drei Rettungen per Boot abgedeckt. Ohne Karte zahlt man 100 Euro pro Rettung.

Surfcenter und Surfshops gibt’s in Tarifa wie Sand am MeerFoto: Ben Beholz
Surfcenter und Surfshops gibt’s in Tarifa wie Sand am Meer

Surfcenter & Verleih:

Shops & Segelreparatur: Hier nur eine Auswahl, Preise vergleichen lohnt sich: Bull Sails (C.Braille), Dock 11 (C. del Mar del Norte), Sailboards Tarifa (C. de San Sebastian), Big Fish und Tarifa Pirates (beide C. Batalla del Salado), Ozu (an der N-340 beim Autocamp Rio Jara) & weitere...

Unterkünfte: Zahllose Appartments, Hotels & Zimmer in allen Preisklassen. Nur im Juli/August sollte vorgebucht werden.

Camping: Wildcampen ist offiziell verboten, wird bei Wohnmobilen aber oft geduldet. In der Nebensaison kommt die Guardia Civil öfter mal vorbei und verweist auf freie Plätze auf den Campingplätzen. Am beliebtesten unter Windsurfern sind der Camping Torre de la Pena 1 (www.campingtp.com) und Las Dunas (www.campingjdunas.com) am nördlichen Ende der Bucht. Aber auch die Plätze Rio Jara (www.campingriojara.com), Punta Paloma (www.campingpaloma.com), Tarifa (www.campingtarifa.es), und Valdevaqueros (www.campingvaldevaqueros.com) bieten einen guten Standard und sind mit Preisen ab 5 Euro pro Person und Nacht erschwinglich. Auch Bungalows werden auf den Plätzen oft angeboten.

Arte Vida CampingFoto: Ben Beholz
Arte Vida Camping

Reiseanbieter: Club Mistral: www.club-mistral.com

Essen, Bars & Nachtleben: Lässige Strandatmosphäre, hängengebliebene Hippies und reihenweise Clubs, Restaurants und Bars – Tarifa hat alles. Das Preisniveau entspricht dem deutscher Städte, nicht billig, nicht zu teuer. Local-Tipps: Tapas im El Frances, Lola oder Los Mellis. Nicht auslassen sollte man das La Tribou, hier gibt’s Surfvideos und gute Drinks. Zum Abzappeln geht man bis in die frühen Morgenstunden in die Clubs „La Ruina“, „Mombassa“ oder ins „Cafe del Mar“.

Windsurfen in Tarifa - die besten Spots

1) Palmones

Spot mit unglaublicher Kulisse. Man kann zwischen riesigen Tankern im Chop hin- und hersurfen, auf der kleinen Lagune abrippen oder entspannt mit den kleinen Wellen über der Sandbank spielen. Der Spot ist ideal, wenn in Tarifa der Levante viel zu stark wird oder der Poniente zu schwach ist, denn dieser klettert hier von Tarifa aus über die Berge und wird beim Herunterfallen beschleunigt. Dazu kommt, dass man hier zumeist strahlende Sonne hat, wenn bei Poniente die Wolken vor den Bergen über Tarifa festhängen. Von Tarifa aus folgt man der N340/ A7 Richtung Gibraltar. Kurz nach Algeciras steht dann Palmones angeschrieben.

PalmonesFoto: Ben Beholz
Palmones

2) Getares

Ausweichspot wenn der Levante in Tarifa unfahrbar wird, hier hat es meist vier Windstärken weniger. Vor Algeciras Richtung Punta del Carnero abbiegen. Levante weht recht auflandig auf einen schönen Sandstrand, an dem man parken kann. Einstieg im linken Teil am „Los Delphines“. Ab fünf Windstärken laufen an der Sandbank moderate Wellen zum Spielen, kommt der Wind etwas mehr aus Nordost, kann man auch gut springen. Baywatch, Duschen und eine Bar sind vorhanden.

3) La Caleta

Der einsame Sandstrand mit der Ruine ist eine echte Augenweide. Man fährt links am Hafen von Tarifa vorbei am Wasser entlang, bis man etwa 70 Meter vom Meer entfernt in eine Sackgasse kommt. Hier kann man parken, das Material muss dann bis zum Strand getragen werden. Der Spot funktioniert, wie auch Playa Chica, schon bei schwachem Levante. Man muss ein wenig mit den vorgelagerten Riffen aufpassen (Schuhe sind empfehlenswert), findet dann aber einfach zu surfendes Flachwasser und kleinen Chop mit konstantem Wind von links.

