VerbotFoil-Posse in Sachsen nimmt kein Ende

SURF Redaktion

 · 22.09.2022

Verbot: Foil-Posse in Sachsen nimmt kein EndeFoto: Privat

Statt eine Lösung für das Problem des Foil-Verbotes zu finden, eskaliert in Sachsen die Situation an den Seen. Mittlerweile wurden Wingfoiler vom Wasser geholt und mit einem Bußgeld belegt. Aus dem Ministerium hört man zur aktuellen Entwicklung – nichts!

Anfang September hat es nun den ersten Wingfoiler am Störmthaler See erwischt. Die Wasserschutzpolizei holte ihn vom Wasser, nahm seine Personalien auf und kündigte ein Bußgeld von 50 bis 60 Euro an. „Sollten wir jetzt wieder aufs Wasser gehen, wären es 100 Euro, und es könnten auch noch andere Maßnahmen folgen,” berichtet Philipp Kümpel, der Zeuge der Situation war und auch einer der Initiatoren der Petition gegen das bundesweit einzige generelle Foil-Verbot in Sachsen ist. „Der Polizist kannte exakt den Paragrafen und meinte, ein Wingfoil-Board sei ein Formel-1-Wagen und gehöre auf eine spezielle Rennstrecke. Auf meinen Einwand, dass es in ganz Sachsen keinen solchen Rennsee gäbe, und es ansonsten in ganz Deutschland erlaubt sei, zuckte er mit der Schulter.”

Ein Wingfoil-Board ist ein Formel-1-Wagen und gehört auf eine spezielle Rennstrecke.

Zeitgleich fuhren auf dem Störmthaler See etliche Motorboote, die mit bis zu 15 PS ohne Führerschein bewegt werden dürfen. Unser Schwestermagazin „boote” hat solche Boote bereits mehrfach getestet und ermittelt, dass Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h problemlos möglich sind. Von solchen Geschwindigkeiten träumen Wingfoiler und normale Windsurf-Foiler nur.

Das zuständige Sächsische Ministerium für Wirtschaft und Verkehr scheint seine Beamten mit wirklich abenteuerlichen Argumentationshilfen zu versorgen, hält sich aber ansonsten in der Kommunikation eher zurück. Bereits Anfang August bat Philipp Kümpel um einen Termin beim zuständigen Minister Thomas Dulig für die Übergabe der über 6000 unterschriebenen Petitionen gegen das Foilverbot in Sachsen. Diese Anfrage blieb bis heute (22. September) gänzlich unbeantwortet. Auch die Teilnehmer des Runden Tisches vom 12.7., an dem Vertreter von Verbänden, der Polizei und des Ministeriums zusammenkamen, haben das bereits für den 24.8. angekündigte Protokoll des Treffens bis heute noch nicht erhalten.

Wingfoilen und Windsurffoilen sind in Sachsen derzeit eine OrdnungswidrigkeitFoto: Privat
Wingfoilen und Windsurffoilen sind in Sachsen derzeit eine Ordnungswidrigkeit

Unterdessen gab es für die Mitteldeutsche Segelwoche auf dem Zwenkauer See eine befristete Ausnahmegenehmigung für die Kite- und Foilsurf-Wettbewerbe – das verstehe, wer will. Auch der Verband Deutscher Wassersport Schulen (VDWS) will den Kampf gegen das Foil-Verbot in Sachsen nicht aufgeben: „Ich hoffe sehr, dass sich die beteiligten sächsischen Ministerien auf ein dauerhaftes Ende des Verbots einigen können. Das wäre gut und notwendig für den Sport und würde weitere Schritte überflüssig machen," sagt der VDWS-Vorsitzende Thomas Weinhardt. Aber auch der Gang zum Bundesverkehrsminister ist eine Option.

Die Adresse für Argumente gegen das Foil-Verbot in Sachsen:

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft + Verkehr
Staatsminister Thomas Dulig
Postfach 10 03 29
01073 Dresden