Redaktion

Alles über Windsurf-Kindersegel

  • Manuel Vogel
10.01.2020

Damit Kinder das Windsurfen lernen können, ist das Material der Schlüssel. Warum Segel für Erwachsene in der Regel ungeeignet sind, was Riggs für Kids so stark unterscheidet und was ihr beim Kauf beachten solltet, erfahrt ihr hier.

Windsurfen als Sport ist für Kinder ideal. Man bewegt sich an der frischen Luft und schult neben der richtigen Technik auch Gleichgewicht, Koordination und Ausdauer. Damit der Funke bei Kindern überspringt, sind eigentlich nur zwei Dinge wichtig:

1. Lernen mit Gleichaltrigen

Kinder lieben es, gemeinsam mit Gleichaltrigen aufs Wasser zu gehen! Die beste Möglichkeit, den Nachwuchs fürs Windsurfen zu begeistern, ist deshalb ein Surfkurs in einer professionellen Windsurfschule – statt der eigenen Eltern übernimmt dann ein ausgebildeter Surflehrer diese Aufgabe. Im Kurs warten nicht nur viele Gleichgesinnte, die Kursinhalte sind außerdem speziell auf die Anforderungen von Kindern zugeschnitten. Außerdem finden Kinderkurse in der Regel in passenden Revieren statt – mit glattem Wasser und moderatem Wind.

2. Das passende Segel

Wie mindestens 30 Kilo dürfte selbst ein kleines Erwachsenenrigg für ein Kind wirken – wenn man einfach mal das Materialgewicht ins Verhältnis zum Körpergewicht setzt. Damit Kinder wirklich Spaß haben, reicht eben nicht das kleinste Wavesegel von Mama oder Papa. Reine Kinderriggs zeichnen sich durch folgende Charakteristika aus:

Kompromisslos leichtes Design durch den Verzicht auf überflüssige Nähte und Verstärkungen

Flaches Profil: Kindersegel stellen sich ohne Wind schön flach und sind dadurch sehr handlich. Da die Riggs wenig Grundspannung haben, reicht bereits leichter Wind, um einen tiefen Bauch und damit Vortrieb entstehen zu lassen

Dünne Komponenten: Masten und Gabeln für Kinder sind auf die kleineren Hände abgestimmt – sie haben dünnere Durchmesser und sind dadurch besonders leicht

Monofilm oder Tuchsegel?

Egal ob durchsichtiger Monofilm oder Segeltuch (Dacron), jedes der Materialien hat gewisse Vor- und Nachteile. Monofilm ist meist etwas leichter und erlaubt eine bessere Durchsicht. Dacrontuch punktet vor allem durch seine Nehmerqualitäten und kann Stürzen, tobenden Kindern und UV-Belastung meist deutlich länger standhalten als Monofilm.

Mit oder ohne Segellatten?

Ob ein Kindersegel Latten braucht, hängt von der Größe und dem Einsatzbereich ab. Soll das Segel für Anfänger und Leichtwind sein, reichen eine oder zwei Segellatten allemal, das spart Gewicht und reicht, um das Segelprofil bei Leichtwind ausreichend zu stabilisieren. Auch ein leichter Aluminiummast ist dann absolut ausreichend.

Kindersegel für Leichtwind (im Bild das GA-Sails Freetime) sind oft aus Dacrontuch, kommen mit ein bis zwei Segellatten aus und sind dadurch recht günstig.

Sobald das Segel bei Gleitwind (>12 Knoten) funktionieren soll und der Nachwuchs am Trapezsurfen, Wasserstarten und Gleiten übt, sind – wie auch bei Erwachsenensegeln – Segellatten zur Stabilisierung des Profils wichtig. Die Hersteller statten entsprechende Konzepte dann meist mit drei Segellatten aus und empfehlen einen Mast aus Glasfaser oder Carbon – was sich in besserer Performance aber auch in einem etwas höheren Preis widerspiegelt.

Mit drei Latten und einem höherwertigen Carbonmast bestückt sind Konzepte wie das Duotone Now für Gleitwind ideal.

Die passende Größe finden

Die konstitutionellen Voraussetzungen von gleichaltrigen Kindern unterscheiden sich – daher sollte die folgende Empfehlung für die passende Segelgröße allenfalls als grobe Orientierung verstanden werden:

  • 6 Jahre: 1–1,5 qm
  • 6–7 Jahre: 1,5–2,0 qm
  • 8–11 Jahre: 2,5–3,5 qm
  • 11–14 Jahre: 3,0–4,5 qm (der Wechsel auf Erwachsenensegel kann in diesem Alter sinnvoll sein)

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Kauf-Tipps:

Mit Kindersegeln verhält es sich wie mit Schuhen oder Klamotten: Kinder wachsen schnell raus. Trotzdem sollte man bei der Segelgröße nicht zu sehr "auf Zuwachs" kaufen, sondern eine passende Größe auswählen. Erfahrungsgemäß lässt sich Kindermaterial auf dem Gebrauchtmarkt leicht und zu guten Preisen wieder verkaufen, was den Anschaffungspreis relativiert. Auch ist es in der Regel sinnvoll, auf Komplettriggs zurückzugreifen. Auf diese Weise geht man sicher, dass Komponenten wie Mast und Gabelbaum zum jeweiligen Segel passen. Keinesfalls sollte man ein Kindersegel mit Erwachsenen-Komponenten (Mast & Gabelbaum) kombinieren.

Die Preisspanne für neue Komplettriggs (inkl. Mast, Gabel & Verlängerung) in der Größe 3-3,5qm liegt aktuell zwischen 250 und 650 Euro – gebraucht gibt's das nochmal deutlich günstiger.

Einen großen Test von elf Komplett-Riggs für Kinder findet ihr in der surf-Ausgabe 8-2019. Wer diese Ausgabe verpasst hat, kann unter www.delius-klasing.de/surf das entsprechende Heft versandkostenfrei nachbestellen.

Den Test als PDF-Download findet ihr zudem unter www.surf-magazin.de/segel

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