4) Playa Chica

Playa Chica ist der Spot mit dem stärksten Levante und Poniente. Er empfiehlt sich, wenn der Wind an den anderen Spots zu schwach ist. Bei Levante surft man vor der Mole, die auf die Isla de las Palomas hinaus führt. Man kann 200 Meter geradeaus fahren, bevor man vor den Klippen halsen muss. Abtreiben ist unmöglich, die Mole bleibt aber ein sehr steiniger Ausstieg, daher eher für erfahrene Waver. Bei Poniente kann eine schöne Welle um die Insel drehen, allerdings ist der Wind dann böig, die Strömung stark und die Gefahr abzutreiben nicht zu unterschätzen. Anfahrt: Rechts am Hafen vorbei bis man vor der Mole steht. Der kleine Strand links der Mole ist Playa Chica. Offiziell ist Surfen verboten, in der Nebensaison aber geduldet.

Playa Chica ist ein Bump & Jump SpotFoto: Ben Beholz
Playa Chica ist ein Bump & Jump Spot

5) Balneario

Leider ist Windsurfen hier im Juli und August verboten, in der Nebensaison bietet der Strand jedoch eine geniale (aber auch schnell überfüllte) Arena. Wie am Playa Chica ist hier immer am meisten Wind. Levante bringt tolle Flachwasserbedingungen, die kleine Welle, die um die Insel läuft und auf den vorgelagerten Sandbänken bricht, kann man wunderbar zum Springen nutzen. Kommt Swell aus West dazu, gibt’s geniale Sideoff-Bedingungen. Hier sollte man nie alleine surfen, der ablandige Wind treibt einen gnadenlos aufs offene Meer. Auch bei Poniente top, dann bricht die Welle über den vorgelagerten Sandbänken, der Shorebreak bleibt klein. Nach Balneario geht’s rechts am Hafen vorbei und dann bis zur Mole. Rechter Hand erstreckt sich Balneario. Local-Tipp: Live-Musik im Bienestar, direkt am Strand!

Laborflachwasser am Balneario StrandFoto: Ben Beholz
Laborflachwasser am Balneario Strand

6) Campo de Footbol

Auch am Stadion ist Windsurfen im Juli und August verboten. Hier bügelt man bei Levante genau parallel zum Strand entlang, ein Traum für Speedsurfer und Freestyler. Auch hier weht der Levante stärker als an den nördlicheren Spots, ist aber böig. Poniente bringt moderate Wavebedingungen, die Wellen brechen am flach abfallenden Strand weit draußen, aber recht ungeordnet. Das Stadion ist bereits von weitem gut zu sehen und daher leicht zu finden.

7) Rio Jara

Im Juli und August ist Windsurfen verboten. Der Fluss ergießt sich zwischen dem Fußballstadion und Los Lances ins Meer, am besten surft man von Los Lances aus an die Lagune, da es keine direkten Zugänge gibt. In der Flussmündung kann man bei Poniente tolle Wavebedingungen finden. Besonders empfehlenswert ist jedoch die Lagune, die sich hier bei Flut bildet. Bei Poniente ein Paradies für Freestyler, bei Levante leider böig.

8) Los Lances

Von Tarifa aus fährt man die N 340 Richtung Cadiz, an der Tankstelle vorbei und dann über die Brücke über den Rio Jara, dann die erste Möglichkeit links und ihr seid am Spot. Hier stellte Björn Dunkerbeck 1995 einen Speedrekord auf. Leider sind einige Bauten entstanden und der Wind ist nicht mehr so konstant wie früher. Immer noch fällt das Wasser aber sehr schnell ab, so dass man wirklich direkt am Strand langbügeln kann. Zusätzlich darf man hier während der Nebensaison nächtigen. Bei Poniente ist der Spot nicht empfehlenswert, die Wellen brechen ungeordnet direkt auf den Strand. Auch hier ist Windsurfen im Juli und August nur eingeschränkt erlaubt. Local-Tipp: Feierabendbier in der Aqua Bar direkt am Strand!

9) Dos Mares

Das Hotel Dos Mares ist der erste Spot in Richtung Norden, an dem das Windsurfen das ganze Jahr über erlaubt ist. Der Levante ist hier leider sehr böig. Poniente bringt recht geordnete und meist moderate Welle, große Wellen gibt‘s hier meist nur im Winter. Keine versteckten Gefahren, daher auch für Wave-Aufsteiger ein Tipp. Von Tarifa gelangt ihr über die N340 Richtung Norden ans Dos Mares. Ebenfalls könnt ihr das Hotel schnell vom nördlichsten Parkplatz in Los Lances erreichen.

10) Arte Vida

Anfahrt: Man biegt einfach an der nächsten Abzweige Richtung Norden hinter dem ausgeschriebenen Dos Mares von der N340 ab und gelangt direkt an den Spot. Das Arte Vida ist ein schönes Restaurant und Hotel mit Internet. Ein großer Parkplatz mit schattigem Wäldchen und Grillmöglichkeiten sowie der sehr schöne Strand laden zum Entspannen ein. Bei Levante ist der Spot nicht zu empfehlen, da der Wind über das erhöhte Ufer sehr böig kommt. Seine Qualität entfaltet Arte Vida bei Poniente: Vorgelagerte Untiefen sortieren die Wellen, die kraftvoll brechen und Wellenerfahrung voraussetzen. Die Untiefen rechts des Einstiegs sind gerade bei Ebbe mit Vorsicht zu genießen, da sie in den Wellentälern auch mal freiliegen können. Poniente weht schräg auflandig von rechts und wird hier leicht verstärkt. Auch zum Wellenreiten top!

Camping Arte VidaFoto: Ben Beholz
Camping Arte Vida

11) Hurricane

Das Hotel Hurricane ist der N340 folgend nördlich von Dos Mares ausgeschrieben. Der Spot vor dem Hotel ist ein wunderbarer Wavespot für Poniente. Hier sortieren sich die Wellen noch besser als vor Arte Vida und ihr könnt bei nordwestlichen Richtungen beinahe mit Sideshore-Bedingungen von rechts rippen. Die Felsplatten häufen sich aber von Arte Vida bis zum Torre de la Penna. Informiert euch über Gezeitenstände und Untiefen, Ebbe ist am besten! Bei Levante ist der Spot nicht so geeignet – der Wind kommt ablandig über das hochliegende Ufer und entfaltet seine Kraft erst weit draußen.

12) Torre de la Pena

Der gleichnamige Campingplatz ist nördlich von Dos Mares und Hurricane ebenfalls an der N340 zu finden. Hier gibt es Parkmöglichkeiten für Tagesgäste. Bei Poniente bietet der Campingplatz den direkten Einstieg ins Wave-Geschehen mit Sideshore-Bedingungen. Bei starkem Poniente recht anspruchsvoll – Shorebreak, ein teilweise felsiger Einstieg und die vielen Riffplatten bergen bei niedriger Tide Gefahren. Informiert euch auch hier über Gezeiten und lokale Untiefen. Bei moderatem Poniente ist der Spot für Jedermann geeignet und bietet beinahe Sideshorebedingungen. Auch Torre de la Penna ist kein herausragender Levante-Spot, allerdings nicht so böig wie Hurricane und Arte Vida.

Foto: Ben Beholz

13) Valdevaqueros

Den Spot findet ihr nördlich vom Torre de la Pena, es geht durch ein Eisentor auf den Parkplatz, der selbst in der Hochsaison sehr billig, dafür aber schnell überlaufen ist. Der Spot liefert bei Poniente gemäßigte Freeride- und Freestylebedingungen, da die Wellen etwas von Punta Palomas abgedeckt werden. Auch der Wind kommt nicht ganz so stark an wie am Hotel Hurricane. Bei Levante weht es am Spot immer noch Sideoffshore, es ist daher etwas böig. Local-Tipp: Absacker in der Tumbao-Bar!

14) Spin Out

Vor der Spin Out Surfstation bieten sich bei Poniente ähnliche Bedingungen wie Valdevaqueros. Der Levante weht hier schon konstanter und die Düne sowie das Punta Palomas schließen die Bucht so ab, das Abtreiben unwahrscheinlich wird. Es gibt hier nur sehr wenige Parkplätze. Den Spot erreicht ihr ebenfalls über die N340, indem ihr etwa 10 Kilometer nördlich von Tarifa direkt hinter Hurricane und Valdevaqueros ans Spin Out Center abbiegt.

15) Casa de Porros

Mein absoluter Favorit unter den bisherigen Spots. Vor allem bei Levante funktioniert er unglaublich gut. Der Wind kommt genau sideshore und man surft gefahrlos vor der großen Düne und dem Punta Palomas. Er bietet den konstantesten Levante und wenn man raus ans Punta Palomas surft, findet man wunderbare Wellen zum Springen und für kleine Wellenritte. Bei Poniente funktioniert der Spot ebenfalls sehr schön, dann wird der Wind hier sogar lokal verstärkt. Bis zum Wasser erstreckt sich über 100 Meter feinster, weißer Sandstrand, der sich dann rechts in die malerische Düne erhebt. Anfahrt: Man erreicht den Spot indem man kurz hinter dem Spin Out von der N340 auf die 222 Richtung Punta Palomas abbiegt. Nach ein paar hundert Metern geht dann ein kleiner Feldweg rechts zum Spot runter. Auf der Casa de Porros (auch Schweinewiese genannt) gibt es ausreichend Platz zum Parken.

BoloniaFoto: Ben Beholz
Bolonia

16) Bolonia

Bolonia ist ein Paradies bei starkem Levante. Die Anfahrt ist zwar etwas länger, lohnt sich aber. Man folgt der N340 nach Norden, bis die Abfahrt nach Bolonia ausgeschildert ist. Von der Hügelkette kommend links auf die Hauptstraße und diese bis zum Ende fahren. Der Spot entwickelt in Lee wunderbare Bump & Jump Bedingungen. Wer 200 Meter nach Luv kreuzt, findet tolle Freestyle-Bedingungen, da freiliegende Riffplatten – gerade bei Ebbe – für 1a Flachwasser sorgen. An keinem anderen Spot bläst der Levante so konstant und ist selbst bei Überhack in Tarifa noch gut zu fahren. In Bolonia befindet sich auch Baelo Claudia, der am Besten erhaltene Römerhafen in Spanien. An windlosen Tagen oder nach einer guten Session immer einen Besuch wert!

17) Canos de Meca

Wenn der Levante über mehrere Tage sehr stark bläst, beginnt sich eine gemäßigte Sideonshore-Welle über dem Riff aufzubauen, die vor allem zum Springen, aber auch zum Abreiten taugt. Auch bei leichtem Levante und Westswell top! Bei Poniente hingegen entfaltet der Spot seine wahre Qualität: Nun wird er zum radikalen Pointbreak mit Wind von rechts, genial zum Abreiten. Vorsicht – die Steine im Einstiegsbereich haben schon so manche Finne gekappt. Canos erreicht man von Tarifa aus in etwa 40 Minuten. Man folgt der N340 etwa 35 Kilometer Richtung Cadiz, Canos de Meca ist angeschrieben. Local-Tipp: An windlosen Tagen die Swell-Vorhersage checken. Hier kann man oft SUPen oder Wellenreiten gehen!

Canos de Meca - der Top-Wavespot der RegionFoto: Ben Beholz
Canos de Meca - der Top-Wavespot der Region

18) Sancti Petri

Das alte, ausgestorbene Fischerdorf ist das Freestyle-Mekka auf der Iberischen Halbinsel. Hier kann man sich ausbreiten wie man möchte, nur selten trifft man ein paar Locals auf dem Wasser. Sancti Petri liegt 70 Kilometer nördlich von Tarifa. Man fährt die N340 bis Chiclana de la Frontera und folgt dann der Beschilderung. Vor Sancti Petri befindet sich Nuovo Sancti Petri, dies ist der falsche Ort, man muss zum alten, ausgestorbenen Sancti Petri. Die riesigen Lagunen im Hinterland laufen hier mit dem Atlantik zusammen, der schmale Durchlass liegt 90 Grad zu Poniente und Levante – man findet hier also bei jeder Windrichtung zu beiden Seiten perfektes Flachwasser zum Tricksen und Manöverüben vor.